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Bibliographische Angaben zur Publikation

Community-based Rehabilitation - CBR - als Modell für entwickelte Länder?


Autor/in:

Biewer, Gottfried


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Gemeinsam leben, 2005, 13. Jahrgang (Heft 2), Seite 85-90, Weinheim: Juventa, ISSN: 0943-8394


Jahr:

2005



Abstract:


Gottfried Biewer nimmt die internationale Perspektive mit der Frage auf, inwiefern weltweite Standards zur Gleichstellung, Rehabilitation und Inklusion von Menschen mit Behinderungen Wirkung entfalten können. Mit dem WHO-Konzept der Community-based Rehabilitation liegt seit nunmehr 15 Jahren ein Handbuch zur Entwicklung integrativer Strategien auf kommunaler Ebene vor, die auf die Teilhabe am sozialen Leben, am Bildungssystem und am Arbeitsmarkt zielen. Dabei geht es nicht nur um Ressourcenbeschaffung, sondern auch um strukturelle Veränderungen im Sinne einer wohnortnahen Sensibilisierung für besondere Erfordernisse.

Gottfried Biewer stellt das Konzept der Community-based Rehabilitation (CBR) vor. Dieses System der Hilfe für Menschen mit Behinderungen wurde als Modell für Entwicklungsländer geschaffen, um fehlende Institutionen in der Behindertenhilfe und fehlende Sozialsysteme zu ersetzen. Die Weltgesundheitsorganisation förderte und propagierte das CBR-Konzept, so dass es mittlerweile als breit angewandte Methode sowohl an staatlichen Stellen als auch in Nichtregierungsorganisationen anerkannt ist.

Zunächst stellt der Autor die Entstehung und Entwicklung der Community-based Rehabilitation vor. Ab den 1990er Jahren gewann das Modell zunehmend an Bedeutung in internationalen Kooperationsprojekten. Es betrachtete von vornherein ländliche Gemeinden beziehungsweise Dörfer als Adressaten für eine Behindertenhilfe, die auf Teilhabe und Teilnahme behinderter Menschen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zielt.

Die Erfahrungen mit CBR in Entwicklungsländern sind vielfältig. Das Konzept wurde bereits in zahlreichen Projekten vorwiegend im ländlichen Raum umgesetzt. Die gesellschaftspolitische Zielsetzung in Verbindung mit mehreren heilpädagogisch relevanten Konzepten hat insgesamt betrachtet sehr unterschiedliche Ergebnisse nach sich gezogen. So wurde einerseits auf der Tagung der WHO im Jahr 2003 in Helsinki bemängelt, dass in CBR-Projekten größtenteils nicht Personen der Zielgruppe, also aus ländlichen oder städtischen Armutsgebieten, involviert sind. Dennoch hat die Community-based Rehabilitation insgesamt gute Ergebnisse in der Institutionalisierung der Behindertenhilfe erzielt.

Im letzten Abschnitt des Artikels wird die Möglichkeit der Anwendung der Community-based Rehabilitation in hoch entwickelten Staaten erörtert. Trotz der gut ausgebauten Sozialsysteme in den meisten Industrienationen fehlt häufig für Menschen mit Behinderungen, allen voran für betroffene Kinder, die soziale Einbindung in reguläre gesellschaftliche Strukturen außerhalb von Sondereinrichtungen. Dementsprechend ist die Gemeindeorientierung des CBR-Konzepts eine gute Maßnahme zur Behebung dieses Missstandes. Eventuell könnte mit Hilfe der Community-based Rehabilitation der Weg zur Barrierefreiheit und zur Teilnahme behinderter Menschen am öffentlichen Leben geebnet werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Gemeinsam Leben
Homepage: https://www.beltz.de/fachmedien/paedagogik/zeitschriften/gem...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0155/0021


Informationsstand: 01.07.2005

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