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Bibliographische Angaben zur Publikation

Möglichkeiten zur Prävention arbeitsbezogener chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD) in einem Großbetrieb der Entsorgungsbranche


Autor/in:

Seele, Stefanie; Groneberg, David; Spallek, Michael


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2014, 49. Jahrgang (Heft 8), Seite 603-611, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2014



Abstract:


Ziel:

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung und auch berufliche Noxen können geeignet sein, eine COPD hervorzurufen, zum Beispiel Feinstaub, Schweißrauche oder chemisch-toxische Substanzen. Allergene oder einatembare irritative Stoffe und organische Stäube (Bioaerosole), wie sie in der Abfallentsorgung vorkommen, werden ebenfalls als auslösende Ursachen diskutiert. Untersucht wurde, ob und mit welchen Instrumenten sich in einem Großbetrieb der Entsorgungsbranche Hinweise für eine COPD finden lassen. Zusätzlich wurde überprüft, ob sich aus präventiver Sicht auch Risikopatienten in unterschiedlichen Arbeitsbereichen identifizieren lassen.

Kollektiv und Methode:

Retrospektive arbeitsbereichsbezogene Auswertung der Anamnese sowie von Fragebogen- und Lungenfunktionsdaten von 645 Teilnehmern an einer innerbetrieblichen Präventionskampagne zur Früherkennung der COPD.

Ergebnisse:

Zwischen den COPD-Fragebogendaten und den Lungenfunktionsmessungen bestand ein negativer signifikanter Zusammenhang. Damit eignet sich der verwendete Fragebogen sehr gut als Screeninginstrument und ist für die arbeitsmedizinische Anwendung ausreichend sensitiv, wobei Selbstangaben im Fragebogen jedoch im Einzelfall nachzuprüfen sind. 68 Teilnehmer (63 Raucher) wurden als 'COPD-verdächtig' eingestuft; bei allen anderen Teilnehmern gab es keine diesbezüglichen Hinweise. Ein statistischer Zusammenhang zwischen der COPD-Erkrankungswahrscheinlichkeit bei Beschäftigung in der Straßenreinigung, der Müllabfuhr, im Fuhrparkmanagement sowie in der Hauptverwaltung konnte zwar nachgewiesen werden, aufgrund des hohen Raucheranteils, zum Beispiel in der Hauptverwaltung, sowie der nachgewiesenen Zusammenhänge zwischen COPD-Erkrankungswahrscheinlichkeit, Alter und Geschlecht ist es jedoch wenig wahrscheinlich, dass dies ursächlich auf arbeitsplatzbezogenen inhalativen Belastungen beruht.

Schlussfolgerungen:

Eindeutige Hinweise auf besondere betriebliche oder berufliche Belastungen oder eine Häufung von COPD-Erkrankten in Arbeitsbereichen mit inhalativen Staubexpositionen wurden nicht gefunden. Ein COPD-Screening mit Fragebogen und ergänzenden Spirometrien kann Risikopersonen in arbeitsmedizinischen Settings frühzeitig identifizieren und als Grundlage für präventive Maßnahmen dienen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Feasability of prevention of work-related chronic obstructive pulmonary disease (COPD) in a large waste management firm


Abstract:


Aim:

Chronic obstructive pulmonary disease (COPD) is one of the most common chronic diseases in the general population and occupational toxicants such as fine dust, welding fumes or toxic chemical substances may be likely to cause COPD. Respirable allergens or irritants as well as organic dusts (bio-aerosoles) that typically occur in the waste management industry are also discussed as trigger causes.

It was investigated whether and with which instruments indicators of COPD can be found in a large firm of the waste management industry. With respect to prevention, it was also checked whether it is possible to identify employees with a high risk for COPD in different work areas.

Collective and Method:

Retrospective analysis of medical anamnesis, work-area-related questionnaire and lung function data of 645 participants in an in-house campaign to prevent COPD.

Results:

They found a significant negative relationship between the COPD questionnaire data and individual lung function measurements. Thus, the used questionnaire proved well-suited as a screening tool and is sufficiently sensitive to the occupational medical application. However, self-reported questionnaire data have to be verified individually. 68 participants (63 smokers) were classified as 'COPD suspect'; for all other participants, there was no such evidence.

A statistical relationship between the COPD disease probability and employment in street cleaning, refuse collection, fleet management and administration could be detected, but due to the high proportion of smokers, for example in the administration, as well as the proven links between COPD probability, age and sex, it is unlikely that this is caused by substances inhaled at the workplace.

Conclusions:

They found no clear evidence of specific commercial or occupational stress or an accumulation of COPD patients in areas of inhaled dust exposure at the company examined. A COPD screening questionnaire and additional spirometry can help identify persons at risk in occupational health settings early and serve as a basis for preventive measures.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0061


Informationsstand: 22.09.2014

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