Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Betriebliches Eingliederungsmanagement - Rechtsfragen zur praktischen Umsetzung im Betrieb


Autor/in:

Zorn, Gerhard


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Behindertenrecht, 2006, 45. Jahrgang (Heft 2), Seite 42-46, München: Boorberg, ISSN: 0341-3888


Jahr:

2006



Abstract:


Zorn beobachtet, dass in der Praxis einige Fragen zu dem in § 84 Absatz 2 SGB IX vorgeschriebenen betrieblichen Eingliederungsmanagement offen sind. Er stellt zudem fest, dass es noch an Vorgaben der Rechtsprechung und der Verwaltung mangelt. Die bisher geklärten Fragen versucht er zu beantworten.

Zorn meint zunächst, dass § 84 Absatz 2 SGB IX für alle Beschäftigten gilt, nicht bloß für Schwerbehinderte. Die Jahresfrist, in der der Beschäftigte mehr als sechs Wochen krank gewesen sein muss, berechne sich nach den vorangegangenen zwölf Monaten. Die sechs Wochen Krankheit könne in einem Stück oder mit Unterbrechungen zugrunde gelegt werden. Als Krankheit würden alle Zeiten behandelt, in denen der Beschäftigte arbeitsunfähig krank geschrieben ist, also auch Reha oder Kuren.

Das betriebliche Eingliederungsmanagement ist - so Zorn weiter - nicht an die Größe des Betriebes gebunden. Es habe vielmehr jeder Arbeitgeber tätig zu werden. Dies zwar sobald sich die längere Abwesenheit abzeichnet, also nicht immer erst bei Rückkehr. Dafür habe der Arbeitgeber im eigenen Interesse eine Interessenvertretung vorzuhalten, wenn dies auch nicht gesetzliche Pflicht sei. Zudem bedürfe es der Zustimmung des Beschäftigten, die jederzeit zurückgenommen werden könne. Ohne Zustimmung dürfe der Arbeitgeber lediglich den Betriebsrat und die Schwerbehindertenvertretung über die Krankheitsdauer informieren. Keine Information oder Dokumentation erfolge vor allem über die Krankheit.

Für den Arbeitgeber ist nach Darstellung des Autors die Durchführung des betrieblichen Eingliederungsmanagements deshalb notwendig, weil eine krankheitsbedingte Kündigung ohne einen solchen Integrationsversuch unverhältnismäßig ist. Die Praxis der Integrationsämter sei uneinheitlich.

Der Verfasser stellt für seinen Bereich fest, dass bei fehlendem Integrationsversuch die Behörde ihr Ermessen ausübt und ggf. selbst tätig wird. Da dies aber einige Zeit in Anspruch nimmt, rät er Arbeitgebers zur eigenen Durchfü hrung. Für die reibungslose Arbeit im Integrationsfall schlägt Zorn eine umfassende Information aller Mitarbeiter und Schulung der Akteure im Betriebsrat beziehungsweise der Schwerbehindertenvertretung vor.

Vor allem der Aufbau macht den Beitrag lesenswert. Zorn stellt eine ausformulierte Frage als Überschrift voran und gibt die Antwort. Auch Laien finden hier verständliche Antworten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


§ 167 SGB IX Prävention/Betriebliches Eingliederungsmanagement




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Behindertenrecht - Fachzeitschrift für Fragen der Rehabilitation
Homepage: https://www.boorberg.de/3413888

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0059/0107


Informationsstand: 05.04.2006

in Literatur blättern