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Urteil
Rentenversicherungsträger - Sozialhilfeträger - Tbc-Heilbehandlung - Mitbehandlungsgrundsatz

Gericht:

BSG 1. Senat


Aktenzeichen:

1 RA 93/78


Urteil vom:

27.02.1980


Grundlage:

  • AVG § 21a |
  • BSHG § 59 Abs 1 |
  • RVO § 1244a |
  • BSHG § 49 Abs 3 |
  • BSHG § 59 Abs 2 S 1 |
  • BSHG § 59 Abs 2 S 2 Halbs 1

Leitsatz:

1. Der Rentenversicherungsträger hat als endgültig zur Tbc-Hilfe verpflichtete Stelle (AVG § 21a = RVO § 1244a) dem Sozialhilfeträger nach BSHG § 59 Abs 2 S 2 Halbs 1 nur die Kosten zu erstatten, die dieser aufgewendet hat, um diejenigen Leistungen zu bewirken, die der Rentenversicherungsträger in Vollzug von AVG § 21a (= RVO § 1244a) hätte gewähren müssen.

2. Verletzt der Träger der Sozialhilfe seine Pflicht zur unverzüglichen Unterrichtung nach BSHG § 59 Abs 2 S 1, so verliert er allein deswegen nicht seinen Erstattungsanspruch gegen die endgültig verpflichtete Stelle ( Weiterführung von BSG 1969-01-14 4 RJ 189/66 = BSGE 29, 87, 90 = SozR Nr 11 zu § 1244a RVO).

3. Der nach AVG § 21a (= RVO § 1244a) zur Gewährung stationärer Tbc-Heilbehandlung zuständige Rentenversicherungsträger ist verpflichtet, die Kosten auch einer notwendigen stationären Behandlung einer daneben bestehenden anderen Krankheit jedenfalls dann zu tragen, wenn mit der stationären Behandlung der Tbc nicht ausgesetzt wird - "Mitbehandlungsgrundsatz" - (Anschluß an BSG 1976-09-29 3 RK 25/75 = SozR 2200 § 1244a Nr 8).

Rechtszug:

vorgehend SG Mainz 1978-01-19 S 6 A 23/78
vorgehend LSG Mainz 1978-10-19 L 5 A 10/77

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

JURIS-GmbH

Referenznummer:

KSRE016690518


Informationsstand: 01.01.1990