Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Identifikation von Merkmalen psychisch stark beanspruchter Beschäftigter in kleinen und mittelständischen Unternehmen


Autor/in:

Voss, Amanda; Amler, Martin; Wischlitzki, Elisabeth [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2019, 54. Jahrgang (Ausgabe 2), Seite 96-105, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2019



Link(s):


Link zu dem Beitrag (HTML).


Abstract:


Zielstellung:

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen soll dazu beitragen, arbeitsbezogene Einflüsse auf Beschäftigte gering zu halten und Beanspruchungen abzuwenden. Ob es aufgrund psychischer Belastungen bei den Beschäftigten zu Beanspruchungen kommt, hängt unter anderem von deren individuellen Voraussetzungen ab. Das Ziel des Beitrags besteht in der Identifikation von Merkmalen psychisch stark beanspruchter Beschäftigtengruppen als Basis für gezielte Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention.

Methode:

Über eine Fragebogenerhebung in 12 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wurden von n = 1280 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen psychische Belastungen und Beanspruchungen erhoben. Mittels einer hierarchischen Clusteranalyse wurden eine Subgruppe mit stärkerer psychischer Beanspruchung und eine Subgruppe mit geringerer psychischer Beanspruchung identifiziert. Die beiden Gruppen wurden daraufhin bzgl. ihrer Unterschiede im Bereich psychischer Belastungen und Ressourcen verglichen.

Ergebnisse:

Im psychisch stärker beanspruchten Cluster treten verschiedene Arbeitsbelastungen, Ressourcenmängel und gesundheitliche Mängel gleichzeitig auf, die schließlich auch mit einer schlechteren globalen Bewertung des Arbeitsplatzes einhergehen. Tendenziell sind Männer und Personen über 50 Jahre in der Gruppe mit stärkeren Beanspruchungen häufiger vertreten. Hinsichtlich der psychisch belastenden Merkmalsbereiche berichtet die beanspruchte Gruppe im Bereich 'Arbeitsorganisation' die höchsten bzw. häufigsten Belastungen, insbesondere für die Arbeit unter Zeitdruck und Arbeitsunterbrechungen. In Bezug auf Ressourcen finden sich bei durchgängig signifikanten Unterschieden meist nur kleine Effekte.

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse bestätigen die bevorzugt umzusetzenden verhältnisorientierten Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) und unterstreichen gleichzeitig die Bedeutung verhaltenspräventiver Maßnahmen. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sollten berücksichtigen, dass einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf Arbeitsbedingungen sensibler reagieren als andere. Eine gesunde Unternehmenskultur mit einem ganzheitlichen BGM und einem aufmerksamen Betriebsarzt sollte deren spezifische Bedürfnisse stets im Blick haben, um auch diese möglichst lange gesund und leistungsfähig zu halten.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Identification of characteristics of employees with high levels of mental strain in small and medium-sized enterprises


Abstract:


Objective:

The psychosocial risk assessment should contribute to keeping work-related influences on employees at a low level and avoiding stress. Whether or not mental stress places undue mental strain on employees depends, amongst other things, on their individual requirements. The objective of this work is to identify characteristics of employee groups subject to high levels of mental stress as a basis for targeted measures in workplace health promotion and prevention.

Method:

A questionnaire was used to collect data on mental stress and strain from n = 1280 employees in 12 small and medium-sized enterprises (SMEs). A subgroup with a higher level of mental strain and a subgroup with a lower level of mental strain were identified by means of a hierarchical cluster analysis. The two groups were then compared in terms of differences in mental stress and resources.

Results:

Various factors such as pressure of work, lack of resources and health problems occur simultaneously in the cluster with a higher level of mental strain, which are in the end accompanied by a worse global assessment of the workplace. Men and persons over the age of 50 have a greater tendency to be in the high-strain group. With regard to the areas that typically cause mental stress, the group subject to strain report the highest/most frequent pressures in the area of 'work organisation', in particular for work under time pressure and work interruptions. In terms of resources, there are only small effects with consistently significant differences.

Conclusions:

The results confirm the preferred approach of WHM, which is to implement measures focusing on working conditions, and at the same time underline the importance of behavioural strategies. Employers should take into account that some employees are more sensitive to working conditions than others. A healthy corporate culture with a holistic WHM system and an attentive company medical officer should always have their specific needs in mind in order to keep them healthy and efficient for as long as possible.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0407


Informationsstand: 15.03.2019

in Literatur blättern