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Bibliographische Angaben zur Publikation

Aus dem Blickwinkel der Wissenschaft: Sozialstaatssysteme Europas und ihre gesellschaftliche Eingliederung behinderter Menschen

Teil 1



Autor/in:

Bach, Heinz Willi


Herausgeber/in:

Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS); Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista)


Quelle:

horus, 2007, 69. Jahrgang (Heft 1), Seite 5-10, Marburg: DVBS, ISSN: 0724-7389


Jahr:

2007



Abstract:


Der Artikel enthält den ersten Teil eines Vortrags anlässlich der 90-Jahr-Feier der Deutschen Blindenstudienanstalt und des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. in Marburg an der Lahn.

Thema des Vortrags sind die Sozialstaatssysteme Europas und ihre gesellschaftliche Eingliederung behinderter Menschen. Grundlage ist die Typologie moderner Wohlfahrtsstaaten von Gosta Esping-Andersen. Er unterscheidet drei Typen moderner Wohlfahrtsstaaten: ein liberales oder angelsächsisches Regime, ein konservatives oder kontinentaleuropäisches Sozialregime und ein sozialdemokratisches Regime, das man vor allem in den skandinavischen Ländern findet.

Dieser Ansatz wird heute auf die Situation von Menschen mit Behinderung und ihrer Stellung in der Gesellschaft angewandt.

Untersucht wurden die Staaten Großbritannien, Deutschland und Schweden, wobei man sich auf drei Fragestellungen konzentrierte:
1. Überblick über staatliche Rehabilitations- und Sozialleistungen allgemein,
2. die berufliche Rehabilitation und Integration in Arbeit und Beruf, das heißt Teilhabe am Erwerbsleben für sehgeschädigte Menschen,
3. die speziellen blindheits- oder sehbehinderungsbedingten Nachteilsausgleiche (zum Beispiel Blindenrechte, Behindertenkompensationen).

Die Ergebnisse sind nachfolgend dargestellt.

Für sozialpolitische Regimes in Bezug auf Menschen mit erheblicher Sehschädigung gilt, dass die grundlegenden Rehabilitations- und sozialpolitischen Leistungen umfangreicher und grundsätzlich vergleichbar sind, unabhängig der verschiedenen Sozialregimes. Dennoch unterscheiden sie sich durchaus in der konkreten Ausformung. Im Hinblick auf Qualität sind für alle Länder hochwertige Leistungen aber auch Schwachpunkte zu vermerken.

In Bezug auf berufliche Rehabilitation und Teilhabe am Erwerbsleben gilt für die Sozialstaatsregimes, dass die Berufsmöglichkeiten für sehgeschädigte Menschen positiv beurteilt werden können, da sich in den letzten dreißig Jahren in allen Ländern die Zahl der Berufe deutlich erhöht hat und außerdem die Tendenz zu höheren Qualifikationen besteht.

In den empirischen Arbeitsmarktbefunden zeigt sich, dass der Erfolg am allgemeinen Arbeitsmarkt in den verschiedenen Sozialregimes sehr unterschiedlich ist. 2004 lag die Arbeitslosenquote in Schweden bei etwa 6 Prozent, in Großbritannien unter fünf Prozent und in Deutschland bei 9,5 Prozent, Österreich wies 4,5 Prozent auf.

Bei Betrachtung der effektiven Erwerbsquote werden weitere Unterschiede hinsichtlich des Umfangs der Arbeit, der erwerbsfähigen Menschen nachgehen, deutlich. Die Erwerbsbeteiligung der sehgeschädigten Menschen erreicht in allen Ländern nur etwa die Hälfte oder ein Drittel derjenigen der allgemeinen Bevölkerung.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Teil 2 des Artikels | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


horus - Marburger Beiträge
Homepage: https://www.dvbs-online.de/index.php/publikationen/horus

Die Fachzeitschrift erscheint viermal jährlich in Schwarzschrift, Blindenschrift und als 'horus digital' auf CD.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0073/6080A


Informationsstand: 01.06.2007

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