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Bibliographische Angaben zur Publikation

Nicht jeder ältere Rehabilitand ist ein geriatrischer Rehabilitand


Autor/in:

Friedemann, Ernst


Herausgeber/in:

Gagel, Alexander; Gödecker-Geenen, Norbert; Kohte, Wolfhard [u. a.]


Quelle:

Recht und Praxis in der Rehabilitation, 2014, 1. Jahrgang (Heft 4), Seite 9-12, Frankfurt am Main: Referenz, ISSN: 2198-3127


Jahr:

2014



Abstract:


Geriatrie leistet mit ihrem organübergreifenden Behandlungskonzept und der Verzahnung präventiver, kurativer und insbesondere rehabilitativer Behandlungsanteile einen wesentlichen Beitrag zur Herausforderung der Gesundheitsversorgung älterer Menschen.

Geriatrische Rehabilitanden sind durch ein hohes Risiko gekennzeichnet aufgrund eingeschränkter funktionaler Reservekapazitäten, bedingt durch altersphysiologische Veränderungen und oft schon vorbestehende Schädigungen von Körperstrukturen oder Körperfunktionen, bereits durch relativ geringfügige zusätzliche Gesundheitsprobleme oder Veränderungen von Kontextfaktoren (beispielsweise Verlust des Lebenspartners), dauerhaft wesentliche Beeinträchtigungen ihrer bisherigen alltagsrelevanten Tätigkeiten und/oder Teilhabe (einschließlich Pflegebedürftigkeit) zu erleiden bzw. diese zu vergrößern.

Im Sinne der ICF lässt sich das Merkmal 'geriatrisch' insofern konzeptionell als ein potenziell negativ wirkender personenbezogener Risikofaktor verstehen, dem beispielsweise durch den umweltbezogenen Kontextfaktor einer geriatrischen Rehabilitation potenziell positiv entgegengewirkt werden könnte.

Ein 85-jähriger Patient, der prä-akut in seinen Aktivitäten vollkommen unbeeinträchtigt und selbstständig war und anamnestisch lediglich einen medikamentös behandelten Blutdruck aufweist, ist nicht zwingend als geriatrischer Rehabilitand zu bezeichnen und kann nach seinem akuten Schlaganfall auch einer indikationsspezifischen neurologischen Rehabilitation zugeführt werden.

Sollte dieser 85-jährige Patient jedoch vor seinem akuten Schlaganfall bereits geriatrietypisch multimorbide sein (beispielsweise Gangstörung bei Kniearthrose, Sehstörung bei Diabetes mellitus und Antriebsstörung bei Depression), so sind die Voraussetzungen für eine indikationsübergreifende geriatrische Rehabilitation gegeben.

Die Multimorbidität mit den unterschiedlichen Krankheitsfolgen und Risiken für weitere Krankheitskomplikationen erfordern bei dem älteren Menschen einen umfassenden geriatrischen Behandlungsansatz.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


RP Reha - Recht und Praxis der Rehabilitation
Homepage: https://uvhw.de/rp-reha.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0184/0011


Informationsstand: 23.02.2015

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