Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Fünfundzwanzig Jahre Nierenersatztherapie im Kindes- und Jugendlichenalter

Ein Erfolg der somatischen und psychosozialen Rehabilitation



Autor/in:

Bulla, Monika; Rosenkranz, J.


Herausgeber/in:

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV); Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV)


Quelle:

Versicherungsmedizin, 1996, 48. Jahrgang (Heft 3), Seite 85-88, Karlsruhe: Verlag Versicherungswirtschaft, ISSN: 0933-4548


Jahr:

1996



Abstract:


Ende der 60er Jahre wurde mit der Nierenersatztherapie bei terminal niereninsuffizienten Kindern und Jugendlichen weltweit begonnen. Die anfänglich hohe Mortalität und großen medizinischen Probleme ließen an einem langfristigen Überleben mit zufriedenstellender somatischer und psychosozialer Rehabilitation dieser Patienten zweifeln.

Jedoch mithilfe verbesserter medizinisch-technischer Möglichkeiten in Dialysetherapie und Nierentransplantation sowie bedarfsadaptierter Stoffwechselbeeinflussung ist es bei diesen Kindern und Jugendlichen nunmehr gelungen, die 5-Jahre-Langzeitüberlebensrate auf über 90 Prozent zu steigern und die körperliche Entwicklung auf untere Normwerte zu stabilisieren. Zeitgleich mit diesen Erfolgen in der somatischen Rehabilitation konnten auch große Fortschritte in der psychosozialen Entwicklung beobachtet werden.

Während anfangs nur 29 Prozent der dialysierten und 51 Prozent der nierentransplantierten Kinder und Jugendlichen regelmäßig zur Schule gingen, besuchen heute 80 Prozent voll die Schule und 65 Prozent erreichen einen validen Schulabschluss. Eine Analyse der psychosozialen Rehabilitation von 617 langzeitüberlebenden Adoleszenten und jungen Erwachsenen in Europa, welche vor dem 25. Lebensjahr mit der Nierenersatztherapie begannen und 276 schulpflichtigen niereninsuffizienten Jugendlichen in Deutschland zeigt, dass nach erfolgreichem Schulabschluss über 30 Prozent eine Berufsausbildung beginnen und 11-17 Prozent die Universität besuchen. Nach Ausbildungsabschluss gehen über 40-65 Prozent einer Beschäftigung nach.

Arbeitslosigkeit ist ein schwerwiegendes Problem für die jugendlichen Dialysepatienten. Kongruent verläuft auch die Selbstständigkeitsentwicklung: ca 20 Prozent haben einen eigenen Haushalt gegründet, 28 Prozent leben in einer Partnerschaft, 8 Prozent haben eigene Kinder.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Twentyfive years of renal replacement therapy for children and adolescents


Abstract:


In the late sixties, renal replacement therapy (RRT) was started in terminal renal insufficient children and adolescents. The high mortality rate and extreme therapeutic difficulties gave doubts to the possibility of longterm survival as well as somatic and psychosocial rehabilitation in these patients. But now a days due to improvements in medical and technical possibilities of dialysis and kidney transplantation as well as to individually adapted treatment of the metabolic problems 5-years survival rate is more than 90%, body growth and development is in the lower normal range.

Successful psychosocial rehabilitation despite RRT has also improved over time. In the beginning only 29% dialysed patients and 51% transplanted children attended school and 65% completed school. A recent analysis of educational status employment rate and social situation in 617 patients between 20 and 35 Year of age who started RRT as children in Europe and 276 terminal renal insufficient adolescents in Germany, gave following results; one third went to vocational training, 11 - 17% attended university.

Thereafter 40 - 65% of all patients were employed. Unemployement was a big problem in dialysed adolescents and young adults. With increasing age the patients gained independence in their life stile. About 20% lived in their own houses, 28% were either married, divorced or widowed. 8% had children of their own.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Menschen mit Nierenerkrankung am Arbeitsplatz | REHADAT-Gute Praxis




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Versicherungsmedizin
Homepage: https://www.vvw.de/index.php?parent=260&idcat=266&namesub=Ze...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0083/1483


Informationsstand: 15.07.1996

in Literatur blättern