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Grad der Behinderung (GdB)

Der Grad der Behinderung (GdB) gilt im Schwer­behinderten­recht als Maß für die Beein­trächtigungen körperlicher, geistiger oder seelischer Funktionen mit Auswirkungen in verschiedenen Lebensbereichen (wobei alters­typische Beein­trächtigungen bei der Beurteilung nicht berücksichtigt werden). Der GdB sagt jedoch nichts aus über die Leistungs­fähigkeit am Arbeits­platz und ist unabhängig vom ausgeübten oder angestrebten Beruf.

Feststellung des GdB

Die Fest­stellung des GdB erfolgt durch die Versorgungs­verwaltung. Diese prüft nach entsprechendem Antrag die vorliegenden Unterlagen, fordert gegebenen­falls weitere Unterlagen bei den behandelnden Ärzt/inn/en an und erlässt dann einen Feststellungsbescheid. Beträgt der GdB 50 und mehr, liegt eine Schwer­behinderung vor. Die Versorgungs­verwaltung stellt dann dement­sprechend einen Schwer­behinderten­ausweis aus.

Versorgungsmedizinische Grundsätze (VMG)

Bemessen wurde der GdB früher nach den sogenannten bundesweit geltenden „Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachter­tätigkeit (AHP)“. Diese werden seit 2009 als verfassungs­konforme Rechtsgrundlage durch die Versorgungsmedizinischen Grundsätze (VMG) als Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung ersetzt. Einige Nummern in den AHP sind im Zuge der Reform entfallen, die meisten Nummern haben aber auch nach Inkraft­treten der Verordnung ihre Gültigkeit behalten. Die Auswirkung von Funktions­beein­trächtigungen wird als GdB in Zehner­graden – je nach Schwere – von 20 bis 100 wiedergegeben.

Gesamt-GdB

Einzelne Erkrankungen werden nicht addiert, sondern in ihrer Gesamtheit als Gesamt-GdB bewertet. Zum Beispiel führt Erkrankung A zu einem GdB von 50, Erkrankung B zu einem GdB von 30. Insgesamt wird aber kein GdB von 80, sondern beispielsweise ein GdB von 60 festgestellt. Bei Anerkennung der Behinderung wird der Gesamt-GdB im Bescheid mitgeteilt.

(ml) 2018