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Bibliographische Angaben zur Publikation

Sozialraumorientierung - Integration durch Patenschaft

Das Bamberger Modell



Autor/in:

Eichner, Kuno


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. (BAG UB)


Quelle:

impulse, 2008, Nummer 46/47 (Ausgabe 2/3), Seite 4-8, Hamburg: Eigenverlag, ISSN: 1434-2715


Jahr:

2008



Link(s):


Ganzen Text lesen (in: Impulse 02/03.2008) (PDF | 3 MB)


Abstract:


Kuno Eichner erläutert, wie die Integra Mensch Werkstatt aus Bamberg die Integration von Werkstattbeschäftigten in den allgemeinen Arbeitsarbeitsmarkt durch Unternehmenspatenschaften fördert. Wissenschaftliche Grundlage dieses Modells ist die Sozialraumorientierung, die Ressourcen des sozialen Nahraums der behinderten Menschen mit einbezieht, um so integrative und normalisierende Effekte herzustellen. Dadurch sollen Teilhabechancen gestärkt und Ausgrenzung verhindert werden.

Ausgehend von einem mehrdimensionalen Arbeitsansatz lassen sich folgende Handlungsebenen ableiten:
- die sozialstrukturell-sozialpolitische Ebene, die Gleichberechtigung und Selbstverständlichkeit für behinderte Menschen am Arbeitsleben teilzuhaben fordert,
- die Organisationsebene in der Werkstatt, die die Werkstattorganisation aus Sicht der Adressaten beurteilt und hinterfragt,
- die Netzwerkebene, welche sich besonders um das Aufspüren und Ausbauen der Unterstützerkreise vor Ort kümmert und
- die individuelle Ebene, in der die Stärken und der Willen der Mitarbeiter besondere Berücksichtigung finden.

Um sich von der üblichen Sichtweise auf behinderte Menschen als Einzelpersonen, um die herum Maßnahmen geplant werden, zu lösen und den sozialräumlichen Ansatz zu stärken, müssen Verbindungen zwischen Menschen mit Behinderung und den Regeleinrichtungen und Normalstrukturen geschaffen werden.

Dabei wird versucht, so viele Menschen wie möglich in diese Bezüge mit einzubeziehen. Besonders die Familie eignet sich als Ressourcenlager. Mithilfe eines Stammbaums werden einzelne Angehörige erfasst sowie ihre Möglichkeiten und Ressourcen. So kann ein ganzes Netzwerk über potenzielle familiennahe Ansprechpartner erstellt werden.

Daraus wird eine Netzwerkkarte entwickelt, die auch Bekannte und Freunde integriert, so dass ein über die Familie hinausgehendes soziales Feld abgebildet wird. Dabei werden verschiedene Kategorien wie zum Beispiel Tageszeiten, Orte, Biografieabschnitte et cetera abgearbeitet und so ein detaillierter Plan erstellt, wie der behinderte Mensch seine soziale Umgebung am besten Nutzen kann. Anhand dieser Karte wählt die unterstützte Person vier Experten, die sein persönliches Kompetenzteam bilden. Mit ihm zusammen werden Wünsche, Motivationen und die Umsetzung der Ziele geplant und durchgeführt.

Die Patenschaften kommen durch politische Strukturen, Vereine und Verbände zu Stande, die ihre Kontakte zur Verfügung stellen und eine Person, in eine für sie geeignete Stelle, vermitteln. Integra Mensch unterstützt den Betrieb bei der Einarbeitung und der Auswahl potenzieller Arbeiten. Eventuell geht ein Praktikum voraus, das aber später in ein dauerhaft angelegtes Beschäftigungsverhältnis mündet.

Mit mehr als 50 vermittelten Menschen in vier Jahren spricht der Erfolg für sich. Die Sozialraumorientierung entwirft so ein neues Konzept der Werkstatt, welches die selbstverständliche Einbindung von Menschen mit Behinderung in die Gemeinde ermöglicht.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Bamberger Lebenshilfe-Werkstätten für Behinderte gGmbH | REHADAT-Angebote und Adressen




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


impulse - Fachmagazin
Downloadmöglichkeit bei der BAG UB unter:
Homepage: https://www.bag-ub.de/veroeffentlichung/typ/958

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0141/6801


Informationsstand: 02.02.2021

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