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Bibliographische Angaben zur Publikation

Chancengleichheit auf allen Ebenen: Gesamtschwerbehindertenvertretung bei der Siemens AG


Autor/in:

Heinsius, Ines


Herausgeber/in:

Institut zur Fortbildung von Betriebsräten (ifb)


Quelle:

Der Betriebsrat, 2008, 4. Jahrgang (Heft 9), Seite 34-35, Seehausen am Staffelsee: der betriebsrat, ISSN: 1614-7693


Jahr:

2008



Abstract:


Der Autorin berichtet über ein Gespräch mit Gerlinde Aumiller, der Gesamt- und Konzernschwerbehindertenvertreterin der Siemens AG. Nach mehreren Jahren im Betriebsrat und in der Schwerbehindertenvertretung ist sie seit 2003 als Gesamtschwerbehindertenvertreterin im Amt.

Bei Siemens sind 6.700 schwerbehinderte Arbeitnehmer beschäftigt, was eine Quote von 3,9 Prozent bedeutet. Allerdings wolle sie sich nicht auf die Quoten konzentrieren, sondern auf allen Ebenen eine Eingliederung der schwerbehinderten Arbeitnehmer erreichen.

Vor allem das Thema Chancengleichheit bedeutet ihr sehr viel. Man habe bei Siemens tolle Vereinbarungen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement und auch die oberste Führungsebene nehme diese Themen sehr ernst. Schwierig werde es jedoch dann, wenn ein Meister in einem Werk Befürchtungen hat, einen gehörlosen Arbeitnehmer einzustellen. Wenn sie denjenigen dann allerdings vorhält, dass sie selbst schnell in eine solche Situation kommen könnten, bekomme sie in den wenigsten Fällen noch Widerspruch.

Projekte mit dem Ziel, schwerbehinderte Menschen in den Arbeitsalltag zu integrieren, liegen Gerlinde Aumiller sehr am Herzen, darunter auch die Teilnahme am Projekt Jobs ohne Barrieren. Inzwischen gibt es eine Verpflichtung, dass Siemens in jedem der fünfzehn Bereiche jedes Jahr mindestens ein bis zwei Ausbildungsplätze für behinderte Jugendliche zur Verfügung stellt. Jugendlichen, die nicht einmal eine Ausbildungsreife vorzuweisen haben, kommen außerdem die Berufsvorbereitungsprogramme Jobs 4000 und Jobs 4000 Plus zugute. Ein weiterer Schwerpunkt ist Accessibility, also der Zugang auf allen Ebenen.

Auch wenn die Unternehmensführung wisse, dass sie eine soziale Verpflichtung habe, sei es Gerlinde Aumiller bewusst, dass der Konzern in schweren Zeiten nicht zuerst an das nächste Projekt für schwerbehinderte Mitarbeiter denken kann.

Neuen Meldungen zufolge, so Gerlinde Aumiller, sollen in den nächsten drei Jahren weltweit 17.000 Stellen abgebaut werden, 5. 000 davon allein in Deutschland. Davon seien wahrscheinlich besonders die Mitarbeiter der unteren Ebenen, unter denen es viele schwerbehinderte Arbeitnehmer gebe, betroffen. Dennoch ist ihr Kampfgeist ungebrochen und so bleiben Chancengleichheit, Barrierefreiheit und barrierefreies Denken weiterhin ihre Ziele.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


DER BETRIEBSRAT - Die Zeitschrift für Betriebsräte in Deutschland
Homepage: https://www.ifb.de/der-betriebsrat

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0163/6828


Informationsstand: 24.10.2008

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