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Bibliographische Angaben zur Publikation

Stellungnahme zur Früherkennung und Frühförderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder

Weiterentwicklung durch das Neunte Sozialgesetzbuch - SGB IX



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 2011, 50. Jahrgang (Heft 2), Seite 128-132, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

2011



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Abstract:


Der Artikel thematisiert die Früherkennung und Frühförderung von behinderten und von Behinderung bedrohter Kinder, die im SGB IX weiterentwickelt wurden. Die Leistungen wurden am 01.07. im Jahr 2001 zu einer Komplexleistung zusammengefasst und eindeutig der medizinische Rehabilitation zugeordnet. Diese Ausgestaltung des Rechtsanspruchs auf interdisziplinäre Früherkennung und Frühförderung als Teilhabe-Komplexleistung entspricht dem allgemeinen Paradigmenwechsel für das Handeln aller Verantwortlichen im Leistungsgeschehen für Menschen mit Behinderungen und Behinderungsrisiken.

Vor dem 01.07.2011 war der Anspruch auf heilpädagogische Maßnahmen zur Frühförderung von Lindern eine Leistung der Eingliederungshilfe. Der Gesetzgeber hatte aber keine Früherkennung und Frühförderung von Kindern mit Behinderungsrisiken oder Behinderung keiner dieser Leistungen zweifelsfrei zu geordnet.

Seit dem Inkrafttreten des SGB IX musste die Komlexleistung unter einem eigenständigen und bundesweit einheitlichen Frühförderbegriff angeboten werden. Hierbei sollte das Versorgungsstrukturrecht des SGB IX gelten Es wurde jedoch schnell deutlich, dass die Neuregelung in einigen Bundesländern anders interpretiert wurde und nicht im sinne des Gesetzgebers umgesetzt wurde. nachfolgend ist es den Rehabilitationsträgern bislang nicht gelungen ihrer gesetzlichen Pflicht der Vereinbarung einer gemeinsamen Empfehlung nachzukommen. Darauf folgte die provisorische Frühförderverordnung, die aufgrund der inhaltlich beschränkten Ermächtigungsgundlage zahlreich Fragen weiter offen lässt.

Das Gutachten des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) zur Evaluation der Frühförderung nach dem SGB IX zeigt, dass es erhebliche Vollzugsdefizite im Bereich der heilpädagogischen Förderleistung sowie bei den gesetzlichen Krankenversicherungen. Zwar hat das BMAS durch die Kritik von Behindertenverbänden versucht einige Problemfelder aufzugreifen, das genaue rechtliche Verständnis komplexer und additiver Leistungen jedoch nicht geklärt.

Das Gutachten der ISG konnte feststellen dass die Feststellung des individuellen Leistungsbedarfs nicht konsequent an der ICF orientiert und auf die zu behebenden Teilhabedefizite ausgerichtet ist. Mehrheitlich werden stattdessen weiterhin die zur vertragsärztlichen Versorgung üblichen ärztlichen Verordnungen zugrunde gelegt.

Das uneinheitliche, diffuse Bild erklärt sich im Wesentlichen daraus, dass in den Bundesländern und bei den Rehabilitationsträgern sehr unterschiedlich gehandelt wird. Daher scheint es wichtig zu sein, dass SGB IX im Licht der UN-Berhindertenrechtskonvention weiterzuentwickeln. Der Artikel spricht sich dafür aus regionale Ungleichheiten zu überwinden und Vollzugsdefizite mit gesetzlichen Klarstellungen zu beheben. So könnte die SGB IX-Novelle und die bundesweite Gemeinsame Empfehlung bei der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention helfen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/8795


Informationsstand: 29.08.2011

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