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Unentgeltliche Beförderung

Menschen mit Schwerbehinderung haben (als Nachteilsausgleich) Anspruch auf unentgeltiche Beförderung im Personennahverkehr, wenn eine erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr vorliegt. Die Voraussetzung dafür ist ein grün-orangener Schwerbehindertenausweis mit passendem Merkzeichen (siehe unten) und ein Beiblatt mit gültiger Wertmarke.

Nachteilsausgleiche im Öffentlichen Personnennahverkehr

Liegen die Voraussetzungen vor, können Menschen mit Schwerbehinderung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) innerhalb Deutschlands in der 2. Klasse kostenlos reisen, z. B. in allen Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn, d. h. in S-Bahn, Regionalbahn, Regionalexpress und Interregio-Express. Die Freifahrt gilt auch in Bussen und Straßenbahnen sowie in U- und S-Bahnen. Auch Schiffe im Linien-, Fähr- und Übersetzverkehr können als Nahverkehrsmittel benutzt werden.

Voraussetzung für die Freifahrt ist, dass eins der folgenden Merkzeichen vorliegt: G (erhebliche Gehbehinderung), aG (außergewöhnliche Gehbehinderung), Gl (Gehörlos), Bl (Blind) oder H (Hilflos).

Seit 2011 gilt die neue Freifahrt-Regel bundesweit und ist nicht mehr auf 50 Kilometer rund um den eigenen Wohnort beschränkt.

Beiblatt mit Wertmarke

Reisende mit Schwerbehinderung benötigen für die unentgeltliche Beförderung zusätzlich zum grün-orangen Schwerbehindertenausweis ein Beiblatt mit gültiger Wertmarke. Diese Wertmarken werden von der zuständigen Versorgungsverwaltung verkauft. Eine Wertmarke kostet 80 Euro für ein Jahr bzw. 40 Euro für ein halbes Jahr (Stand: 2017). Wenn die Wertmarke spätestens drei Monate vor Ablauf der Gültigkeitsdauer zurückgegeben wird, werden für jeden Monat 5 Euro zurückerstattet.

Menschen mit Behinderung, die blind (Bl) oder hilflos (H) sind, bekommen das Beiblatt mit gültiger Wertmarke kostenlos. Ebenso Menschen, die Leistungen der Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem 2. Sozialgesetzbuch (Grundsicherung für Arbeitssuchende) oder dem 12. Sozialgesetzbuch (Sozialhilfe) beziehen. Schwerkriegsbeschädigte und diesen gleichgestellte Personen können ebenfalls kostenfrei fahren.

Begleitpersonen oder Begleithunde

Ist im Schwerbehindertenausweis ein "B" eingetragen, darf eine Begleitperson unentgeltlich mitfahren. Auch einen Hund darf man dann ohne Zuzahlung mitnehmen. Haben Menschen im Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen "Bl", dann können sie einen Blindenführhund kostenlos mitnehmen. Auch Hilfsmittel, wie beispielsweise Rollstühle oder Rollatoren, werden ohne Zuzahlung transportiert.

Rechtsgrundlagen

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(ml) 2017