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Bibliographische Angaben zur Publikation

Umfragen mit Hilfe eines Online Access Panels - methodische Erkenntnisse aus einer Beschäftigtenbefragung zur Prävention psychischer Erkrankungen


Autor/in:

Burgess, Stephanie; Junne, Florian; Rothermund, E. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2018, 53. Jahrgang (Heft 8), Seite 537-540, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2018



Abstract:


Hintergrund:

Auch in der Forschung werden standardisierte Befragungen immer häufiger mit Hilfe des Internets durchgeführt. Neben 'offenen' Online-Befragungen kann hierzu auch auf so genannte Online Access Panels (OAP) von Markt- und Meinungsforschungsinstituten zurückgegriffen werden. Diese Adressenpools von Freiwilligen, die eine geringe Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an Befragungen erhalten, bieten einen günstigen Stichprobenzugang mit gesicherter Stichprobengröße und hoher Datengüte, müssen hinsichtlich möglicher Verzerrungen jedoch auch kritisch betrachtet werden. In diesem Beitrag sollen die Erfahrungen aus der Befragung einer Beschäftigtenstichprobe berichtet werden.

Methoden:

Im Jahr 2016 erfolgte die überbetriebliche Befragung einer OAP-Stichprobe mit a priori definierten Jobtypen zu Erfahrungen und Einstellungen hinsichtlich psychischer und psychosomatischer Erkrankungen, ihrer Ursachen und Prävention. Studienabbrecher wurden hinsichtlich persönlicher Merkmale analysiert.

Ergebnisse:

Die angestrebte Zielgruppengröße (600 komplette Datensätze) wurde mit einem im Vergleich zur Planung nahezu verdoppelten Oversampling innerhalb zwei Wochen erreicht. Jobtypbezogene Drop-out-Verzerrungen wurden nicht gefunden.

Diskussion:

Der überbetriebliche Zugang zu Beschäftigten mittels OAP hat methodische Limitationen (zum Beispiel fehlende Repräsentativität, 'Volunteer Bias', fehlende Merkmale betrieblicher Grundgesamtheiten), aber auch Vorteile im Vergleich zu einer offenen Internetbefragung (zum Beispiel gezielte branchenbezogene Rekrutierung, Drop-out-Analysemöglichkeiten) oder betriebsbezogenen Befragungen (Datenschutzbedenken, fehlende Genehmigung durch die Betriebsleitung). Der geringere Aufwand für Wissenschaftler und eine höhere Planungssicherheit ist ein ernstzunehmender Vorteil gegenüber betrieblichen Erhebungszugängen.

Schlussfolgerungen:

Online-Befragungen mit Hilfe eines OAP stellen auch für wissenschaftliche Fragestellungen nicht zuletzt aufgrund des garantierten Rücklaufs eine günstige Kosten-Nutzen-Relation dar. Eine kritische Diskussion methodischer Limitationen bei der Ergebnisinterpretation ist unbedingt erforderlich.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Surveys using an online access panel: methodological findings from an employee survey on the prevention of common mental disorders


Abstract:


Background:

Standardised surveys are increasingly being carried out using the internet. In addition to 'open' online surveys, use can also be made of online access panels (OAPs) from marketing and opinion research institutes. These pools of voluntary respondents, who receive a small fee for taking part in surveys, offer good access to samples with guaranteed sample size and high data quality, but must also be given critical consideration with regard to possible bias. The purpose of this article is to report on the lessons learnt from the survey of an employee sample.

Methods:

The inter-company survey of an OAP sample with a priori defined job types took place in 2016 and related to experience of and attitudes to mental and psychosomatic illnesses, their causes and prevention. Study dropouts were analysed for personal characteristics.

Results:

The desired target group size (600 complete data sets) was achieved within two weeks with a rate of oversampling that was almost double the planned rate. No cases of job type-related dropout bias were found.

Discussion:

Inter-company access to employees by means of an OAP has methodological limitations (e.g. lack of representativeness, volunteer bias, absent characteristics of company populations), but it also has advantages compared to an open internet survey (e.g. targeted sector-specific recruitment, dropout analysis possibilities) or company-specific surveys (data protection concerns, absence of permission from company management). Less effort and expenditure for scientists and a higher level of planning reliability are important advantages compared to company-based approaches.

Outlook:

Online surveys using access panels have a good cost-benefit ratio for scientific surveys, not least due to guaranteed response rates. A critical discussion of methodological limitations in the interpretation of results is essential.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0374


Informationsstand: 15.10.2018

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