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Urteil
Anspruch auf Übergangsgeld für selbstbetriebene medizinische Rehabilitationsmaßnahme (Langzeit-Drogenentwöhnungsbehandlung)

Gericht:

BSG 4. Senat


Aktenzeichen:

4 RA 50/88


Urteil vom:

31.05.1989


Grundlage:

  • SGB 1 § 39 |
  • SGG § 54 Abs 4 |
  • SGG § 54 Abs 2 S 2 |
  • SGG § 54 Abs 1 S 2 |
  • RVO § 1240 |
  • RVO § 1235 Nr 1 |
  • RVO § 1237b Abs 1 Nr 1 |
  • RVO § 1236 Abs 1 S 1 |
  • AVG § 17 |
  • AVG § 13 Abs 1 S 1 |
  • AVG § 14b Abs 1 Nr 1 |
  • SGB 10 § 35 Abs 1 S 3 |
  • AVG § 12 Nr 1 |
  • SGB 1 § 33 S 2

Leitsatz:

1. Anspruch auf Übergangsgeld (§ 12 Nr 1, § 14b Abs 1 Nr 1, § 17ff AVG = § 1235 Nr 1, § 1237b Abs 1 Nr 1, § 1240ff RVO) besteht nicht, solange der Rentenversicherungsträger die "Hauptleistung" zur (hier: medizinischen) Rehabilitation nicht bewilligt hat und durchführt.

2. Dies gilt auch in Fällen "selbstbetriebener" Rehabilitation (hier: Langzeit-Drogenentwöhnung in einer Kur- und Spezialeinrichtung).

3. Zur Zulässigkeit, im Fall selbstbetriebener Rehabilitation den "Anspruch" auf Übergangsgeld mit der Aufhebungs- ( Anfechtungs-)klage zu verfolgen und den Rentenversicherungsträger insoweit zur Neubescheidung zu verpflichten.

Orientierungssatz:

Begründung von Ermessensentscheidungen:

1. Nach § 35 Abs 1 S 3 SGB 10 muß die Begründung von Ermessensentscheidungen auch die Gesichtspunkte erkennen lassen, von denen der Versicherungsträger bei der Ausübung des Ermessens ausgegangen ist. Da nach § 33 S 2 SGB 1 "den Wünschen des Berechtigten entsprochen werden ... soll", erstreckt sich bei Ablehnung eines solchen Wunsches die Verpflichtung des Versicherungsträgers, seine Ermessenserwägungen darzulegen, auch hierauf.

Rechtszug:

vorgehend SG Berlin 1986-04-24 S 11 An 3567/83
vorgehend LSG Berlin 1987-12-01 L 2 An 155/86

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

JURIS-GmbH

Referenznummer:

KSRE036623415


Informationsstand: 01.01.1990