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Bibliographische Angaben zur Publikation

Arbeitsbezogene Einstellungen und subjektive Erwerbsprognose bei Rehabilitanden mit muskuloskeletalen Erkrankungen


Autor/in:

Bethge, Matthias; Thren, Karsten; Müller-Fahrnow, Werner


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 2007, 20. Jahrgang (Heft 77), Lengerich: Pabst Science Publishers, ISSN: 0933-842X


Jahr:

2007



Abstract:


Hintergrund:

Die subjektive Erwerbsprognose von Rehabilitanden mit muskuloskeletalen Erkrankungen hat sich als entscheidende Vorhersagegröße für die Rückkehr an den Arbeitsplatz erwiesen. Innerhalb des biopsychosozialen Ansatzes wird die subjektive Erwerbsprognose heute als Ergebnis einer komplexen und dynamischen Interaktion von physischen, psychischen und sozialen Faktoren gesehen.

Versorgungsepidemiologische Studien konnten zeigen, dass Personen mit negativer subjektiver Erwerbsprognose eine stärker beeinträchtigte körperliche Funktionsfähigkeit, stärkere Schmerzen, eine höhere berufliche Beanspruchung und längere vorangegangene Arbeitsunfähigkeitszeiten aufweisen. Gesundheitspsychologische Konzepte legen darüber hinaus nahe, dass die subjektive Erwerbsprognose auch mit arbeitsbezogenen Einstellungen in Beziehung steht.

Für Rehabilitanden mit muskuloskeletalen Erkrankungen liegen bisher jedoch keine empirischen Befunde vor, die einen solchen Zusammenhang bestätigen.

Ziel:

Die Studie untersucht, ob bei Rehabilitanden in der orthopädischen Rehabilitation geringere Arbeitszufriedenheit beziehungsweise ungünstige arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster häufiger mit einer negativen subjektiven Erwerbsprognose einhergehen.

Methodik:

Die Untersuchung umfasst die zu Rehabilitationsbeginn erhobenen Daten von 544 Versicherten der Deutschen Rentenversicherung Westfalen mit muskuloskeletalen Erkrankungen, die zwischen Juli 2002 und November 2004 eine stationäre orthopädische Rehabilitation in der Klinik Niedersachsen in Bad Nenndorf erhielten. Mittels multipler logistischer Regression wurde neben dem Einfluss der arbeitsbezogenen Einstellungen auch der Erklärungsgehalt bereits bekannter Einflussgrößen auf die subjektive Erwerbsprognose berücksichtigt.

Ergebnisse:

Rehabilitanden mit muskuloskeletalen Erkrankungen, die zu Rehabilitationsbeginn geringere Arbeitszufriedenheit und höheres Perfektionsstreben berichten, sehen ihre zukünftige Berufsausübung häufiger stark eingeschränkt. Der Zusammenhang zwischen arbeitsbezogenen Einstellungen und subjektiver Erwerbsprognose bleibt auch unter Kontrolle bekannter Einflussgrößen, wie der Dauer vorangegangener Arbeitsunfähigkeit, Schmerzintensität, körperlicher Funktionsfähigkeit, beruflicher Beanspruchung, Geschlecht und Alter, nachweisbar.

Schlussfolgerung:

Die Beziehung von arbeitsbezogenen Einstellungen und subjektiver Erwerbsprognose deutet an, dass arbeitsbezogene Einstellungen sowohl in der Versorgungspraxis als auch in weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen stärkere Berücksichtigung finden sollten.

[Kurzfassung]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Praxis Klinische Verhaltensmedizin & Rehabilitation
Homepage: https://www.psychologie-aktuell.com/index.php?id=praxis

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Referenznummer:

R/ZA4152


Informationsstand: 02.12.2008

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