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Bibliographische Angaben zur Publikation

Handlungsempfehlungen für eine diversitätssensible Mediensprache


Autor/in:

Klamt, Marlies


Herausgeber/in:

Goethe-Universität Frankfurt am Main


Quelle:

Frankfurt am Main: Eigenverlag, 2018, 96 Seiten


Jahr:

2018



Link(s):


Link zu der Veröffentlichung (Online-Publikation, PDF, 3,5 MB).


Abstract:


Die Goethe-Universität lebt von der Vielfalt ihrer Studierenden, ihrer Wissenschaftler*innen und ihrer Beschäftigten im administrativ-technischen Bereich. Die vorhandene Diversität sichtbar zu machen und Chancengleichheit zu fördern ist der Goethe-Universität ein zentrales Anliegen. Basierend auf einer Analyse der Bildsprache der Universitäts-Webseiten wurden 2016 Handlungsempfehlungen für eine diversitätssensible Mediensprache erarbeitet, die die Heterogenität der Studierenden und aller Angehörigen der Universität widerspiegelt und stereotype Darstellungen und Diskriminierungen vermeidet.

Diese liegen in Form einer Broschüre mit vielfältigen praxisnahen Anregungen und Hinweisen für einen diversitätssensiblen Umgang mit Bild und Text vor. Sie wendet sich an Anwender*innen, die Broschüren, Flyer und den Webauftritt gestalten, bietet darüber hinaus aber allen interessierten Leser*innen Reflexionsmöglichkeiten und Denkanstöße.

Wie Sie bei der Lektüre dieser Broschüre unter Umständen bemerken werden: Einige Punkte werden in fast jedem Kapitel angesprochen. Diese Muster, die im Hinblick auf viele Diversitätskategorien wichtig sind, werden im Folgenden zusammengefasst:

- Unterrepräsentanzen quantitativ ausgleichen: Zeigen Sie mehr Menschen auf Fotos etc., die nicht dem 'Normmenschen' (vgl. Kapitel Einleitung) entsprechen, sondern von diesem in einer oder mehreren Diversitätsdimensionen abweichen.
- Unterrepräsentanzen qualitativ ausgleichen: Zeigen Sie nicht nur mehr Menschen, die vom 'Normmenschen' abweichen, sondern achten Sie auch darauf, dass diese aktiv, handlungsmächtig und (auch) in dominanten Positionen dargestellt werden.
- Auf Hierarchien achten: Versuchen Sie ein Gefühl dafür zu entwickeln, wer in einem Bild wodurch aktiv und dominant wirkt und beziehen Sie dies bei der Produktion und Auswahl von Fotos mit ein; folgende Fragen können dabei helfen: Wer erklärt wem etwas? Wie ist die Person gesellschaftlich positioniert? Wird dies durch die Bildkomposition verstärkt? (vgl. Kapitel Bildkomposition und Hierarchien)
- Raus aus der Klischeefalle: Vermeiden Sie möglichst Klischees und Stereotype - dabei hilft der Umkehrtest (vgl. Kapitel Repräsentationen von Geschlecht und Gender/Unterkapitel Der Umkehrtest - ein Gedankenexperiment).
- Vielfalt in der Vielfalt: Denken Sie Heterogenität auf verschiedenen Ebenen - stellen Sie nicht nur Menschen dar, die den unterschiedlichsten Kategorien und Diversitätsdimensionen zuzurechnen sind, sondern differenzieren Sie auch innerhalb dieser Gruppen verschiedene Personen und Persönlichkeiten.
- Diversität in größeren Zusammenhängen herstellen: Nach dem Prinzip der Binnenpluralität ist es nicht unbedingt nötig, Vielfalt in einem Bild herzustellen - achten Sie stattdessen auf Ausgewogenheit innerhalb einer Einheit wie einer Website oder Broschüre (vgl. Kapitel Binnenpluralität - der Königinnenweg?!?).

Neben diesen Aspekten, die zu einer diversitätssensiblen Bildsprache beitragen können, gilt es andere Faktoren professioneller Öffentlichkeitsarbeit zu beachten. Dazu gehört beispielsweise die Berücksichtigung rechtlicher Vorgaben:
- Recht am eigenen Bild (§ 22 KunstUrhG, zu Ausnahmen siehe § 23 Abs. 1 Kunst-UrhG): Hat die Person, die auf dem Foto zu sehen ist, der Veröffentlichung zugestimmt?
- Urheberrecht (§ 2 Abs. 1 UrhG für komponierte Fotos sowie § 72 Abs. 1 UrhG für 'Schnappschüsse'): Wer hat das Foto gemacht und ist geklärt, ob es verwendet werden darf? Falls ja, für welche Zwecke?

Und wenn Sie trotz bester Intention Fehler machen oder trotz langen Nachdenkens und bewusster Entscheidung für die Auswahl eines Bildes kritisiert werden? Hören Sie zu, lernen Sie und achten Sie das nächste Mal auf den kritisierten Punkt. In diesem Sinne: Wenden Sie sich gerne an das Diversity-Team des Gleichstellungsbüros, wenn Ihnen Verbesserungsmöglichkeiten für diese Broschüre einfallen - auch wir sind nicht unfehlbar!

[Aus: Information der Herausgeberin]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Goethe-Universität Frankfurt am Main
Studien-Service-Center (SSC)
Homepage: https://www.uni-frankfurt.de/41119347/Studien_Service_Center
***Zu beziehen bei der Herausgeberin***



Referenznummer:

R/NV6680


Informationsstand: 31.10.2018

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