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Bibliographische Angaben zur Publikation

Unterscheiden sich Rehabilitanden mit berufsbezogenen Anpassungsstörungen und depressiven Störungen im Verlauf der medizinisch-beruflich orientierten psychosomatischen Rehabilitation?


Autor/in:

Köllner, Volker; Tauchnitz, Daria; Neu, Rebekka [u. a.]


Herausgeber/in:

Muschalla, Beate; Neuderth, Silke; Vogel, Heiner


Quelle:

Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 2018, 31. Jahrgang (Heft 101), Seite 48-56, Lengerich: Pabst Science Publishers, ISSN: 0933-842X


Jahr:

2018



Abstract:


Ziel:

Ziel der Studie war es herauszufinden, ob sich Rehabilitandinnen und Rehabilitanden mit einer berufsbezogenen Anpassungsstörung hinsichtlich Ausgangssymptomatik, Rehaverlauf und sozialmedizinischer Prognose von Rehabilitandinnen und Rehabilitanden mit einer depressiven Störung unterscheiden.

Methoden:

Untersucht wurden 100 konsekutive Patientinnen und Patienten einer Schwerpunktstation zu arbeitsplatzbezogenen Störungen in der psychosomatischen Rehabilitation. Hiervon erfüllten 73 die Kriterien einer depressiven Störung und 23 die einer Anpassungsstörung. Die Diagnose wurde mit einem strukturierten Interview (Mini-DIPS) gesichert. Zur Erfassung der psychischen Symptomatik wurden der Health-49, das BDI-II sowie die Burnout-Screening-Skalen zur Erfassung von arbeitsbezogenen Belastungen (BOSS I), Beschwerden (BOSSII) und Ressourcen (BOSS III) bei Aufnahme (T0) und Entlassung (T1) eingesetzt. Nach 6 Monaten (T2) wurde zusätzlich der sozialmedizinische Status erfasst.

Ergebnisse:

Patientinnen und Patienten mit Anpassungsstörungen waren zu Therapiebeginn und Ende auf allen symptombezogenen Skalen geringer belastet als Patientinnen und Patienten mit einer depressiven Störung, hinsichtlich Aktivität und Partizipation waren sie jedoch gleich stark beeinträchtigt. Beide Gruppen konnten trotz des unterschiedlichen Ausgangsniveaus in etwa dem gleichen Maße von der Rehabilitation profitieren (Cohen's d zwischen .79 und 1.25 bei Anpassungsstörungen und zwischen .79 und 1.16 bei Depression). Bezüglich Arbeitsunfähigkeit unterschieden sich die beiden Gruppen zu keinem Zeitpunkt signifikant, der Anteil der Arbeitsunfähigen ging in der Gesamtstichprobe von 45 % zu T0 auf 9,5 % zu T2 zurück.

Schlussfolgerungen:

Patientinnen und Patienten mit einer Anpassungsstörung haben erwartungsgemäß eine geringere psychopathologische Symptombelastung zu Beginn und Ende der Rehabilitation als Patienten mit einer depressiven Störung. Entgegen der Erwartung sind sie sozialmedizinisch und bezüglich Aktivität und Partizipation jedoch vergleichbar stark belastet und profitieren ähnlich gut und nachhaltig von einer psychosomatischen Rehabilitation. Anpassungsstörungen sind für Sozialmedizin und Rehabilitation also eine relevante Diagnose. Weitere Studien sollen zeigen, ob für diese Patientinnen und Patienten spezielle Rehabilitationsstrategien erforderlich sind.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Is there a Difference between Patients with Adjustment Disorder or Depressive Disorder in the Outcome of Psychosomatic Rehabilitation?


Abstract:


Aim:

The aim of this study was to find out whether patients with occupational problems who have a diagnosis of adjustment disorder differ from patients with depression disorder.

Methods:

We regarded symptomatology, rehabilitation course and sociomedical status after rehabilitation. 73 patients with depression and 23 patients with adjustment disorder were compared. Research diagnosis was done with the Mini-DIPS. Mental health symptomatology was assessed with the Health-49, BDI II and Burnout-Screening for work-related burdens (BOSS I), symptoms (BOSS II) and resources (BOSS III). Sick leave status was asked 6 month after rehabilitation.

Results:

Patients with adjustment disorders reported lower symptomatology than patients with depression at intake and discharge of rehabilitation, and equal impairments on activity and participation. Both groups improved over the course (Cohen's d .79 - 1.25 in adjustment disorder, Cohen's d .79 - 1.16 in depression). There were no differences between the two groups concerning work ability at any time. Rate of patients unfit for work was initially 45%, and 9,5% at follow up.

Conclusion:

Patients with depression and adjustment disorders have similar activity and participation problems and similar sociomedical courses and development of work ability over time.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Praxis Klinische Verhaltensmedizin & Rehabilitation
Homepage: https://www.psychologie-aktuell.com/index.php?id=praxis

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA8706


Informationsstand: 06.06.2018

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