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Bibliographische Angaben zur Publikation

Kosten-Nutzen-Analyse eines betrieblichen Eingliederungsmanagements


Autor/in:

Magin, Johannes


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Behindertenrecht, 2006, 45. Jahrgang (Heft 2), Seite 36-39, München: Boorberg, ISSN: 0341-3888


Jahr:

2006



Abstract:


Der Autor beleuchtet das betriebliche Eingliederungsmanagement aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Er kommt zu dem Schluss, dass sowohl der Betrieb als auch der Arbeitnehmer und die Sozialversicherungsträger von einem professionellen Eingliederungsmanagement profitieren.

Das betriebliche Eingliederungsmanagement verpflichtet den Arbeitgeber nach § 84 Absatz 2 SGB IX zur Vorbeugung von krankheitsbedingten Kündigungen. Leider tue die Praxis diese Pflicht häufig als lästige Bürokratie ab. Ein professionell durchgeführtes betriebliches Eingliederungsmanagement, bei dem Kosten und Nutzen genau betrachtet würden, könne aber allen Beteiligten Vorteile bringen: Der Arbeitgeber profitiere von einer gesteigerten Motivation der Beschäftigten und vom besseren Image, die Mitarbeiter vom Joberhalt und die Sozialversicherungsträger von der finanziellen Entlastung.

Eine Kosten-Nutzen-Analyse setzt - so der Autor weiter - einige Bereitschaft des Betriebs zur Weiterbeschäftigung kranker Mitarbeiter voraus. Ist diese Bereitschaft vorhanden, gestalte sich außerdem die Datenerhebung in der Praxis schwierig, zum Beispiel weil die Arbeitsbeiträge von Führungskräften nicht erhebbar seien, weil der Beginn der Integrationsarbeit nicht dokumentiert sei oder weil die Gemeinkosten in den Projektkosten nicht abgebildet werden könnten.

Bei der projektbezogenen Erfassung der Kosten spielt laut Magin die anzuwendende Arbeitszeit die größte Rolle. Zwar könne eine gute Organisation die Zeit eindämmen, jedoch seien gerade für Integrationen klärende Gespräche notwendig. Er weist aber darauf hin, dass es sich bei diesem Mehraufwand nicht um echte Zusatzkosten handelt. Solche echten Kosten entstünden vielmehr nur durch einen höheren Personalbedarf wegen des nicht krankheitsgerechten Einsatzes des kranken Mitarbeiters. Diese Kosten müssten den Mehrkosten der Integration entgegen gehalten werden, etwa die Kosten der krankheitsbedingt nutzlosen Arbeitszeit oder der Bereitstellung von Personalkapazität. Hier bestehe die Möglichkeit, finanzielle Leistungen der Sozialversicherungsträger zur Teilhabe am Arbeitsleben nach Teil 1 und 2 SGB IX zu beantragen.

Magin bringt verständlich eine betriebswirtschaftliche Sicht in die Diskussion. Seine Ergebnisse sind aber zu unscharf und diffus, als dass sie in allen Punkten überzeugen könnten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


§ 167 SGB IX Prävention/Betriebliches Eingliederungsmanagement




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Behindertenrecht - Fachzeitschrift für Fragen der Rehabilitation
Homepage: https://www.boorberg.de/3413888

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0059/0105


Informationsstand: 04.04.2006

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