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Bibliographische Angaben zur Publikation

Statistik der Ausgaben für Rehabilitation und Teilhabe 2005-2007


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR)


Quelle:

Reha-Info, 2008, Nummer 3, Seite 21-24, Frankfurt am Main: Eigenverlag


Jahr:

2008



Abstract:


Einführung:

Im Jahr 2007 haben die Sozialleistungsträger insgesamt 25,3 Milliarden Euro für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ausgegeben. In absoluten Zahlen haben sie 2007 etwa 180 Millionen Euro mehr ausgegeben als 2006. Damit zeigen die Ausgaben 2007 mit 0,7 Prozent erneut einen leichten Anstieg (2006: + 0,2 Prozent), nachdem sie im Jahr 2005 mit 2,2 Prozent deutlich zurückgegangen waren.

Krankenversicherung:

Nach einem Rückgang der Ausgaben für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation der gesetzlichen Krankenversicherung um 2,1 Prozent im Jahr 2006 ist für 2007 wiederum mit 5,2 Prozent ein deutlicher Anstieg der Ausgaben zu verzeichnen.

Vergleicht man die einzelnen Leistungsbereiche, so lassen sich bestimmte Tendenzen aufzeigen. Im Jahr 2007 sind die Ausgaben für Anschlussrehabilitation gegenüber 2006 um 3,9 Prozent angestiegen, nachdem diese in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben waren. Nachdem bei den übrigen stationären Leistungen in den vergangenen Jahren ein kontinuierlicher Rückgang der Ausgaben (2004: -11 Prozent; 2005: -5 Prozent; 2006: -7 Prozent) zu verzeichnen war, sind diese im Jahr 2007 mit fast 3 Prozent leicht angestiegen.

Nach dem deutlichen Rückgang der Ausgaben bei der Rehabilitation für Mütter und Väter 2006 mit 37 Prozent, sind diese 2007 mit 5 Prozent wieder leicht angestiegen. Seit 2004 ist ein kontinuierlicher Anstieg der Ausgaben für die ambulante Rehabilitation mit je circa 10 Prozent zu verzeichnen. Im Jahr 2007 sind diese sogar um 14,5 Prozent angestiegen.

Eine uneinheitliche Tendenz zeigen die Ausgaben für den Rehabilitationssport und das Funktionstraining. Nachdem die Ausgaben 2004 um mehr als 14 Prozent (2005: + 7 Prozent) gestiegen waren, sind die Ausgaben 2006 dagegen wieder um 8 Prozent gesunken. Im Jahr 2007 war ein erneuter Anstieg der Ausgaben um mehr als 9 Prozent zu erkennen.

Auch bei den sonstigen Ausgaben für ergänzende Leistungen nach § 43 SGB V war in den letzten Jahren ein Rückgang der Ausgaben zwischen 5 Prozent und 14 Prozent zu verzeichnen. Diese sind im Jahr 2006 ebenfalls um 8,3 Prozent angestiegen. Hierzu zählen Leistungen, die dazu beitragen sollen, das Rehabilitationsziel zu erreichen oder zu sichern, sowie wirksame und effiziente Patientenschulungsmaßnahmen für chronisch Kranke.

Die Aufwendungen für Leistungen in sozialpädiatrischen Zentren sind in den letzten Jahren kontinuierlich und in den Jahren 2006 und 2007 jeweils um gut 11 Prozent gestiegen. Auch wenn die Leistungen in Frühförderstellen bei den Gesamtausgaben zur medizinischen Rehabilitation kaum ins Gewicht fallen, ist doch ebenfalls ein kontinuierlicher Anstieg in den letzten Jahren zu beobachten (2007: + 64,3 Prozent).

Von den Gesamtausgaben für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation entfallen 86 Prozent der Ausgaben auf Rehabilitationsleistungen im engeren Sinne, wie Anschlussrehabilitation, stationäre Rehabilitation, Rehabilitation für Mütter und Väter sowie ambulante Rehabilitation, und 14 Prozent auf die sonstigen Leistungen.

Darüber hinaus erbringen die Krankenkassen auch rehabilitative Leistungen im Rahmen der Heil- und Hilfsmittelversorgung, die jedoch in der Statistik nicht im Einzelnen ausgewiesen sind.

