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Bibliographische Angaben zur Publikation

Barriere Ungleichbehandlung: Keine Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung für Menschen mit Lernbehinderungen?


Autor/in:

Kalbhenn, Hans-Georg


Herausgeber/in:

LERNEN FÖRDERN - Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Lernbehinderungen e.V.


Quelle:

Lernen fördern, 2007, 27. Jahrgang (Heft 1), Seite 16, Stuttgart: Eigenverlag, ISSN: 0720-8316


Jahr:

2007



Abstract:


Franz Müntefering betonte anlässlich des Festaktes in Berlin zur Verabschiedung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes 2006, dass dieses den Alltag von behinderten Menschen erleichtere. Sowohl Teile der Wirtschaft als auch der Versicherungsgesellschaften haben sich lange dagegen ausgesprochen. Die Versicherungsgesellschaften sollen mit dem Gesetz gezwungen werden, ihre Ungleichbehandlung von Menschen mit und ohne Behinderung aufzugeben.

Das Beispiel von Michael R. soll die Praktiken der Versicherer verdeutlichen. Michael R. ist 21 Jahre alt und Auszubildender im Garten- und Landschaftsbau. Sein Vater kümmerte sich um eine Berufs- und Erwerbsfähigkeitsversicherung und erkundigte sich bei unterschiedlichen Versicherungsgesellschaften. Er gab wahrheitsgemäß an, dass Michael eine Schule für Menschen mit Lernbehinderung besucht hatte. Die Versicherungen stufen die Lernbehinderung als psychische Erkrankung ein. Sie lehnten ihn ab oder forderten enorme Risikozuschläge woraufhin Michael unversichert blieb.

Früher gab es in der gesetzlichen Rentenversicherung die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Sie wurde abgeschafft und an ihrer Stelle eine private Berufsunfähigkeits-/ Erwerbsunfähigkeits-Versicherung empfohlen. Der Bund der Versicherten setzt sich dafür ein, dass die Versicherer bezüglich der Versicherungsnehmer nicht diskriminieren dürfen. Der Gesamtverband der deutschen Versicherer bestätigt, dass Anträge, die von Versicherern abgelehnt wurden, in einer zentralen Wagnisdatei geführt werden. Die Verbraucherzentrale rät deshalb bei einem Antrag nicht mehrere Versicherer zugleich anzuschreiben und eine anonymisierte Anfrage durchzuführen.

Früher gab es nur die Hürde bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeits-/Erwerbsunfähigkeits-Rente. Lehnte die LVA/BfA diese ab, blieb der Weg zum Gericht. Nun gibt es mehrere Hürden. Der Versicherungsnehmer muss Geld für die Zusatzversicherung übrig haben und einen Versicherer finden, der im Berufsunfähigkeits-/Erwerbsunfähigkeits-Fall zahlt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


LERNEN FÖRDERN
Homepage: https://lernen-foerdern.de/publikationen/zeitschrift/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0077/6172


Informationsstand: 15.06.2007

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