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Bibliographische Angaben zur Publikation

VMG, Teil B GdS-Tabelle: 4. Sehorgan

VMG B4



Sammelwerk / Reihe:

Versorgungsmedizinische Grundsätze


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 2015, Stand: November 2015


Jahr:

2015



Link(s):


Link zu den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen (VMG) (interaktives PDF, 1 MB).
Link zu den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen (VMG) (PDF, 1 MB).


Abstract:


B4. Sehorgan:

Die Sehbehinderung umfasst alle Störungen des Sehvermögens. Für die Beurteilung ist in erster Linie die korrigierte Sehschärfe maßgebend; daneben sind u.a. Ausfälle des Gesichtsfeldes und des Blickfeldes zu berücksichtigen.

Die Sehschärfe ist grundsätzlich entsprechend den Empfehlungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) nach DIN 58220 zu bestimmen; Abweichungen hiervon sind nur in Ausnahmefällen zulässig (zum Beispiel bei Bettlägerigkeit oder Kleinkindern). Die übrigen Partialfunktionen des Sehvermögens sind nur mit Geräten oder Methoden zu prüfen, die den Empfehlungen der DOG entsprechend eine gutachtenrelevante einwandfreie Beurteilung erlauben.

Hinsichtlich der Gesichtsfeldbestimmung bedeutet dies, dass zur Feststellung von Gesichtsfeldausfällen nur Ergebnisse der manuell-kinetischen Perimetrie entsprechend der Marke Goldmann III/4e verwertet werden dürfen.

Bei der Beurteilung von Störungen des Sehvermögens ist darauf zu achten, dass der morphologische Befund die Sehstörungen erklärt.

Die Grundlage für die GdS-Beurteilung bei Herabsetzung der Sehschärfe bildet die 'MdE-Tabelle der DOG'.

4.1 Verlust eines Auges mit dauernder, einer Behandlung nicht zugänglichen Eiterung der Augenhöhle:
Verlust eines Auges mit dauernder, einer Behandlung nicht zugänglichen Eiterung der Augenhöhle [40]

4.2 Linsenverlust:

Linsenverlust korrigiert durch intraokulare Kunstlinse oder Kontaktlinse

Linsenverlust eines Auges
Sehschärfe 0,4 und mehr [10]
Sehschärfe 0,1 bis weniger als 0,4 [20]
Sehschärfe weniger als 0,1 [25-30]

Linsenverlust beider Augen
Beträgt der sich aus der Sehschärfe für beide Augen ergebende GdS nicht mehr als 60, ist dieser um 10 zu erhöhen.

Die GdS-Werte setzen die Verträglichkeit der Linsen voraus. Maßgebend ist der objektive Befund.

Bei Versorgung mit Starbrille ist der aus der Sehschärfe für beide Augen sich ergebende GdS um 10 zu erhöhen, bei Blindheit oder
Verlust des anderen Auges um 20.

Bei Unkorrigierbarkeit richtet sich der GdS nach der Restsehschärfe.

4.3 Augenärztliche Untersuchung:

Die augenärztliche Untersuchung umfasst die Prüfung der einäugigen und beidäugigen Sehschärfe. Sind die Ergebnisse beider Prüfungsarten unterschiedlich, so ist bei der Bewertung die beidäugige Sehschärfe als Sehschärfewert des besseren Auges anzusetzen.

MdE-Tabelle der DOG

***Anmerkung der Redaktion: Die MdE-Tabelle kann an dieser Stelle nicht dargestellt werden. Bitte öffnen Sie die Versorgungsmedizinischen Grundsätze als Online-Publikation (s. u.), um die MdE-Tabelle einzusehen (Seite 44).***

4.4 Augenmuskellähmungen, Strabismus:
wenn ein Auge wegen der Doppelbilder vom Sehen ausgeschlossen werden muss [30]
bei Doppelbildern nur in einigen Blickfeldbereichen bei sonst normalem Binokularsehen ergibt sich der GdS
aus dem nachstehenden Schema von Haase und Steinhorst:

***Anmerkung der Redaktion: Das Schema von Haase und Steinhorst kann an dieser Stelle nicht dargestellt werden. Bitte öffnen Sie die Versorgungsmedizinischen Grundsätze als Online-Publikation (s. u.), um das Schema einzusehen (Seite 45).***

bei einseitiger Bildunterdrückung durch Gewöhnung (Exklusion) und entsprechendem Verschwinden der
Doppelbilder [10]

Einschränkungen der Sehschärfe (z.B. Amblyopie) oder eine erheblich entstellende Wirkung sind ggf. zusätzlich zu
berücksichtigen.

Lähmung des Oberlides mit nicht korrigierbarem, vollständigem Verschluss des Auges [30]
sonst [10-20]

Fehlstellungen der Lider, Verlegung der Tränenwege mit Tränenträufeln
einseitig [0-10]
beidseitig [10-20]

4.5 Gesichtsfeldausfälle:

Vollständige Halbseiten- und Quadrantenausfälle
Homonyme Hemianopsie [40]
Bitemporale Hemianopsie [30]

Binasale Hemianopsie
bei beidäugigem Sehen [10]
bei Verlust des beidäugigen Sehens [30]
Homonymer Quadrant oben [20]
Homonymer Quadrant unten [30]
Vollständiger Ausfall beider unterer Gesichtsfeldhälften [60]

Ausfall einer Gesichtsfeldhälfte bei Verlust oder Blindheit des anderen Auges
nasal [60]
temporal [70]

Bei unvollständigen Halbseiten- und Quadrantenausfällen ist der GdS entsprechend niedriger anzusetzen.

Gesichtsfeldeinengungen
Allseitige Einengung bei normalem Gesichtsfeld des anderen Auges
auf 10° Abstand vom Zentrum [10]
auf 5° Abstand vom Zentrum [25]

Allseitige Einengung binokular
auf 50° Abstand vom Zentrum [10]
auf 30° Abstand vom Zentrum [30]
auf 10° Abstand vom Zentrum [70]
auf 5° Abstand vom Zentrum [100]

Allseitige Einengung bei Fehlen des anderen Auges
auf 50° Abstand vom Zentrum [40]
auf 30° Abstand vom Zentrum [60]
auf 10° Abstand vom Zentrum [90]
auf 5° Abstand vom Zentrum [100]

Unregelmäßige Gesichtsfeldausfälle, Skotome im 50°-Gesichtsfeld
unterhalb des horizontalen Meridians, binokular
mindestens 1/3 ausgefallene Fläche [20]
mindestens 2/3 ausgefallene Fläche [50]

Bei Fehlen eines Auges sind die Skotome entsprechend höher zu bewerten.

4.6 Ausfall des Farbensinns:

Ausfall des Farbensinns [0]
Einschränkung der Dunkeladaptation (Nachtblindheit) oder des
Dämmerungssehens [0-10]

4.7 Nach Hornhauttransplantation:

Nach Hornhauttransplantationen richtet sich der GdS allein nach dem Sehvermögen.

4.8 Nach Entfernung eines malignen Augentumors:

Nach Entfernung eines malignen Augentumors ist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten; GdS während dieser Zeit bei Tumorbegrenzung auf den Augapfel
(auch bei Augapfelentfernung) [50]
sonst [wenigstens 80]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Sammelwerksbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Publikationsversand der Bundesregierung
Homepage: https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/publikationen

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

VMGB0004


Informationsstand: 15.07.2011

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