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Urteil
Festsetzung des Gesamt-GdB

Gericht:

LSG Berlin


Aktenzeichen:

L 13 Vs 61/91


Urteil vom:

25.05.1993


1. Bei der Festsetzung des Gesamt-GdB ist zu berücksichtigen, wie weit die Auswirkungen der einzelnen Behinderungen voneinander unabhängig sind und damit ganz verschiedene Bereiche im Ablauf des täglichen Lebens betreffen, ob sich eine Behinderung auf eine andere besonders nachteilig auswirkt, wie weit sich die Auswirkungen der Behinderungen überschneiden und dass das Ausmaß der Behinderung durch hinzutretende Gesundheitsstörungen oft gar nicht verstärkt wird.

2. Eine proportionale Anhebung des GdB ist angemessen und gerechtfertigt, wenn sich Behinderungen, jede für sich, auf verschiedene Bereiche des täglichen Lebens auswirken. Danach führt z.B. eine mit einem GdB von 20 zu bewertende Behinderung, die sich mit den übrigen Gesundheitsstörungen nicht überschneidet, regelmäßig zu einer Erhöhung des (Gesamt-)GdB um 10.

3. Bluthochdruck kann zwar für sich allein nicht zu einer Erhöhung des GdB um 10 führen, aber Behinderungen auf orthopädischem Gebiet können durch ihn verstärkt werden.

4. Adipositas allein bedingt keinen GdB, nur Folge- und Begleitschäden können dessen Annahme begründen.

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

Internetseite zum Schwerbehindertenrecht

Referenznummer:

R/R2309


Informationsstand: 10.10.2005