Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

neuropattern - ein translationales Verfahren zur Stressreduktion am Arbeitsplatz


Autor/in:

Contreras, C.; Gerhards, Friedemann; Hellhammer, Juliane


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2020, 55. Jahrgang (Ausgabe 5), Seite 317-322, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2020



Link(s):


Link zu dem Beitrag (HTML)


Abstract:


Ziele:

Die Studie prüft die Nützlichkeit eines neuartigen translationalen Verfahrens namens neuropattern in der Prävention stressbezogener Gesundheitsstörungen durch personalisierte Diagnostik und daraus abgeleitete Maßnahmen. Es handelte sich um eine Pilotstudie mit einer Wartekontrollgruppe.

Methoden:

70 Beschäftigte der Landesforsten Rheinland-Pfalz wurden per Blockrandomisierung einer Experimental- oder Warte-Kontrollbedingung zugewiesen und durchliefen die neuropattern-Diagnostik sofort bei Studienbeginn oder nach dreimonatiger Wartezeit. Alle an der Studie Teilnehmenden erhielten nach abgeschlossener Diagnostik ein Krankheitsmodell und Zugang zu einer individualisierten Online-Selbsthilfe. Die Hausärztinnen und Hausärzte erhielten einen diagnostischen Bericht mit Behandlungsempfehlungen. Um mögliche positive Auswirkungen von neuropattern zu erfassen, wurden Fragebögen zu Gesundheit (SF-12), subjektiver Stressbelastung (PSS), emotionaler Erschöpfung (MBI), Arbeitsstress (ERI) und Arbeitsfähigkeit (WAI) sowie Fragen zu Gesundheitsverhalten zu Beginn der Studie sowie drei Monate später eingesetzt.

Ergebnisse:

In der Experimentalbedingung zeigte sich relativ zur Kontrollbedingung eine tendenziell stärkere Verbesserung der psychischen Gesundheit, eine signifikant stärkere Zunahme der sportlichen Aktivität sowie eine signifikant stärkere Reduktion von subjektiver Stressbelastung, emotionaler Erschöpfung und übermäßigem Einsatz sowie Verausgabung am Arbeitsplatz. Bei der Entwicklung der körperlichen Gesundheit, der aktuellen Arbeitsfähigkeit, der arbeitsbezogenen Belohnung, dem Verhältnis von arbeitsbezogener Belohnung und Verausgabung sowie der Ausübungshäufigkeit von Entspannungsmethoden zeigte sich kein signifikanter Gruppenunterschied. Erwartungskonträr war in der Experimentalgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine im Zeitverlauf zunehmend pessimistischere Bewertung der zukünftigen Arbeitsfähigkeit und eine stärkere Zunahme von Arbeitsfehltagen beobachtbar.

Schlussfolgerung:

Die aktuelle Studie liefert erste Ergebnisse zur Nützlichkeit eines Einsatzes der neuropattern-Diagnostik in einer nichtklinischen Population. Zur Feststellung der optimalen Einsatzbedingungen ist jedoch weitere Forschung notwendig.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

neuropattern: a translational tool to reduce stress in the workplace


Abstract:


Objectives:

The study assesses the usefulness of a novel translational tool, neuropattern, in the prevention of stress-related disorders by means of personalised diagnostics and treatment measures derived therefrom. It took the form of a pilot study with a wait list control group.

Methods:

70 employees of the Forestry Department Rhineland-Palatinate in Germany were assigned to an experimental group or a wait list control group by means of block randomisation and underwent neuropattern diagnostics either immediately at the start of the study or after a waiting period of three months. After the diagnostic assessment, all study participants received an explanatory disease model and access to individualised online self-help, whilst their physicians were provided with a diagnostic report and treatment recommendations. Questionnaires on health (SF-12), stress perception (PSS), emotional exhaustion (MBI), work-related stress (ERI), work ability (WAI) and health behaviour were used at the start of the study and after three months in order to assess possible beneficial effects of neuropattern.

Results:

Compared to the control group, the application of neuropattern in the experimental group resulted in a greater improvement in mental health, a significant increase in sporting activity and a significantly higher reduction in perceived stress, emotional exhaustion, overexertion and burnout in the workplace. No significant differences were found with regard to the development of physical health, current work ability, work-related reward, effort-reward ratio and practice of relaxation methods. Contrary to expectations, it was possible to observe growing pessimism about future work ability and a higher increase in sick leave in the experimental group as compared to the control group.

Conclusions:

The present study delivers initial findings on the usefulness of neuropattern diagnostics in a non-clinical population. However, further research is required to determine the best operating conditions.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0447


Informationsstand: 18.08.2020

in Literatur blättern