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Angaben zum Praxisbeispiel

Von der Werkstatt für behinderte Menschen auf den 1. Arbeitsmarkt - Beschäftigung eines Jugendlichen mit einer Lernbehinderung als Bäckereigehilfe

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Bäckermeister mit einigen Bäckerei-Filialen und Ständen auf Wochenmärkten in der Region. Er beschäftigt vierzig Voll- und Teilzeitkräfte in der Backstube sowie im Verkauf und stellte einen Jugendlichen aus einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) neu ein.

Kommentar des Arbeitgebers zur beruflichen Integration des Mitarbeiters:

Der Arbeitgeber legt viel Wert darauf, dass er den Jugendlichen nicht als 'Quoten-Behinderten" eingestellt hat. Er sei kein 'Gutmensch', sondern Geschäftsmann - ihn hat die Leistung und Persönlichkeit des Jugendlichen überzeugt, die gut in den Betrieb passt. Der Jugendliche sei ein wichtiger Mitarbeiter in der Backstube.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Jugendlichen:

Der Jugendliche hat eine Lernbehinderung. Seine Fähigkeiten sind, in Bezug auf das Lernen, Merken und Begreifen bzw. Auffassen von komplexen Sachverhalten, eingeschränkt.

Übergang Schule - Beruf:

Der Jugendliche besuchte eine Förderschule und wurde anschließend von der Arbeitsagentur an eine WfbM vermittelt. Dort durchlief er zunächst das Eingangsverfahren und anschließend den Berufsbildungsbereich. Aufgrund seiner Leistung, Motivation und Neigungen nahm die Fachabteilung der WfbM zur Unterstützung des Übergangs auf den allgemeinen Arbeitsmarkt Kontakt zum Arbeitgeber auf. Die Fachabteilung hat außerdem z. B. die Aufgabe geeignete Kandidaten für eine bestimmte Tätigkeit durch training on the job am Arbeitsplatz zu qualifizieren, sie zu betreuen und den Arbeitgeber zu unterstützen.
Der Arbeitgeber kannte den Jugendlichen bereits von einem früheren Schüler-Praktikum und war deshalb aufgeschlossen ihm eine Chance zu geben. Der Jugendliche schickte dem Arbeitgeber seine Bewerbungsunterlagen und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Zunächst wurde ihm vom Arbeitgeber ein Praktikum in der Backstube angeboten. Nach dem Praktikum wurde der Jugendliche weiter in der Backstube auf einem sog. Außenarbeitsplatz von der WfbM beschäftigt. Nach einiger Zeit stellte der Arbeitgeber den Jugendlichen, aufgrund seiner Motivation, Leistung und Persönlichkeit fest als Bäckergehilfe für die Backstube in Vollzeit ein.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Jugendliche wird schrittweise, strukturiert und ausführlich vom Bäckermeister, den Gesellen bzw. Kollegen und der Fachabteilung der WfbM (durch training on the job) an die Aufgaben in der Backstube herangeführt. Ziel dabei ist es die Gesellen bei ihrer Arbeit durch die Ausführung bestimmter Tätigkeiten, Herstellung der Backwaren (Teig kneten, Anreichung von Backblechen usw.) und Reinigung der Arbeitsmittel (z. B. Backbleche) und Backstube zu entlasten. Im Rahmen der Zusammenarbeit haben alle in der Backstube gelernt mit den Einschränkungen umzugehen und diese bei der Arbeit zu berücksichtigen.

Förderung und Mitwirkung:

Im Rahmen eines Sonderförderprogrammes zur besseren beruflichen Integration besonders betroffener schwerbehinderter Menschen zahlt das Integrationsamt dem Arbeitgeber einen zeitlich begrenzten Lohnkostenzuschuss. Beim Übergang von der WfbM in das Beschäftigungsverhältnis wurde der Jugendliche von der speziellen Fachabteilung bzw. einer Mitarbeiterin der WfbM betreut und der Arbeitgeber beraten.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Werkstätten für behinderte Menschen und der Integrationsämter.



Link:

REHADAT-talentplus zum Thema Sonderförderprogramme



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Referenznummer:

Pb/110843



Informationsstand: 07.12.2015