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Urteil
Schadenersatz bei Kfz-Unfall: Unfallbedingte Aufgabe des Arbeitsplatzes keine Anrechnung einer Arbeitgeberabfindung auf Verdienstausfallschaden

Gericht:

OLG Frankfurt 9. Zivilsenat


Aktenzeichen:

9 U 123/00


Urteil vom:

19.09.2001


Orientierungssatz:

1. Die einvernehmliche Aufhebung des Arbeitsverhältnisses durch den Unfallgeschädigten in Form einer Kündigungsvereinbarung mit dem Arbeitgeber ist dem Schädiger mit der Folge seiner Haftung für den Verdienstausfallschaden des Geschädigten zuzurechnen, wenn sich die Aufgabe des Arbeitsverhältnisses als adäquate Folge der durch den Verkehrsunfall erlittenen körperlichen Verletzungen darstellt.

2. Führt die gesundheitliche Belastung einer durch einen Verkehrsunfall Verletzten wegen der konkreten Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz zu einer Verstärkung der Schmerzsymptomatik, und ist eine vom Sachverständigen empfohlene Umsetzung in einen weniger belastenden Tätigkeitsbereich im Arbeitgeberbetrieb nicht möglich, stellt die Aufgabe des Arbeitsplatzes keinen Verstoß der Geschädigten gegen die Schadensminderungspflicht dar.

3. Erhält der Geschädigte nach unfallbedingter Aufgabe seines Arbeitsplatzes von seinem Arbeitgeber eine Abfindung, ist diese nicht auf den Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfallschadens gegen den Schädiger anzurechnen.

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

JURIS-GmbH

Referenznummer:

KORE516602002


Informationsstand: 31.07.2002