Rentenversicherung:

Nach Ausgaberückgängen bei der Deutschen Rentenversicherung in den Jahren 2004 bis 2006 ist im Jahr 2007 erstmals wieder ein Ausgabeanstieg von fast 3 Prozent zu verzeichnen. Während bei den Ausgaben für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation die Ausgaben um 5,8 Prozent gestiegen sind, liegt bei den Ausgaben zur Teilhabe am Arbeitsleben wiederum ein Rückgang von mehr als 3 Prozent vor (2005: - 4 Prozent, 2006: - 11 Prozent). Damit verdeutlicht sich bei den Leistungen zur Teilhabe nach teilweise zweistelligen Steigerungsraten der letzten Jahre die Kehrtwendung ab 2005.

Bei den Leistungen zur Teilhabe entfielen 63 Prozent der Ausgaben auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, 22 Prozent auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, 5 Prozent auf Sozialversicherungsbeiträge sowie fast 10 Prozent auf sonstige Leistungen nach § 31 SGB VI.

Wie im Jahr 2006 lag der Hauptanteil der Ausgaben bei den Leistungen zur medizinischen Rehabilitation mit 79 Prozent bei den stationären Leistungen. Dagegen entfielen auf ambulante Leistungen nur knapp 5 Prozent der Ausgaben. 13 Prozent der Ausgaben wurden für die Zahlung von Übergangsgeld verwandt und 3 Prozent wurden für sonstige ergänzende Leistungen gezahlt.

Bei den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben entfielen nur 13 Prozent der Ausgaben auf stationäre Leistungen, dagegen 33 Prozent auf ambulante Leistungen. Auf Leistungen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes entfielen 12 Prozent der Ausgaben. Der Hauptanteil der Ausgaben von 36 Prozent wurde für die Zahlung von Übergangsgeld verwandt. Für spezielle Aufgaben der Teilhabe am Arbeitsleben (insbesondere Abklärung der beruflichen Eignung oder Arbeitserprobung) wurden 2 Prozent gezahlt und für sonstige ergänzende Leistungen wurden 5 Prozent der Ausgaben bereitgestellt.

Getrennt hiervon werden zusätzlich die Sozialversicherungsbeiträge (2007: - 5 Prozent) sowie die sonstigen Leistungen nach § 31 SGB VI (2007: + 3 Prozent) erfasst. Hierzu zählen unter anderem nachgehende Leistungen zur Sicherung des Rehabilitationserfolges, Nach- und Festigungskuren wegen Geschwulsterkrankungen oder stationäre Heilbehandlungen für Kinder.

Alterssicherung der Landwirte:

Getrennt von der Statistik der Deutschen Rentenversicherung werden die Ausgaben für Landwirte zur Teilhabe durch die Landwirtschaftlichen Alterskassen erfasst. Diese Ausgaben sind in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen, in 2006 um fast 9 Prozent gegenüber 2005 und im Jahr 2007 um fast 3 Prozent.

Unfallversicherung:

Bei den Trägern der Unfallversicherung sind die Ausgaben für Heilbehandlungen und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach einem Anstieg 2006 um über 1 Prozent gegenüber 2005 mit 0,5 Prozent wieder leicht zurückgegangen. Von den insgesamt 3,4 Milliarden Euro entfielen 95 Prozent auf die Heilbehandlungen einschließlich medizinischer Rehabilitationsleistungen, die jedoch nicht im Einzelnen ausgewiesen werden. Hierunter werden die Ausgaben für ambulante Heilbehandlungen und Zahnersatz mit einem Anteil von 36 Prozent, stationäre Behandlung und häusliche Krankenpflege mit einem Anteil von 30 Prozent, Verletztengeld und besondere Unterstützung mit einem Anteil von 16 Prozent sowie sonstige Heilbehandlungskosten und ergänzende Leistungen zur Heilbehandlung mit einem Anteil von 19 Prozent zusammengefasst. Die Ausgaben für Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft machen 5 Prozent der sonstigen Heilbehandlungen aus.

Bei den Aufwendungen für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben entfielen 45 Prozent auf Sachleistungen und weitere 36 Prozent auf Übergangsgeld einschließlich Sozialversicherungsbeiträge. Die übrigen Ausgaben (19 Prozent) verteilten sich auf Barleistungen, Reisekosten, Haushaltshilfe, Betriebshilfe sowie sonstige ergänzende Leistungen und Übergansleistungen.

