Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Betriebsärztebefragung zur Umsetzung der Novelle der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)


Autor/in:

Stranzinger, Johanna; Nienhaus, Albert


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2018, 53. Jahrgang (Ausgabe 1), Seite 39-45, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2018



Link(s):


Link zu dem Beitrag (HTML).


Abstract:


Einleitung:

Die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) konkretisiert die Pflichten der Arbeitgebenden und Betriebsärzte und -ärztinnen sowie die Rechte der Beschäftigten bei der Vorsorge nach dem Arbeitsschutzgesetz. Sie wurde im Jahr 2013 novelliert, um das grundrechtlich verankerte Recht der Arbeitnehmenden auf informationelle Selbstbestimmung zu stärken. Betriebsärzte und -ärztinnen aus dem Gesundheitswesen und aus anderen Branchen wurden zur Umsetzung der Novelle befragt.

Methoden:

Im Jahr 2015 wurden 1430 Betriebsärzte und -ärztinnen direkt angeschrieben und gebeten, einen dreiseitigen, anonymisierten Fragebogen auszufüllen mit Angaben zur eigenen Person (Altersgruppe, Berufserfahrung, Ausbildung, Beschäftigungsverhältnis), zum wichtigsten Betrieb bzw. Kunden/Kundin (Betriebsform, Branche), zum Umgang der Beschäftigten mit Beratungs- und Untersuchungsangeboten, zu der Häufigkeit und den Gründen für eine betriebsärztliche Empfehlung zur Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz, zu weiteren arbeitsmedizinischen Tätigkeitsfeldern sowie zu Einschätzungen über die Gefährdung der Arbeitnehmenden und zur eigenen Arbeitszufriedenheit.

Ergebnisse:

Die Rücklaufquote betrug 45 %. Von den 644 Teilnehmenden betreuten 261 (40,5 %) Hauptkunden und -kundinnen aus dem Gesundheitswesen (GW). In den unterschiedlichen Branchen wurden die Vorgaben der ArbMedVV zum größten Teil umgesetzt, z. B. verwenden 86,8 % neue Bescheinigungen. Etwa die Hälfte der Betriebsärzte und -ärztinnen berichtete, dass während der Vorsorge zusätzliche Leistungen von den Probanden eingefordert worden seien, wie allgemein empfohlene Impfungen oder verschiedene Labortests.

Es gab signifikante Abweichungen bei der Akzeptanz von ärztlichen Untersuchungen, bei Eignungsuntersuchungen und Maßnahmen der sekundären Prävention zwischen Betrieben aus dem GW und den übrigen Branchen. Unterschiede bei der Zunahme der Eigen- (21,1 versus 19,1 %) oder Fremdgefährdung (19,9 versus 17,4 %) und bei der Arbeitszufriedenheit der Betriebsärzte und -ärztinnen gab es nicht.

Schlussfolgerung:

Die Trennung von Vorsorge und Eignungsuntersuchungen erfolgt in fast allen Betrieben. Untersuchungen werden nur selten abgelehnt, im GW etwas häufiger als in anderen Branchen. Ein Fünftel der Betriebsärzte und -ärztinnen gibt an, dass die Fremd- und Eigengefährdung zugenommen habe. Deshalb sollte die Umsetzung der ArbMedVV weiterhin beobachtet werden.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Survey of company doctors on implementation of the amendment to the Ordinance on Occupational Healthcare (ArbMedVV)


Abstract:


Introduction:

The Ordinance on Occupational Healthcare (ArbMedVV) specifies the obligations of employers and company doctors and the rights of employees to healthcare on the basis of the Occupational Health and Safety Act. It was amended in 2013 to strengthen the constitutional right of employees to informational self-determination. Company doctors and medical officers in healthcare and other sectors were interviewed on how the amendment was being implemented.

Methods:

In 2015, 1,430 company doctors were written to directly and asked to fill in a three-page anonymised questionnaire, including personal details (their age group, professional experience, career training and employment status), about their most important company or client (company form, sector), about how employees dealt with consulting and examination services, about the frequency and reasons for a recommendation by a company doctor for them to be transferred to another job, about other areas of occupational medicine activity and about assessments of the risks faced by employees and about their own job satisfaction.

Results:

The response rate was 45%. Of the 644 respondents, 261 (40.5%) looked after principal clients in the healthcare sector. The provisions of the Ordinance were for the most part implemented across the different sectors, with new certificates being issued in 86.8% of cases, for example. About half of the company doctors reported that test persons demanded additional services, such as generally recommended vaccinations or various laboratory tests.

There were significant disparities in the acceptance of medical checks and of aptitude tests and secondary prevention measures between healthcare facilities and other sectors. There were no differences in the greater risk to workers themselves (21.1% compared with 19.1%) or to others (19.9% compared with 17.4%) and in the job satisfaction of company doctors.

Conclusion:

Medical checks and aptitude tests are kept separate in nearly all places of work. Medical checks are seldom declined, but in healthcare more frequently than in other sectors. One in five company doctors reported an increase in risk to workers and others. That was why implementation of the Ordinance requires further observation.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0341


Informationsstand: 11.01.2018

in Literatur blättern