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Bibliographische Angaben zur Publikation

Rehabilitationsvorstellungen gemeindepsychiatrisch betreuter schizophrener Patienten


Autor/in:

Kallert, Thomas W.; Leiße, Matthias


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 2000, 39. Jahrgang (Heft 5), Seite 268-275, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

2000



Abstract:


In einer psychopathologisch und hinsichtlich negativer sozialer Konsequenzen schwer beeinträchtigen Kohorte gemeindepsychatrisch betreuter chronisch schizophrenen Erkrankter (n=115) wurden Rehabilitationsvorstellungen der Patienten explorativ erfasst und bezüglich ihrer Relevanz für gemeindepsychatrische Versorgungsmaßnahmen untersucht. Erhebungen wurden 1 und 12 Monate nach Klinikentlassung mit einem umfangreichen Instrumentarium durchgeführt (unter anderem Nedds for care Assessment, Berliner Bedürfnisinventar). Eingeschlossen war hierin ein Leitfadeninterview, in dem vor allem verlaufs-und therapiebedeutsame subjektive Sichtweisen der Patienten erfragt wurden.

Mittels einer Inhaltsanalyse des erhaltenen sprachlichen Materials konnten aus Patientensicht zu beiden Untersuchungszeitpunkten folgende wesentliche begriffsbestimmende Inhaltskategorien des Terminuns Rehabilitation (beziehungsweise Wiedereingliederung) identifziert werden: Reintegration in die berufliche Tätigkeit; wiederhergestellte Fähigkeit, alleine den Alltag (i.e. auch die eigene Haushaltsführung) bewältigen zu können; bessere soziale Integration; eigenständige Wohnmöglichkeit; Wiedergewinnung von Normalität und Übernahme von Selbstverantwortung. Dabei lag die Rate der patientenbezogenen Bestätigungen der Äußerungen aus dem Erst-Interview ein Jahr nach Klinikentlassung pro gebildeter Inhaltskategorie zwischen 75 Prozent und 93 Prozent.

Ergebnisse multipler und logistischer Regressionsberechnungen verdeutlichen, dass eine größere Differenziertheit subjektiver Rehabilitationsvorstellungen ein Monat nach Klinikentlassung im Range von Einflussfaktoren auf den Umfang von Hilfebedürfnissen und normativem psychiatrischem Versorgungsbedarf steht und zudem als Prädikator für eine Abnahme des psychiatrischen Versorgungsbedarfs Schizophrener binnen des einjährigen Untersuchungszeitraumes zu identifizieren ist. Insofern ist eine Ausdifferenzierung der Rehabilitationsvorstellungen schizophrener Patienten als Therapieinhalt anzustreben. Darüber hinaus ist ein Abgleich fachlicher individuumbezogener und subjektiver Vorstellungen unerlässlich, wobei vor allem dem von Patienten gesetzten Schwerpunkt der Arbeitsrehabilitation verstärkt Rechnung zu tragen ist.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Rehabilitation Concepts of municipally psychiatric nursed schizophrenic Patients


Abstract:


Schizophrenic Patients`Suggestions Concerning Rehabilitation in Community oriented psychiatric Care. In a cohort of patients with chronic schizophrenic disorders (n=15) characterized by many social deficits and a high level of psychopathology, suggestions concerning rehabilitation were examined in an exploratory way and analysed referring to their relevance for community psychiatric care.

The schizophrenic patients were followed up 1 and 12 months after discharge from hospital using an extensive array of instruments (among others: Needs for Care Assessment, Berlin Inventory of Care Needs) Included was a guided interview focusing on patients` subjective views relevant for the course of the disorder and for therapeutical procedures. Using a content analysis of the verbal material received at both points of study, the following main defining elements of the term rehabilitation (or reintegration, resp.) could be identified from the patients` perspective: vocational reintegration, independent residential setting, recovery of normality, and acceptance of responsibility. The rate of individualized confirmation in each category established after the first interview was between 75% and 98% 1 jear after discharge from hospital.

Results from multiple and logistic regression analyses demonstrate that a higher degree of differentiation concerning individual rehabilitation suggestions exerts influence on the extent of subjective and normative needs for (psychatric) care during the study period. To differentiate schizophrenic patients`suggestions referring to this subject can therefore be declared a therapeutical task. Furthermore it is a must to adjust individualized expert-based and subjektive suggestions concentrating especially on the patients`main point of emphasis, i.e. vocational rehabilitation.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Menschen mit Schizophrenie am Arbeitsplatz| REHADAT-Gute Praxis




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/3068


Informationsstand: 23.03.2001

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