Bundesagentur für Arbeit:

Nach den Jahresendergebnissen der Bundesagentur für Arbeit (BA) sanken die Aufwendungen für den Bereich der beruflichen Eingliederung von behinderten Menschen im Jahr 2007 erneut um 5,6 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro (2005: - 10 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro; 2006: - 13 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro). In den vorangegangenen Jahren wiesen die Ausgaben noch Steigerungsraten zwischen 5 Prozent und 7 Prozent auf. Die Bundesagentur für Arbeit unterscheidet in ihrer Statistik zwischen Pflicht- und Ermessensleistungen, wobei der weitaus überwiegende Teil der Aufwendungen (insgesamt 97 Prozent) für die Pflichtleistungen bereitgestellt wurde. Die Ermessensleistungen wurden in den vergangenen Jahren deutlich reduziert (2005: - 59 Prozent; 2006: - 50 Prozent; 2007: - 26 Prozent).

Pflichtleistungen umfassen unter anderem Übergangsgeld, Ausbildungsgeld, Ausbildungsbeihilfe, Teilnahmekosten für Maßnahmen (zum Beispiel in Berufsbildungswerken, Berufsförderungswerken oder Werkstätten für behinderte Menschen), sonstige Hilfen (Kraftfahrzeughilfe, Verdienstausfall, Hilfsmittel, technische Arbeitshilfen, Wohnkosten, sonstige Hilfsmittel) sowie Darlehen für sonstige Hilfen.

Zu den Ermessensleistungen zählen unter anderem Unterhaltsgeld und Teil-Unterhaltsgeld, Förderung benachteiligter behinderter Auszubildender (zum Beispiel ausbildungsbegleitende Hilfen oder Berufsausbildung in überbetrieblichen Ausbildungen), Zuschüsse zu den Kosten der beruflichen Wiedereingliederung (zum Beispiel Lehrgangskosten oder Zuschüsse zu Trainingsmaßnahmen), Zuschüsse an Arbeitgeber (zum Beispiel Zuschüsse bei betrieblicher Ausbildung, Arbeitshilfen oder Probebeschäftigung), sonstige allgemeine Kosten (zum Beispiel Bewerbungskosten, Reisekosten oder sonstige Beihilfen) sowie Darlehen für Mobilitätshilfen (Übergangs- und Umzugskostenbeihilfen). Darüber hinaus zahlt die Bundesagentur für Arbeit Zuschüsse zur Förderung der Eingliederung besonders betroffener schwer behinderter Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Diese Ausgaben betrugen im Jahr 2007 117 Millionen Euro (2006: 136 Millionen Euro; 2005: 159 Millionen Euro).

Integrationsämter:

Die Gesamtausgaben lagen damit fast 11 Prozent unter den Vorjahresausgaben. Im Vergleich zum Jahr 2005 (461 Millionen Euro) mussten die Ausgaben sogar fast um ein Viertel reduziert werden.

Der Hauptanteil dieser Mittel entfiel auf die Begleitende Hilfe im Arbeitsleben, die 2007 um 6 Prozent gegenüber 2006 zurückgegangen ist und mit einem Anteil von 80 Prozent vier Fünftel der Ausgaben der Integrationsämter ausmachte. 24 Millionen Euro davon gingen direkt an schwerbehinderte Menschen, 145 Millionen Euro an Arbeitgeber schwerbehinderter Menschen, 47 Millionen Euro an Integrationsprojekte und 64 Millionen Euro an freie Träger der Integrationsfachdienste. Die Statistik zeigt, dass über die Hälfte der Mittel aus der Ausgleichsabgabe direkt als finanzielle Leistungen an die Arbeitgeber zurückfließen, die ihrer Beschäftigungspflicht nachkommen.

Die restlichen 20 Prozent der Ausgaben der Integrationsämter verteilen sich auf die Förderung von Arbeitsmarktprogrammen, die 2007 jedoch gegenüber 2006 rückläufig waren (- 27 Prozent), sowie auf Ausgaben für sonstige Leistungen wie die institutionelle Förderung, Bildung und Information, Forschungs- und Modellvorhaben, die 2007 um 25 Prozent zurückgegangen sind. Mit 51 Millionen Euro entfallen 85 Prozent der sonstigen Ausgaben auf die institutionelle Förderung insbesondere von Werkstätten und Wohnstätten für behinderte Menschen.

