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Bibliographische Angaben zur Publikation

Sozialmedizinische und epidemiologische Aspekte des Vorrangs von Prävention und Rehabilitation


Autor/in:

Lühmann, Dagmar; Raspe, Heiner


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Zeitschrift für Sozialreform (ZSR), 2003, 49. Jahrgang (Heft 3), Seite 389-402, Wiesbaden: Chmielorz, ISSN: 0514-2776


Jahr:

2003



Abstract:


Die Autoren stellen aus sozialmedizinischer Perspektive fest, dass sich der 'Bedarf' an präventiven Maßnahmen beschreiben lässt durch das klinisch und epidemiologisch zu bestimmende 'präventive Potenzial'- für welches gezielte, erwiesenermaßen wirksame Interventionen vorhanden seien. Am sozialmedizinisch hochgradig relevanten Beispiel der unspezifischen Rückenschmerzen lasse sich zeigen, dass die pauschalen Forderungen nach 'Stärkung der Prävention' einer wesentlichen Differenzierung bedarf.

In Anlehnung an die Präventionsstufen der WHO stellen die Autoren fest, dass sich im Bereich Primordialprävention vielversprechende aber aufwändige Maßnahmen konzipieren lassen. Eine Primär- und Sekundärprävention von Rückenschmerzen sei dagegen definitionsgemäß kaum möglich. Dieser Umstand mache es auch ausgesprochen schwierig, Maßnahmen zur Rückenschmerzprävention den Krankenkassen zuzuordnen, da in § 20 SGB V ausdrücklich die Bereitstellung von Leistungen der Primärprävention die Rede sei. Die Domäne der Rückenschmerzprävention liege im Bereich der Tertiärprävention, wobei allerdings auch hier noch großer Entwicklungsbedarf zu verzeichnen ist.

Interventionen, die eine wirksame Prävention der Chronifizierung und damit Verhinderung der gravierendsten individuellen und sozialmedizinischen Konsequenzen der Rückenschmerzen ermöglichen, sind, gemäß Lühmann und Raspe, bisher nicht gefunden. Auf das skizzierte Grundgerüst von 'Bedarf', resultierend aus Krankheitslast und wirksamer Intervention aufbauend, könne dann die Einbettung der Präventionsmaßnahmen in den systemabhängigen Kontext, der zunächst Besonderheiten des Gesundheitssystems und schließlich übergreifende gesellschaftliche Gegebenheiten berücksichtigen muss, erfolgen. Erst dann werde der vorrangige Stellenwert von präventiven und rehabilitativen Maßnahmen im Gesamtkontext der Gesundheitsversorgung deutlich.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Zeitschrift für Sozialreform (ZSR)
Homepage: https://www.degruyter.com/view/j/zsr

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Referenznummer:

R/ZA5094


Informationsstand: 23.01.2013

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