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Bibliographische Angaben zur Publikation

Haare ab - Beruf weg?


Autor/in:

Schwalfenberg, Anja


Herausgeber/in:

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB)


Quelle:

Allergie konkret, 2005, 15. Jahrgang (Heft 1), Seite 18-23, Mönchengladbach: Eigenverlag, ISSN: 0344-1237


Jahr:

2005



Abstract:


Immer noch brechen zu viele junge Leute ihre Friseurlehre ab, weil sie plötzlich an einer Berufskrankheit leiden. Dabei hätten geeignete Schutzmaßnahmen das Risiko minimiert.

Beschäftigte im Friseurhandwerk können mit vielen Irritanzien und Allergenen in Kontakt kommen. Das Auftreten eines allergischen Kontaktekzems (Spättypreaktion nach ein bis drei Tagen) hängt vom individuellen Allergenkontakt, der Allergieneigung und der Vorschädigung der Haut ab. Durch häufige Nassarbeiten kann der Säureschutzmantel der Haut stark geschädigt werden. Fortdauerndes Einwirken irritierender Stoffe bewirkt die Schädigung tieferer Hautschichten. Sensibilisierende Arbeitsstoffe können dadurch noch tiefer in die Haut eindringen.

Nach erfolgter Sensibilisierung und erneutem Kontakt kann dann eine Abwehrreaktion in Form eines akuten Krankheitsbildes auftreten. Nach weiteren Kontakten mit dem Allergen kann es auch zu Streureaktionen an anderen Hautstellen kommen. Außerdem muss die Möglichkeit einer Einwirkung von Allergenen über die Luft in Betracht gezogen werden, da Kontaktallergene auch als Staub, Dampf, Gas oder Tröpfchen-Aerosol auf die Haut einwirken können.

Unter den beruflich bedingten Hauterkrankungen nehmen die anerkannten Fälle von Berufskrankheiten im Friseurberuf eine Spitzenstellung ein. Durch den Einsatz vielfältiger Präventionsmaßnahmen der letzten Jahre konnte die Zahl der Erkrankten allerdings erheblich verringert werden. Trotzdem bleiben Allergien und Ekzeme das Berufsrisiko Nummer eins im Friseursalon.

Die Berufsgenossenschaften bieten inzwischen für kritische Berufe verstärkt Schulungs- und Beratungsangebote an, so dass heute viele Erkrankte in ihrem Beruf bleiben können. Dazu gehören: Schutzpläne für Haut- und Atemwege, Forschung im Bereich Produktsicherheit, medizinische Eingangsberatungen für Auszubildende, Einbindung des Gesundheitsschutzes in die Aus- und Weiterbildung.

Um die Belastungen durch häufige Nassarbeiten so gering wie möglich zu halten, ist ein ständiger Wechsel von Feuchtarbeit mit so genannten 'trockenen' Arbeiten vorgesehen. Das Tragen von Schutzhandschuhen sollte inzwischen selbstverständlich sein, obgleich Irritationen der Haut auch durch häufiges Tragen von Handschuhen auftreten können.

Im Friseurhandwerk treten auch Atemwegserkrankungen auf, deren Zahl aber wesentlich geringer ist, als die der Hauterkrankungen. Die Beschwerden reichen von gereizten Schleimhäuten, Fließschnupfen, Husten bis hin zum Asthma bronchiale.

Obwohl in den zurückliegenden Jahren große Fortschritte bei der Eindämmung der Erkrankungen im Friseurhandwerk gemacht wurden, werden die Technischen Regeln für Gefahrstoffe im Friseurhandwerk immer noch nicht überall richtig umgesetzt. Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind bisher nicht vorgeschrieben. In der Zukunft muss weiterhin daran gearbeitet werden, die Beschäftigten und die Arbeitgeber ausreichend für das wichtige Thema Haut- und Atemwegserkrankungen im Friseurhandwerk zu sensibilisieren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


ALLERGIE konkret
Homepage: https://www.daab.de/allergie-konkret/allergiekonkret-32011/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0081/0019


Informationsstand: 25.04.2005

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