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Bibliographische Angaben zur Publikation

Der lange Weg zur Komplexleistung Frühförderung

Zwischenbericht über das Forschungsvorhaben zur Situation in der Frühförderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder



Autor/in:

Schumacher, Norbert


Herausgeber/in:

Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.


Quelle:

Rechtsdienst der Lebenshilfe, 2007, Nummer 3, Seite 9-12, Marburg: Lebenshilfe-Verlag, ISSN: 0944-5579


Jahr:

2007



Abstract:


Basierend auf dem 2001 in Kraft getretenen Gesetz zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen hat der Gesetzgeber den Weg zur Frühförderung als Komplexleistung und zu interdisziplinären Frühförderstellen geebnet.

Unklare Situationen in vielen Bundesländern veranlasste das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu einem Forschungsvorhaben zur Datenerhebung der Leistungs- und Vergütungsstrukturen in der Frühförderung um die Umsetzung der Komplexleistung Frühförderung zu unterstützen. Dabei wird im Besonderen auf alle Arten von Frühförderstellen und Versorgungssystemen auf kommunaler Ebene eingegangen.

Hauptziel der Erhebungen ist mehr Transparenz in den Leistungs- und Vergütungsstrukturen. Der Artikel liefert einen Zwischenbericht des einjährigen Forschungsprojektes.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Frühforderlandschaft in Deutschland als unübersichtlich wahrgenommen wird und von Bundesland zu Bundesland variiert. Dieser Umstand ist sowohl auf die vielfältigen Organisations- und Angebotsformen von Frühförderstellen als auch auf die unterschiedliche Entwicklung von Frühfördersystemen zurückzuführen.

Eine uneinheitliche Datenlage ermöglicht keinen verlässlichen Gesamtüberblick über die Leistungen der Frühförderung.

Die Kinder erhalten zumeist heilpädagogische Leistungen, die zur Hälfte ambulant oder teilstationär erbracht werden. Die allgemeine Tendenz in den letzten Jahren geht jedoch zur teilstätionären Leistungserbringung.

Die Kosten für derartige Leistungen werden von Sozialhilfeträgern und Krankenkassen bezahlt, die einen deutlichen Zuwachs ihrer Ausgaben für diesen Bereich verzeichnen. Kostenteilung zwischen den Krankenkassen und den Sozialhilfeträgern erfolgt nur in Berlin, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.

Landesrahmenempfehlungen sind bisher in 10 von 16 Bundesländer realisiert worden. Diese sehen unter anderem Merkmale zur Qualitätssicherung vor. So müssen Frühförderstellen interdisziplinär ausgerichtet sein und entsprechende personelle, räumliche, und sächliche Ausstattungen vorweisen. Auch Kooperationen mit freiangestellten Berufsgruppen sind vorgeschrieben.

Bei der bundesweiten Befragung von Frühförderstellen und sozialpädiatriaschen Zentren variierten die Einschätzungen zur Versorgungslage von Kindern mit Frühförderungbedarf deutlich. Gründe für eine positivere Situationswahrnehmung der Teilnehmer liegen vorallem an einer besseren Leistungsinfrastruktur vor Ort. Ebenso ergab sich das über die Hälfte der befragten Einrichtungen über ein interdisziplinäres Team von pädagogisch-psychologischen und medizinisch-therapeutischen Fachkräften verfügen, jedoch setzen nur 13 Prozent die Komplexleistung ein.

Die nächsten Arbeitschritte im Ende 2007 auslaufenden Projekt werden eine Vertiefungsstudie mit 32 Einrichtungen aus allen Bundesländern eine 'Kinder-Fallstudie' zur Perpektive behinderter oder von Behinderung bedrohter Kinder, sowie eine Elternbefragung sein.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Frühförderungssystem in Deutschland in ständiger Bewegung ist. Es gibt positive Veränderungen in den Kooperationsbeziehungen hin zu einer vertraglicher Kooperation. Herausforderungen sieht der Autor in der für die Komlexleistung nötigen Zusammenarbeit von Förderstellen und Ärzten.

Kritisch sieht er die immer noch mangelnde Umsetzung der Komplexleistung, die seiner Meinung nach nur vorangebracht werden kann, in dem die Länder die für sie notwendigen Voraussetzungen schaffen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Rechtsdienst der Lebenshilfe
Homepage: https://www.lebenshilfe.de/informieren/publikationen/rechtsd...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0137/6332


Informationsstand: 19.11.2007

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