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Bibliographische Angaben zur Publikation

Multiple Sklerose und ihre Auswirkung auf die Arbeit

Leistungsvermögen noch über viele Jahre möglich



Autor/in:

Seidel, Rainer


Herausgeber/in:

Sozialverband VdK Deutschland e.V.


Quelle:

Sozialrecht und Praxis, 2001, 11. Jahrgang (Heft 4), Seite 238-244, Bonn: Eigenverlag, ISSN: 0939-401


Jahr:

2001



Abstract:


Multiple Sklerose (MS) ist eine Krankheit, die sehr viele Bereiche des menschlichen Körpers betreffen kann. So sind Sehstörungen, Sensibilitätsstörungen, Koordinationsstörungen, spastische Lähmungen, Blasen- und Darmstörungen sowie psychische Probleme möglich.

Deshalb gilt es, den Arbeitsplatz an die bestehende(n) Störung( en) anzupassen, um die Arbeitsfähigkeit des Betroffenen möglichst lange zu erhalten. Dazu erfolgt zunächst eine Analyse der Fähigkeiten des an MS erkrankten Menschen sowie eine Überprüfung des Arbeitsplatzes durch einen Ingenieur, der anschließend Umgestaltungsmaßnahmen und Empfehlungen zur Anschaffung von Hilfsmitteln initiieren kann.

Leider reichen diese Maßnahmen zur behinderungsgerechten Gestaltung in vielen Fällen nicht aus, um eine Weiterbeschäftigung zu ermöglichen. Der MS-kranke Mitarbeiter kann aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage sein, die geforderte Leistung zu erbringen. Nach § 6 SchwbG gehören MS-Kranke mit spastischen Lähmungen oder Blasen- und Darmstörungen zu dem Personenkreis, der 'durch Art und Schwere seiner Behinderung besonders betroffen' ist. Deshalb ist es auch Aufgabe des beratenden Ingenieurs, den Umfang der Minderleistung zu prüfen und anhand der Richtlinien zu § 27 SchwbAV der Verwaltung einen Vorschlag zu unterbreiten, in welcher Höhe ein Zuschuss als Minderleistungsausgleich gewährt werden soll.

Ist durch die MS-Erkrankung eine Berentung absehbar, sollte zunächst die verbleibende Leistungsfähigkeit des betroffenen Mitarbeiters ermittelt werden. Falls täglich noch zwischen 3 und 6 Stunden Arbeit möglich sind, besteht Anspruch auf eine Teilzeitrente; sind täglich weniger als 3 Stunden Arbeit möglich, kann die volle Berufsunfähigkeitsrente beantragt werden. Eine Besitzstandswahrung ist für erkrankte Personen am ehesten möglich, wenn Rente und Teilzeitarbeit kombiniert werden kann. Rentenansprüche ergeben sich aus den § 15 Absatz 3 und § 26 Absatz 1 der SchwbAV und § 9 Absatz 2 SchwbG.

Um die Arbeitsfähigkeit eines an MS erkrankten Mitarbeiters möglichst lange zu erhalten, sind eventuell auch Anpassungen im außerbetrieblichen Bereich notwendig. Dazu können Maßnahmen zur Erreichung des Arbeitsplatzes gehören, wie zum Beispiel eine behindertengerechte Ausstattung des Autos, die barrierefreie Gestaltung von Gebäuden sowie die persönliche Betreuung der betroffenen Personen gehören.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Sozialrecht + Praxis - Fachzeitschrift für Sozialpolitiker und Schwerbehindertenvertreter
Homepage: https://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/6320/sozialrecht...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0102/0085


Informationsstand: 31.07.2015

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