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Bibliographische Angaben zur Publikation

Fördernde und hindernde Faktoren für bedeutungsvolle Betätigung bei Frauen mit psychischen Erkrankungen


Autor/in:

Mincinoiu, L.; Schmidt, C.; Zauner, M. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ergoscience, 2010, 5. Jahrgang (Heft 1), Seite 26-35, Idstein: Schulz-Kirchner, ISSN: 1861-6348 (Print); 1861-6356 (Online)


Jahr:

2010



Abstract:


Einleitung:

Das Wissen über die Bedeutung von Betätigung für psychisch kranke Menschen ist notwendig, um die Beziehung zwischen Betätigung und Gesundheit beschreiben zu können und um dieses Wissen im Therapiealltag zu berücksichtigen [7][10]. Ziel der vorliegenden Studie ist es, zu untersuchen, was Frauen mit psychischen Erkrankungen als bedeutungsvolle Betätigungen ansehen und welche Faktoren für die gewünschte Betätigung förderlich und hinderlich sind. Die Einschränkung der Teilnehmer auf Frauen soll den geschlechterspezifischen Aspekt von Betätigung hervorheben.

Methode:

Im Rahmen einer auf dem phänomenologischen Ansatz basierenden qualitativen Studie wurden sieben Klientinnen mithilfe eines ethnografischen Interviewleitfadens angelehnt an Spradley [22] befragt. Die Datenanalyse erfolgte nach der Methode von Bogdan und Biklen [1], bei der die Einheiten der Interviews nach Ähnlichkeiten, Mustern und Themen durchsucht wurden, um diese in sogenannten Codes zusammenzufassen.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse der Studie zeigen die wichtigsten Faktoren für Betätigung. Fördernde Faktoren für Betätigung sind soziale Kontakte, Beziehungen, Aktivitäten und Handlungsrollen, Anerkennung, persönliche Ressourcen, positive Einstellung zu Institutionen, Orte oder Betätigung an sich, Struktur und persönliche Prioritäten sowie Werte. Außerdem haben Betätigungen bei den Klientinnen einen hohen Stellenwert in punkto Produktivität, Selbsterhaltung, Freizeit und Erholung. Hindernde Faktoren für Betätigung sind körperliche Einschränkungen, schwankende psychische Befindlichkeit, finanzielle Faktoren, soziale Faktoren, Prioritäten, fehlendes Angebot, abgewertete Betätigungsfelder, belastende Situationen und persönliche Schwächen.

Schlussfolgerungen:

Die Schlussfolgerungen der Ergebnisse zeigen, dass die sinnvolle, zielgerichtete Betätigung einen zentralen Stellenwert im Leben psychisch beeinträchtigter Frauen hat. Insbesondere Betätigungen in der Gemeinschaft mit anderen und für andere sind wichtige Kriterien bei einer frauengerechten ergotherapeutischen Intervention. Betätigungen, die im Freien stattfinden, sind hochgeschätzt; dies sollte als weiterer neuer Aspekt in der ergotherapeutischen Praxis Umsetzung finden.

Die Förderung der intrapersonalen Ressourcen (Selbstwahrnehmung, Früherkennung von Risikofaktoren und Coping-Strategien) wird als weiterer wichtiger Ansatzpunkt für die ergotherapeutische Arbeit definiert. Dieser Ansatz ist zwar nicht neu, wird aber durch die Ergebnisse der Studie nochmals vertieft und auch aus Sicht der Klientinnen so formuliert. Als noch wenig umgesetztes Konzept in der gemeindenahen psychiatrischen Ergotherapie wurde die Angehörigenarbeit als bedeutsames Element herausgestellt.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Factors promoting and hindering meaningful occupation with women with mental disorders


Abstract:


Introduction:

Knowledge about how important occupation is to people with mental illnesses is necessary in order to be able to describe the relationship between occupation and health as well as to use this knowledge in the context of the therapist's daily routine [10][7]. The aim of the present study is to explore what women with mental disorders regard to be meaningful occupations as well as what factors promote or hinder their occupation. In order to emphasize the gender-specific aspect of occupation, only women were included in the study.

Method:

Within the scope of a qualitative study based on a phenomenological approach, seven female clients were interviewed using an ethnographic interview guideline closely modelled on Spradley's Data analysis [22] was performed according to the method of Bogdan and Biklen [1] which includes a search of the interview units for similarities, patterns and issues in order to summarize them in so-called ”codes”.

Results:

The results of this study give some indication of the major factors for occupation. Factors promoting occupation are social contacts, relationships, activities and occupational roles, recognition, personal resources, positive attitude towards institutions, places and occupation itself, structure and personal priorities and values. Besides, for the clients occupations rate high in productivity, self-maintenance, leisure time and recreation. Factors hindering occupation are physical limitations, unstable mental conditions, financial factors, social factors, priorities, lack of offers, devaluated occupational areas, stressful situations and personal weaknesses.

Conclusions:

The conclusions drawn from the results show that meaningful and purposeful occupation plays an essential role in the life of mentally impaired women. Especially occupations which are performed together with and for others are important criteria for women-friendly occupational interventions. Occupations which can be performed outdoors are much valued und should also be incorporated into the practice of occupational therapy as another new aspect.
The promotion of intrapersonal resources (self-perception, early detection of risk factors and coping strategies) is defined as another important starting point for the work of occupational therapists. This approach is anything but new but it is substantiated once more by the results of this study and formulated also from the point of view of the female clients. As an yet hardly realized concept in community-based psychiatric occupational therapy, counselling of the patient's family is defined as an important element by the results of the study.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ergoscience
Homepage: https://www.skvdirect.de/ergoscience/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA5973


Informationsstand: 30.08.2010

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