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Urteil
Nachrang der nachgehenden Hilfe im Arbeitsleben gegenüber Rehabilitationsleistungen anderer Sozialleistungsträger

Gericht:

BVerwG 5. Senat


Aktenzeichen:

5 C 8/88


Urteil vom:

12.09.1991


Grundlage:

  • RehaAnglG § 6 Abs 2 S 1 Nr 2 |
  • SGB 10 § 114 |
  • SGB 10 § 102 |
  • RVO § 1235 Nr 1 |
  • RVO § 1236 Abs 1 S 1 |
  • AVG § 19 |
  • SGB 10 § 44 Abs 1 S 1 |
  • AVG § 13 Abs 1 S 1 |
  • RehaAnglG § 12 Nr 7 |
  • RehaAnglG § 20 |
  • AVG § 12 Nr 1 |
  • SchwbG § 28 Abs 5 Fassung 1979-10-08 |
  • AVG § 14a Abs 1 S 1 Nr 1 |
  • SchwbG § 28 Abs 1 Nr 3 Fassung 1979-10-08 |
  • SchwbG § 28 Abs 2 S 2 Fassung 1979-10-08 |
  • SchwbG § 28 Abs 4 Fassung 1979-10-08 |
  • SchwbG § 8 Abs 3 S 1 Fassung 1979-10-08 |
  • AVG § 14b Abs 1 Nr 6

Leitsatz:

Rechtsweg bei Geltendmachung eines Erstattungsanspruchs bei vorläufiger Leistung der Hauptfürsorgestelle; Nachrang der nachgehenden Hilfe im Arbeitsleben gegenüber Rehabilitationsleistungen anderer Sozialleistungsträger - berufsfördernde Maßnahmen: Kraftfahrzeughilfe

1. Für den Erstattungsanspruch der Hauptfürsorgestelle aus 28 Abs. 5 Satz 2 SchwbG F. 1979 ist nach § 114 SGB X der Verwaltungsrechtsweg gegeben.

2. Die Ermächtigung der Hauptfürsorgestelle nach § 28 Abs. 5 Satz 1 SchwbG F. 1979, vorläufig Leistungen zu erbringen, besteht auch dann, wenn der zuvor vom Schwerbehinderten angegangene Rehabilitationsträger sich nicht für unzuständig erklärt, sondern die beantragte Hilfe aus materiellrechtlichen Gründen abgelehnt hat und der Ablehnungsbescheid bestandskräftig geworden ist.

3. Leistungen zur nachgehenden Hilfe im Arbeitsleben an bereits eingegliederte Behinderte (hier: zur Beschaffung eines Ersatzkraftfahrzeugs) fallen in einen Bereich, in dem sich die Zuständigkeiten der Hauptfürsorgestellen für die nachgehende Hilfe im Arbeitsleben mit denen der Rehabilitationsträger für Leistungen zur Rehabilitation überschneiden und in dem die Leistungspflicht des Rehabilitationsträgers der Verpflichtung der Hauptfürsorgestelle vorgeht (wie BSG, Urteil vom 22. Juli 1987 - 1 RA 13/86 - (USK 87131)).

4. Die Vorleistungsermächtigung der Hauptfürsorgestellen für Leistungen zur nachgehenden Hilfe im Arbeitsleben wird durch die der Bundesanstalt für Arbeit für berufsfördernde Leistungen zur Rehabilitation (§ 6 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 RehaAnglG) nicht verdrängt.

Orientierungssatz:

1. Vergleiche auch BVerwG, 1991-09-12, 5 C 42/87.

Referenznummer:

WBRE310450103


Informationsstand: 09.03.1992