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Bibliographische Angaben zur Publikation

Welche Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung bieten Behinderten-Wohneinrichtungen ihrem Betreuungspersonal an?

Ergebnisse einer Untersuchung in Südbaden



Autor/in:

Habermann-Horstmeier, Lotte; Bührer, Stephan


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2015, 50. Jahrgang (Heft 5), Seite 362-370, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2015



Abstract:


Hintergrund:

Leitungskräfte in Wohneinrichtungen für behinderte Menschen im Regierungsbezirk Freiburg/Br. berichten, dass die dort arbeitenden Betreuungskräften, unter anderem als Folge des demografischen Wandels, unter zunehmender Arbeitsbelastung leiden. Sie befürchten, dass die Anzahl von vorzeitig aus dem Berufsleben aussteigenden Mitarbeitern in Zukunft weiter ansteigen wird.

Methode:

Im Rahmen einer Studie zur Arbeitssituation von Betreuungskräften in Wohneinrichtungen für behinderte Menschen stellte sich daher auch die Frage, was die Einrichtungen bereits jetzt tun, um ihre Beschäftigten möglichst lange gesund im Beruf zu halten. Um dies zu analysieren, wurden die 54 überwiegend geschlossenen Fragen des standardisierten Fragebogens mit Hilfe uni- und bivariater deskriptiver Verfahren untersucht.

Ergebnisse:

Es zeigte sich, dass zwar 85 % der befragten Institutionen Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung anboten, dass es sich hierbei jedoch in erster Linie um Gesundheits-Checks (in 75 % der Einrichtungen) und Gesundheitsschulungen (60 %) handelte. Andere Angebote wie Betriebssport (25 %) oder gesunde Kantinenernährung (20 %) gab es wesentlich seltener. Gleichzeitig sahen die Vertreter der Institutionen die Ursachen der problematischen Arbeitssituation im Betreuungsbereich jedoch nicht in der individuellen gesundheitlichen Situation ihrer Mitarbeiter, sondern in der Arbeitsorganisation und in den Arbeitsbedingungen.

Schlussfolgerungen:

Diese Diskrepanz ließe sich damit erklären, dass in den Institutionen und Betrieben noch immer ein traditionelles, pathogenetisch geprägtes biomedizinisches Gesundheits- bzw. Krankheitsbild vorherrscht, das Gesundheits-Checks und verhaltenspräventive Maßnahmen als die grundlegenden oder sogar alleinigen Maßnahmen eines 'Betrieblichen Gesundheitsmanagements' sieht. Dies bedeutet, dass die Inhalte eines guten 'Betrieblichen Gesundheitsmanagements' mit einer Einbeziehung von Arbeitsorganisation, Arbeitszeit- und Arbeitsplatzgestaltung etc. bislang noch nicht in den Einrichtungen der Behindertenhilfe angekommen sind.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

What measures do residential facilities for disabled persons take to promote health in the workplace among their care workers?


Abstract:


Background:

Managers of residential facilities for disabled people in the administrative region Freiburg/Br. (Germany) report that their care workers are under an increasing workload, amongst other things as a result of demographic change. They fear that the number of staff ending their careers prematurely will continue to increase in the future.

Methods:

As a part of a study on the working conditions for care workers in residential facilities for disabled persons, we asked what these facilities are already doing to keep their employees healthy at work for as long as possible. In order to analyse this, we used univariate and bivariate descriptive methods to study the 54 predominantly closed questions in our standardised questionnaire.

Findings:

Although 85 % of the facilities offered workplace health promotion measures, these were primarily health checks (in 75 % of the facilities) and health education (in 60 %). Other activities such as workplace sports (25 %) or healthy canteen food (20 %) were much less common. At the same time, however, the representatives of the facilities did not see the causes of the problematic work situation in this area in the individual health status of their employees, but in the organisation of work and in the working conditions.

Conclusion:

The authors explain this discrepancy by the fact that a traditional biomedical approach to health and illness still prevails in the institutions and enterprises concerned, which sees health checks and preventive behavioural strategies as the basic, or indeed only, measures of 'workplace health management'. This means that the elements of a good workplace health management system, which covers work organisation, work schedules and workplace design etc., have not yet arrived in the facilities for disabled persons.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0188


Informationsstand: 11.06.2015

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