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Urteil
Hilfsmittel - hier: Arbeitsrollstuhl für Berufsausübung

Gericht:

BSG 3. Senat


Aktenzeichen:

3 RK 13/89


Urteil vom:

08.03.1990


Grundlage:

  • SGB V § 33 Abs. 1 S. 1 Fassung 1988-12-20 |
  • RVO § 182b S. 1 Fassung 1981-12-22

Orientierungssatz:

1. Wenn ein Hilfsmittel nicht die gestörte Körperfunktion bessert, sondern lediglich ein Ausgleich der Behinderung auf andere Weise und in einem begrenzten Lebensbereich erreicht werden kann, hängt der Anspruch des Versicherten davon ab, ob das Hilfsmittel zur Befriedigung von Grundbedürfnissen des Menschen benötigt wird (vgl BSG vom 12. Oktober 1988 3/8 RK 36/87 = SozR 2200 § 182b Nr 37).

2. Ein Hilfsmittel, das ausschließlich für Verrichtungen im Tätigkeitsbereich eines bestimmten Berufs oder einer bestimmten Berufsausbildung (hier: Praktikum während Chemiestudium) benötigt wird, dient nicht der Befriedigung von Grundbedürfnissen in diesem Sinne. Dazu wäre erforderlich, daß durch ein derartiges Hilfsmittel überhaupt ein Beruf ausgeübt oder irgendein Beruf erlernt werden kann (vgl BSG vom 12.10.1988 3 RK 29/87 = SozR 2200 § 182b Nr 36).

Fundstelle:

RegNr 19104 (BSG-Intern)
Meso B 340/51 (OT1-2)
KVRS A-2240/38 (OT2)
Die Leistungen 1990, 368-370 (T)
SozSich 1991, RsprNr 4314 (OT2)
USK 9056 (OT1-2)
KURS 120-4130/5 (OT1-2)

Rechtszug:

vorgehend SG Köln 1987-10-19 S 19 Kr 174/86
vorgehend LSG Essen 1989-02-09 L 16 Kr 146/87

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

JURIS-GmbH

Referenznummer:

KSRE032713418


Informationsstand: 01.03.1993