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Urteil
Schadenersatz bei Verkehrsunfall: Ersatzfähigkeit der Kosten für eine stationäre berufliche Umschulung des Unfallgeschädigten

Gericht:

OLG Koblenz 12. Zivilsenat


Aktenzeichen:

12 U 543/93


Urteil vom:

25.04.1994


Grundlage:

  • BGB § 249 |
  • AFG § 127 |
  • BGB § 254 Abs 2 |
  • BGB § 823 Abs 1 |
  • StVG § 7 |
  • SGB 10 § 116

Orientierungssatz:

1. Die Kosten für eine berufliche Umschulung bzw für eine neue Ausbildung zu einem anderen Beruf sind grundsätzlich von dem Verkehrsunfallschädiger als Aufwendungen zur Minderung oder zur Abwehr von Verdienstausfallschaden in den Grenzen des Vertretbaren zu erstatten (Anschluß BGH, 1991-02-26, VI ZR 149/90, VersR 1991, 596).

2. Nach diesem Grundsatz sind auch die Kosten für eine stationäre berufliche Umschulung in einem Berufsförderungswerk jedenfalls dann zu erstatten, wenn dem Geschädigten dieser Art der Umschulung von Fachleuten empfohlen wurde. Es trifft den Geschädigten dann nicht der Vorwurf gegen die sich aus BGB § 254 Abs 2 ergebende Schadenminderungspflicht verstoßen zu haben.

Fundstelle:

VersR 1995, 549 (ST)
RuS 1995, 183-184 (ST)
VRS 88, 422-424 (1995) (ST)
NZV 1995, 322 (LT)

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

JURIS-GmbH

Referenznummer:

KORE578689500


Informationsstand: 28.08.1995