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Bibliographische Angaben zur Publikation

Kritische Anmerkungen zu: Aktion Psychisch Kranke e.V. (Hrsg.) 2004: Individuelle Wege ins Arbeitsleben. Abschlussbericht zum Projekt Bestandsaufnahme zur Rehabilitation psychisch Kranker, Bonn, Psychiatrie-Verlag


Autor/in:

Hallwachs, Henning


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke e.V. (BAG BBW)


Quelle:

Berufliche Rehabilitation, 2004, 18. Jahrgang (Heft 4), Seite 186-194, Freiburg im Breisgau: Lambertus, ISSN: 0931-0889


Jahr:

2004



Abstract:


Der Autor äußert sich kritisch zu dem Artikel der Aktion Psychisch Kranke e.V. (APK):
Individuelle Wege ins Arbeitsleben.

Dabei greift er insbesondere siebzehn Punkte heraus, betont jedoch, dass er mit dem ganzen Bericht unzufrieden sei. Seine Unzulänglichkeit zeige sich unter anderem, wenn man einzelne Passagen im Zusammenhang betrachte.

So bemängelt er beispielsweise, dass die APK den personenzentrierten Ansatz für sich in Anspruch nehme, ihn aber trotz seiner vielfältigen Kriterien auf die Kennzeichen der Wiederholbarkeit und der Gleichzeitigkeit reduziere. Die Literatur zum Personenbezug werde vollständig außer Acht gelassen. Begriffe wie 'chronisch psychisch krank', 'schwer psychisch krank', 'seelisch oder psychisch behindert' und 'psychisch beeinträchtigt' würden nicht korrekt und wie Synonyme verwendet.

Es werde behauptet, bei dem Begriff der Behinderung handele es sich um einen rein rechtlichen Begriff, der gegebenenfalls psychiatrisch zu konkretisieren sei. In der darauf folgenden Konkretisierung bleibe der Begriff aber in einem rechtlichen Zusammenhang. Dieser sei aber nicht, wie behauptet, der einzige Blickwinkel, sondern es gehe zusätzlich stets um den zu erlernenden Umgang mit der jeweiligen Krankheit wie zum Beispiel Anzeichen einer beginnenden Krankheit erkennen zu können oder krankheits- und behinderungsbewusst leben zu lernen.

Hinzu kommt, dass die APK häufig statt des Begriffs der Behinderung die Umschreibung 'chronisch psychisch krank' verwende, die der Autor für nicht weniger diskriminierend hält, als den Ausdruck 'psychisch behindert'. Die Aussage, dass für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung der in anderen Fällen typische Ablauf von Akutbehandlung und anschließender Rehabilitation nicht zutreffend sei, kann der Autor nicht bestätigen.

Es entspreche sowohl dem ressourcenorientierten Ansatz und dem Prinzip 'Hoffnung' als auch der Erfahrung, nicht von vorneherein von einem chronischen Verlauf einer psychischen Krankheit auszugehen, da bis zu ein Drittel derjenigen, die psychotisch erkranken, nur ein- oder zweimal erkranken. Bei einem weiteren Drittel erkranken die Betroffenen mehr als zweimal, irgendwann jedoch nicht wieder.

Außerdem fordere die APK das Normalisierungsprinzip, das eine überwiegend integrative Ausbildung mit sich bringt, und bemängele gleichzeitig, dass Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke zu wenig spezielle Angebote im Programm hätten.

Weiter sei laut APK für die Umsetzung des Behandlungs- und Rehabilitationsplanes eine Bezugsperson festzulegen. Der Autor ist der Meinung, dass sich fast alle Betroffenen gegen eine solche Bevormundung aussprechen dürften und sich ihr Wahlrecht und ihr Recht auf Selbstbestimmung nicht nehmen lassen möchten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Berufliche Rehabilitation - Beiträge zur beruflichen und sozialen Teilhabe junger Menschen mit Behinderungen
Homepage: https://www.bagbbw.de/verband/publikationen/fachzeitschrift/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0062/0043


Informationsstand: 25.10.2004

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