Eingliederungshilfe:

Nach der Sozialhilfestatistik des Statistischen Bundesamtes wurden im Rahmen der Eingliederungshilfe der Sozialhilfeträger im Jahr 2007 Ausgaben in Höhe von 11,9 Milliarden Euro erbracht. Dies entspricht einer Zunahme von fast 1 Prozent gegenüber 2006, nachdem diese im vorangegangenen Jahr noch um fast 5 Prozent angestiegen waren.

Bedingt durch das Nachrangigkeitsprinzip bei Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben machen diese Leistungen mit einem Anteil von 0,5 Prozent beziehungsweise 1,6 Prozent nur einen Bruchteil der Ausgaben der Eingliederungshilfe aus. Neben dem Rückgang der Ausgaben für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation mit 18 Prozent, ist auch bei den Leistungen zur Teilhabe ein Rückgang von 20 Prozent im Jahr 2007 zu verzeichnen.

Bei den Ausgaben der Eingliederungshilfe sind die anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) mit einem Anteil von 27 Prozent beteiligt. Nach einem Rückgang in den Ausgaben 2005 um 4,6 Prozent stiegen diese 2006 mit 0,4 Prozent wieder leicht an. Im Jahr 2007 ist erneut ein Rückgang um 3,8 Prozent zu verzeichnen.

Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft nach § 55 SGB IX machen einen Anteil von 58 Prozent der Gesamtaushaben für Eingliederungshilfe aus. Hierunter sind die größten Ausgabeposten die heilpädagogischen Leistungen für Kinder mit 903 Millionen Euro (2007: 13 Prozent) sowie die Hilfen zu selbstbestimmtem Leben in betreuten Wohnmöglichkeiten mit 5.517 Millionen Euro (2007: 80 Prozent).

Die Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft nach § 55 SGB IX sind im Jahr 2006 bereits um 29 Prozent und 2007 um nochmals 4,5 Prozent angestiegen. Den höchsten Anstieg verzeichneten darunter Hilfsmittel - ohne Hilfsmittel nach den §§ 26, 31, 33 SGB IX mit 65 Prozent im Jahr 2007. Die Hilfen bei der Beschaffung, Ausstattung und Erhaltung einer Wohnung wurden 2007 mit 48 Prozent deutlich reduziert. Diese machen jedoch jeweils nur 0,1 Prozent der Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft nach § 55 SGB IX aus.

In § 54 SGB XII sind weitere Leistungen der Eingliederungshilfe aufgeführt, die nicht in § 55 SGB IX aufgenommen worden sind. Hierzu zählen Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung, Hilfe zur schulischen Ausbildung für einen angemessenen Beruf, Hilfe zur Ausbildung für eine sonstige angemessene Tätigkeit, Hilfe in vergleichbaren sonstigen Beschäftigungsstätten sowie nachgehende Hilfe zur Sicherung der Wirksamkeit der ärztlichen und ärztlich verordneten Leistungen und zur Sicherung der Teilhabe des behinderten Menschen am Arbeitsleben. Die Ausgaben für diese Leistungen erreichen mit 894 Millionen Euro einen Anteil von 8 Prozent an den Gesamtausgaben der Eingliederungshilfe. Davon entfallen allein 842 Millionen Euro auf die Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung.

Darüber hinaus werden in einer Restkategorie Ausgaben für sonstige Leistungen der Eingliederungshilfe in Höhe von 708 Millionen Euro aufgeführt, die nicht eindeutig den oben genannten Hilfearten zuzuordnen sind. Diese Ausgaben machen 6 Prozent der Gesamtausgaben der Eingliederungshilfe im Jahr 2007 aus. 2005 betrug ihr Anteil an den Gesamtausgaben noch 15 Prozent.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Reha-Info - Beilage in der Zeitschrift Die Rehabilitation
Homepage: https://www.bar-frankfurt.de/publikationen/reha-info/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0103/1007x05


Informationsstand: 10.02.2009

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