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Bibliographische Angaben zur Publikation

Inanspruchnahme und wahrgenommene Barrieren im Gesundheitswesen bei Menschen mit Behinderung in Deutschland

Ergebnisse des GEDA 2014/2015-EHIS



Autor/in:

Wetzel, Lorena Denise; Rathmann, Katharina; Dadaczynski, Kevin


Herausgeber/in:

Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD)


Quelle:

Das Gesundheitswesen, 2019, 81. Jahrgang (Heft 08/09), Seite 662, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0941-3790


Jahr:

2019



Abstract:


Einleitung:

Im Gesundheitswesen und bei der Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen existieren zahlreiche Barrieren für Menschen mit Behinderung. Diese wurden jedoch kaum empirisch aufbereitet. Im Fokus des Beitrags steht daher die Analyse von Barrieren bei der Inanspruchnahme des Gesundheitswesens bei Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung (Grad der Behinderung (GdB) ? 50) und einem mittleren GdB < 50 im Vergleich zu Menschen ohne Behinderung.

Methoden:

Datenbasis bildet der repräsentative Survey 'Gesundheit in Deutschland aktuell' (GEDA) 2014/2015-EHIS. Die Stichprobe umfasst n = 24.016 Personen, davon n = 3.559 (15,1 %) Menschen mit einer amtlich anerkannten Behinderung (n = 1.261 bzw. 5,4 % mit GdB < 50; n = 2.256 beziehungsweise 9,6 % mit GdB ? 50). Es werden uni-, bi- und multivariate Analysen (unter Kontrolle von soziodemografischen und -ökonomischen Merkmalen) durchgeführt. Als Barrieren werden die Bezahlbarkeit von benötigten Behandlungen und Medikamenten, die Wartezeit auf einen Untersuchungstermin sowie Verzögerungen aufgrund von Entfernung herangezogen.

Ergebnisse:

Menschen mit einem GdB ? 50, gefolgt von Menschen mit einem GdB < 50, berichten häufiger ein Inanspruchnahmeverhalten, geben aber ebenfalls am häufigsten an, Barrieren im Gesundheitswesen wahrzunehmen. Menschen mit Schwerbehinderung haben ein erhöhtes Risiko auf einen Untersuchungstermin zu warten (OR: 2,60). Auch weisen sie ein erhöhtes Risiko für Verzögerungen aufgrund der Entfernung (OR: 2,47), für die nicht Bezahlbarkeit von benötigten ärztlichen (OR: 2,52), zahnärztlichen (OR: 1,42), psychologischen (OR: 2,60) Behandlungen und verordneten Medikamenten (OR: 2,73) auf im Vergleich zu Menschen ohne Behinderung.

Diskussion:

Erstmals wurden Ergebnisse zum Inanspruchnahmeverhalten und zu wahrgenommenen Barrieren des Gesundheitswesens bei Menschen mit und ohne Behinderung, differenziert nach dem GdB, ermittelt. Es sollten weitere Studien, differenziert nach dem GdB, durchgeführt werden, um zielgruppenadäquate Bedarfe und Barrieren in der Gesundheitsversorgung zu erfassen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Das Gesundheitswesen
Homepage: https://www.thieme.de/de/gesundheitswesen/profil-1875.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA9308


Informationsstand: 04.05.2020

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