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Angaben zum Praxisbeispiel

Berufliche Eingliederung eines lernbehinderten Mitarbeiters bei einem Hersteller von Kunststoffteilen

Arbeitgeber:

Der Familien- und Kleinbetrieb ist im Industriegebiet einer ländlichen Gegend ansässig und beschäftigt 16 Mitarbeiter. Die Produktion umfasst hauptsächlich die Herstellung von Kunststoffteilen. Darüber hinaus werden in einer räumlich abgetrennten Werkzeugmacherei Spritzformen für die eigenen CNC-gesteuerten Kunststoffspritzgussmaschinen hergestellt. Bei Großaufträgen werden die Spritzformen vom Auftraggeber gestellt.

Kommentar des Arbeitgebers zur beruflichen Integration des Mitarbeiters:

Der Betriebsinhaber ist mit den Leistungen des behinderten Mitarbeiters sehr zufrieden, da er ist sehr genau, pünktlich und zuverlässig ist. Anfangs benötigte der Mitarbeiter eine erheblich längere Einarbeitungszeit von einem Jahr als die nichtbehinderten Kollegen. Darüber hinaus vermeidet er das Treffen von Entscheidungen. Da aber die auszuführenden Tätigkeiten sich oft wiederholen und gleichbleibende Anforderungen aufweisen, konnte er an eine selbständige Arbeitsweise gewöhnt werden. Er ist nun wie seine Kollegen an jedem Maschinenarbeitsplatz innerhalb der Abteilung einsetzbar und hat ein gutes Verhältnis zu seinen Kollegen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Lernbehinderung und Schwierigkeiten beim Lernen, Merken und Entscheidungen zu treffen. Er benötigt mehr Zeit, um Zusammenhänge zu verstehen und zu erkennen. Es ist wichtig für ihn, klare, eindeutige und nicht zu komplexe Arbeitsanweisungen zu erhalten.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann wurde im Berufsbildungswerk (BBW) zum Holzbearbeiter ausgebildet. Nach der Ausbildung konnte er mit Hilfe des Berufsbildungswerkes in seinem erlernten Beruf eine Arbeitsstelle finden. Er kündigte die Arbeitsstelle aber kurze Zeit später, da das Betriebsklima schlecht und das Arbeitsverhältnis zu seinem direkten Vorgesetzten gestört war. Im Anschluss war er arbeitslos, bis sein Vater ihn an einen ehemaligen Schulfreund, den heutigen Arbeitgeber, als Produktionshelfer vermittelte.
In REHADAT finden Sie auch Ausbildungseinrichtungen für lernbehinderte Menschen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

In der Produktion sind ausschließlich angelernte Hilfskräfte tätig, mit Ausnahme des Betriebsinhabers bzw. Meisters und eines qualifizierten Facharbeiters, die bei Produktionswechsel die Maschinen neu einrichten oder Fehlfunktionen während des Produktionsprozesses beseitigen. In der ca. 150 qm großen und ausreichend beleuchteten Fertigungshalle sind sieben CNC-gesteuerte Kunststoffspritzgussmaschinen angeordnet. Die Maschinen sind teilweise mit pneumatisch betriebenen Greifeinrichtungen ausgerüstet, welche die Spritzgussteile aus der Spritzform entnehmen und auf Förderbänder ablegen.
Die Tätigkeit des Produktionshelfers besteht aus dem Befüllen der Spritzgussmaschinen mit Rohmaterial, der Entnahme der Spritzgussteile vom Förderband, die visuelle und taktile Oberflächenkontrolle der Spritzgussteile und das geordnete Verpacken in Kartons. Je nach Arbeitsauftrag oder Maschinenart müssen Teile mit der Hand montiert, Spritzgussreste entfernt oder Spritzgussteile mit der Hand aus der Spritzgussform entnommen werden. Fehlerhafte Teile werden nach dem Aussortieren in einer Maschine zerkleinert und dem Produktionsprozess als Rohmaterial wieder zugeführt.
In Abhängigkeit von der Maschinentaktzeit und dem Arbeitsauftrag bedient ein Mitarbeiter auch zwei Maschinen parallel. Zwischen den Tätigkeiten an den Maschinen kann gegebenenfalls noch ein Aussortierungsvorgang verschiedener Kleinspritzteilen und deren Verpacken in Kartons geschaltet sein. Außerdem nimmt der Produktionshelfer kleine Einstellungen an den Spritzgussmaschinen wie z. B. die Regelung des Spritzdrucks und des Wasseranteils vor. Bei größeren Störungen, z. B. der Verstopfung der Spritzdüse, benachrichtigt er den Meister oder Facharbeiter.

Förderung:

Die Ausbildung im Berufsbildungswerk wurde von der Arbeitsagentur gefördert. Außerdem förderte die Arbeitsagentur mit einer Eingliederungshilfe bzw. einem Lohnkostenzuschuss die Einstellung des Mitarbeiters.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen.



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Referenznummer:

R/PB2024



Informationsstand: 09.01.2013