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Bibliographische Angaben zur Publikation

Ausgaben für Rehabilitation und Teilhabe im Jahr 2012


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR)


Quelle:

Reha-Info, 2014, Nummer 1, Frankfurt am Main: Eigenverlag


Jahr:

2014



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Abstract:


Ausgaben für Rehabilitation und Teilhabe:

Eine Grundlage zur Entwicklung von Maßnahmen die umfassende Rehabilitation und Teilhabe verwirklichen sollen, ist das Vorliegen verlässlicher Zahlen. Statistische Informationen und quantitative Angaben ermöglichen erst die systematische Verknüpfung zwischen bezifferbaren Erfahrungswerten und theoretischer Aussagen. Diesen Handlungsauftrag formuliert die UN-BRK in Artikel 31.

Auch 2012 - Die Zahlen steigen:

30,6 Mrd. Euro für Rehabilitation und Teilhabe im Jahr 2012 - das sind 972 Mio. Euro zusätzliche Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr. Seit 2006 steigen die Aufwendungen der Sozialleistungsträger stetig. Für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Bei Betrachtung im Einzelnen lassen sich bestimmte Tendenzen aufzeigen.

Gesetzliche Krankenversicherung:

Zur medizinischen Rehabilitation betrugen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung 2,8 Mrd. Euro. Eine geringfügige Steigerung um 1,6 % seit 2011. Schaut man auf die stationäre Anschlussrehabilitation, so sind die Aufwendungen mit 1,7 Mrd. Euro nahezu konstant geblieben (+0,3 %). Für die übrigen stationären Leistungen ist zum ersten Mal seit 2007 wieder ein Zuwachs (+ 5,7 %) auf 324 Mio. Euro zu verzeichnen. Eine fast gleichbleibende Entwicklung trifft auch auf die ambulante Rehabilitation zu. Hier sind 110 Mio. Euro ausgegeben wurden. Ähnlich marginal verhält sich die prozentuale Ausgabensteigerung (+0,7 %) von Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Väter. Zu erwähnen ist, dass dies seit 2004 die erste Erhöhung der Aufwendungen darstellt. Neben den übrigen Leistungen wurde für das Persönliche Budget 8,6 Mio. Euro investiert, was auf ein deutliches Ausgabenwachstum (+ 49,6 %) hinweist.

Gesetzliche Rentenversicherung:

Für die Deutsche Rentenversicherung (DRV) ist ebenfalls ein Ausgabenanstieg von 1,8 % auf 5,66 Mrd. Euro zu verzeichnen. Im Bereich der medizinischen Rehabilitation (3,9 Mrd. Euro) nahmen die Aufwendungen um 6,3 % zu. Dagegen sind die Ausgaben für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben wie im Vorjahr leicht rückläufig (-4,6 %). Prozentual entfielen 66 % auf den Bereich der medizinischen Rehabilitation und 20 % auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Seit 2011 lassen sich für die DRV Angaben zum Persönlichen Budget machen. Hier betrugen die Aufwendungen 2012 insgesamt 329.459 Euro, entgegen 58.476 Euro im Jahr 2011.

Alterssicherung der Landwirte:

Die Ausgaben für Leistungen zur Teilhabe durch die Landwirtschaftlichen Alterskassen werden getrennt von der Statistik der Deutschen Rentenversicherung erfasst. Hier setzt sich ein tendenzieller Rückgang der Ausgaben seit 2004 (20,4 Mio. Euro) auf 14,9 Mio. Euro im Jahre 2012 fort. Im Vergleich zum Vorjahr (16,3 Mio. Euro) macht dies eine prozentuale Abnahme um 8,6 % aus.

Gesetzliche Unfallversicherung:

Im Leistungsspektrum der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind die Ausgaben für Heilbehandlungen und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben 2012 um 1,4 % auf 3,9 Mrd. Euro angestiegen. Eine gesonderte Auswertung der medizinischen Rehabilitation kann nach den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der DGUV nicht vorgenommen werden. Die Aufwendungen für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben waren 2012 mit 185 Mio. Euro kaum zum Vorjahr abgewichen (-0,7 %).

Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften:

Getrennt von der Statistik der DGUV werden die Ausgaben für Leistungen zur Teilhabe durch die Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften erfasst. Sie beliefen sich 2012 auf 328 Mio. Euro und sind damit um 3,8 % gesunken. 2011 wurden erstmals auch die Ausgaben für das Persönliche Budget nach § 17 SGB IX ausgewiesen. So lässt sich im Jahr 2012 ein Anstieg von 0,6 Mio. Euro auf 0,8 Mio. Euro erkennen.

Bundesagentur für Arbeit:

Die Aufwendungen für den Bereich der beruflichen Eingliederung von behinderten Menschen gingen 2012 nach den Jahresendergebnissen der Bundesagentur für Arbeit (BA) um 3,1 % auf 2,3 Mrd. Euro zurück. Erstmals seit 2004 kann dabei eine signifikante Erhöhung der Ausgaben für Ermessensleistungen um 68,8 % (108 Mio. Euro) verzeichnet werden. Auch im Bereich der BA steigen die Ausgaben für das Persönliche Budget 2011 von 5,8 Mio. Euro auf 6,7 Mio. Euro im Jahr 2012.

Integrationsämter:

Die Integrationsämter haben im Jahr 2012 etwa 429 Mio. Euro aus Mitteln der Ausgleichsabgabe für die berufliche Eingliederung schwerbehinderter Menschen ausgegeben und somit 7,9 % mehr als im Vorjahr. Der Hauptanteil der Mittel entfiel wie in den Jahren zuvor auf die Begleitende Hilfe im Arbeitsleben (77 % der Gesamtausgaben). Das Fördervolumen der regionalen Arbeitsmarktprogramme ist auch im Jahr 2012 deutlich auf 31 Mio. Euro um 24,5 % angestiegen und hat sich somit seit 2010 (16 Mio. Euro) verdoppelt. Die Aufwendungen für das Persönliche Budget gehen von 0,3 Mio. Euro auf 0,1 Mio. Euro im Jahr 2012 zurück.

Sozialhilfe:

Im Rahmen der Eingliederungshilfe der Sozialhilfeträger wurden nach der Sozialhilfestatistik des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2012 Ausgaben in Höhe von 15,1 Mrd. Euro erbracht. Dies entspricht einer Zunahme von 5,1 % gegenüber 2011. Insgesamt erbringen die Sozialhilfeträger damit fast 50 % aller Leistungen für Rehabilitation und Teilhabe. Ein vergleichsweise signifikanter Rückgang ist im Bereich der Leistungen für Teilhabe am Arbeitsleben ersichtlich. Hier betrugen die Aufwendungen 2011 noch 219 Mio. Euro, im Jahr 2012 dagegen 39 Mio. Euro (-82,2 %). Die Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft bilden im Bereich der Sozialhilfe den größten Anteil mit 64 % bzw. 9,6 Mrd. Euro.


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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Reha-Info - Beilage in der Zeitschrift Die Rehabilitation
Homepage: https://www.bar-frankfurt.de/publikationen/reha-info/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0103/1007x12


Informationsstand: 09.03.2015

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