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Urteil
Rechtskraft eines Gerichtsurteils

Gericht:

BSG 9a. Senat


Aktenzeichen:

9a RV 10/83


Urteil vom:

13.03.1985


Grundlage:

  • SGG § 77 |
  • BVG § 30 Abs 1 |
  • BVG § 31 Abs 2 |
  • SGB 10 § 39 |
  • SGG § 141 Abs 1

Orientierungssatz:

MdE-Grad unter 25 vH - verbindliche Feststellung bzw Rechtskraft:

1. Zur Frage, ob bei Ablehnung von Rentenleistungen wegen Nichterreichens des erforderlichen Mindestumfanges der MdE, die MdE-Festsetzung an der Bindung des Verwaltungsaktes bzw an der Rechtskraft eines Urteils teilnimmt (vgl BSG vom 17.4.58 9 RV 434/55 = BSGE 7, 126; BSG vom 21.2.74 8/2 RU 55/72 = BSGE 37, 177 = SozR 2200 § 581 Nr 1; BSG vom 23.6.82 9b/8/8a RU 86/80 = SozR 2200 § 581 Nr 17).

Sonstiger Orientierungssatz:

Rechtskraft eines Gerichtsurteils:

1. Die Rechtskraft eines Gerichtsurteils ergreift den sich aus festgestellten Tatsachen und angewandten Rechtsnormen ergebenden Subsumtionsschluß als Ganzes, die einzelnen Glieder dieses Schlusses indessen - festgestellte Tatsachen, bedingende Rechtsverhältnisse, rechtliche Einordnungen - nur insoweit, als sie zu diesem Schluß geführt haben, nicht dagegen losgelöst und selbständig.

2. Im Kriegsopfer- und im Unfallversicherungsrecht fehlt es an einer Rechtsgrundlage für eine unabhängig von einer Rentengewährung getroffene Feststellung eines ziffernmäßig bestimmten vH-Satzes der MdE (ständige Rechtsprechung, vergleiche BSG vom 17.4.58 9 RV 434/55 = BSGE 7, 126 vom 21.2.74 8/2 RU 55/72 = BSGE 37, 177 und vom 22.3.83 2 RU 37/82 = BSGE 55, 32).

3. Beispiel dafür, daß ein bestimmter vH-Satz der MdE, der nach § 77 SGG hätte verbindlich werden können, im Verwaltungsverfahren nicht festgesetzt worden ist.

Rechtszug:

vorgehend SG Konstanz 1982-06-03 S 6 V 335/80
vorgehend LSG Stuttgart 1983-01-17 L 11 V 1052/82

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

JURIS-GmbH

Referenznummer:

KSRE016213319


Informationsstand: 01.01.1990