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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit - ICF - als Instrument der beruflichen Rehabilitation


Autor/in:

Grampp, Gerd


Herausgeber/in:

Borgmann, Dieter


Quelle:

praxis ergotherapie, 2007, 20. Jahrgang (Heft 3), Seite 120-128, Dortmund: Verlag modernes lernen, ISSN: 0932-9692


Jahr:

2007



Abstract:


Im Jahr 2005 wurde die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) in der deutschsprachigen Version verabschiedet. Eine der ersten Anwendungen in der Rehabilitation in Deutschland bezieht sich auf die Beratung über oder die Verordnung von Rehabilitationsmaßnahmen.

Inzwischen gibt es auch für die Ergotherapie Empfehlungen und Hinweise zur Anwendung. Vorgeschlagen wird beispielsweise die Verwendung der ICF-Klassifikationen der Aktivitäten/ Partizipation (d), Kontextfaktoren (e) und Körperstruktur/-funktion (b) für die Indikationsstellung.

Zur Bewertung von ergotherapeutischer, logopädischer und physiotherapeutischer Intervention verweist ein Beitrag auf ICF-orientierte Assessmentinstrumente.

Ziel dieser ist unter anderem die Dokumentation der Kompetenzen und Defizite einer Person, der Einsatz in allen Bereichen der Rehabilitation und für alle erwachsenen Rehabilitanden und die Unterstützung bei der Formulierung von Rehabilitationszielen für das jeweilige Fachgebiet.

In einem weiteren Beitrag wird die Anwendung der ICF in der Ergotherapie aufgezeigt. Im Ergebnis zeigt sich, dass die ICF eine geeignete Basis für funktionsorientierte Dokumentation der Leistungsfähigkeit, disziplinenübergreifende Formulierungen von Befunden und Zielen sowie teaminterne und teamübergreifende Kommunikation bietet. Weiter wird empfohlen neben ICF-basierten ergotherapeutischen Instrumenten ICF-Core Sets zu verwenden. Das sind spezifische Zusammenstellungen von ICF-Inhalten für bestimmte Krankheitsbilder oder Lebensbereiche.

Die Funktionsfähigkeit einer Person steht im Mittelpunkt der ICF. Die Funktionsfähigkeit hängt von Körperfunktionen und Körperstrukturen, Aktivitäten, Teilhabe und Kontextfaktoren ab. Eine Person gilt dann als funktionsfähig, wenn ihre körperlichen Bedingungen allgemeinen Normen entsprechen, sie das tun kann, was sie will, sie sich in allen Lebensbereichen entfalten kann und ihre nicht krankheitsabhängigen Gegebenheiten positiv ausgeprägt und die Bedingungen ihrer Umgebung positiv sind.

Dem Anhang 2 zufolge ist die Annahme nicht praxisgerecht, alle Kodes auf jeden Fall anzuwenden. In Abhängigkeit von den Umständen der Untersuchung sollen die wichtigsten Kodes ausgewählt werden. So entstehen zunächst Core Sets, aus denen dann kurze Code Sets entstehen.

Als Beispiel führt der Autor die Profile zur Anwendung des Core Sets Teilhabe am Arbeitsleben an. Dieses muss in seiner umfassenden Version alle Faktoren enthalten, die für die Funktionsfähigkeit in diesem Bereich erforderlich sind. Durch die Verwendung ICF als Grundlage kann verhindert werden, dass die Inhalte eines Fähigkeitsprofils beliebig gewählt werden.

Außerdem wird die Verwendung von Potenzial statt Kompetenz vorgeschlagen, da der Begriff Potenzial eine umfassendere Bedeutung hat. Nach ICF wird die Funktionsfähigkeit einer Person durch personenbezogene Faktoren und umweltbezogene Kontextfaktoren. Die sich daraus ergebenden personenbezogenen und umweltbezogenen Potenziale können in einem Profil dargestellt werden. Für das Arbeitsleben gibt es zwei Profile, das einer Person als Potenzialprofil und das des Arbeitslebens als Anforderungsprofil. Aus dem Vergleich der Profile ergibt sich eine Grundlage für die Planung und Durchführung von Maßnahmen.

Das Anforderungs- und Potenzialprofil nutzt die Inhalte der ICF, welche die Funktionsfähigkeit von Personen mit Gesundheitsproblemen möglichst umfassend und vollständig strukturiert. Die ICF ist hierarchisch aufgebaut und in Komponenten, Kategorien, Klassen und Teilklassen eingeteilt.

Die Klassifikationen weisen verschiedene Klassifikationstiefen auf: Klassifikationsbereich, Klassifikationsgruppe, Klassifikationseinheit, Klassifikationselement. Das Core Set zu Teilhabe am Arbeitsleben beschränkt sich auf die Ebene der Klassifikationsgruppen, für das Anforderungs- beziehungsweise Potenzialprofil müssen jedoch auch die weiteren Ebenen einbezogen werden.

Bei der Datenerhebung ist es ratsam, den ICF-Text zu verwenden, denn die darin enthaltenen Beschreibungen erleichtern das Verständnis. Weiterhin orientiert sich die Kodierung der Daten in den Profilen an den ICF-Vorgaben. Dem Kode wird also eine entsprechende Bewertung in Form einer Ziffer angehängt. In dem Artikel wird das umfassende Core Set Teilhabe am Arbeitsleben und ein reduziertes arbeitsplatzbezogenes Anforderungsprofil dargestellt. Eine Auseinandersetzung der Berufsgruppen mit dem Profil wäre wünschenswert, so der Autor, da nur so ein einheitliches und angemessenes Instrument entstehe, das die bisherigen Verfahren ablöst.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


praxis ergotherapie - Fachzeitschrift für Ergotherapie
Homepage: https://www.verlag-modernes-lernen.de/zeitschriften/praxis-e...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0139/6176


Informationsstand: 31.07.2007

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