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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das Adenokarzinom der Nase als Berufskrankheit - BK 4203

Ist die Beschränkung auf Eichen- und Buchenholzstaub als verursachendes Prinzip berechtigt?



Autor/in:

Brüske-Hohlfeld, I.; Scherb, H.; Weigelt, E.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 1992, Band 42 (Heft 7), Seite 258-264, Heidelberg: Haefner, ISSN: 0944-2502 (Print); 2198-0713 (Online)


Jahr:

1992



Link(s):


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Abstract:


1983 stufte die MAK-Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft Holzstaub als III B-Stoff ein, das heißt als einen Stoff mit begründetem Verdacht auf eine krebserzeugende Wirkung. 1985 wurden Eichen- und Buchenholzstäube in die Kategorie III A1 - aufgenommen (Stoffe, die beim Menschen erfahrungsgemäß bösartige Geschwülste verursachen), während die übrigen Holzarten in der Kategorie III B verblieben. Begründet wird diese Sonderstellung von Eichen- und Buchenholzstäuben unter anderem mit den Ergebnissen der Studie der Holz-Berufsgenossenschaft (BG) (DFG 1985).

Diese Einschätzung wird aus folgenden Gründen für nicht gerechtfertigt gehalten:
1) Bei der Studie der Holz BG handelt es sich um eine empirisch-kasuistische Studie, also um eine Fallsammlung, die als solche keine quantitative Aussage zum Risiko einer Erkrankung machen kann.
2) Aus der festgestellten 'gewissen Überhäufigkeit' von Patienten mit einem Adenokarzinom der Nase, die in der Vergangenheit beruflich holzstaubexponiert waren, können auf Grund des eingebauten systematischen Fehlers bei der Datenerhebung keine Schlüsse gezogen werden.
3) Die Mehrzahl der Patienten mit einem Adenokarzinom der Nase hatte in der Vergangenheit eine gemischte Holzstaubbelastung.

Unter fairen Vergleichsbedingungen zeigt sich, dass ungefähr gleich viele Mannjahre mit überwiegender Weichholz- beziehungsweise überwiegender Hartholzbearbeitung verbracht wurden. Die Odds ratio war für beide Holzarten gleichermaßen erhöht. Unter dieser Voraussetzung ist nicht einzusehen, warum Eichen- und Buchenholz eine Sonderstellung bezüglich der Kanzerogenität einnehmen sollen.

Die Beobachtungen, dass Erkrankte teilweise seltene Berufe aus dem Hartholzbereich innehatten wie Küfer, Stellmacher und Parkettleger, mag seine Erklärung darin haben, dass sich in den letzten 40 Jahren das typische Berufsbild innerhalb der Holzwirtschaft gewandelt hat und ein heute seltener Beruf zurzeit der relevanten Holzstaubexposition durchaus häufig war.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
Homepage: https://link.springer.com/journal/40664

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0064/0030


Informationsstand: 01.09.1992

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