Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Rehabilitanden-Management-Kategorien (RMKs) und die Option einer finanziellen Vergütung im Sinne von Rehabilitanden-Management-Pauschalen (RMPs)


Autor/in:

Spyra, Karla; Müller-Fahrnow, Werner; Blume, Carsten [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 2008, 21. Jahrgang (Heft 80), Lengerich: Pabst Science Publishers, ISSN: 0933-842X


Jahr:

2008



Abstract:


Vor dem Hintergrund einer weltweit zu beobachtenden Entwicklung zur Anwendung pauschalierter Vergütungssysteme im medizinischen Versorgungssektor haben in Deutschland im Bereich der medizinischen Rehabilitation seit Mitte der 90er Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für Diagnose-bezogene Fallgruppierungen begonnen.

In diesem Rahmen wurde das Konzept der Rehabilitanden-Management-Kategorien (RMK) entwickelt. Es handelt sich dabei um eine bedarfs- und leistungsbezogene Patientenklassifikation, die dazu beiträgt, Wirtschaftlichkeits-, Leistungs- und Qualitätsreserven zu erschließen.

Ein elementarer Baustein der RMKs sind empirische Analysen der derzeitigen Versorgungspraxis. Sie sollen sicherstellen, dass das in der Praxis bereits heute vorhandene Wissen zu den Anforderungen an eine gute Behandlung (implizite Behandlungsstandards) abgebildet wird.

Erstmals für den Indikationsbereich der Muskulo-Skelettalen Krankheiten (MSK) wurde dabei für die RMK-Bedarfsbestimmung ein MSK-Assessment entwickelt und eingesetzt.

In dem Beitrag wird am Beispiel der Rehabilitation von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen gezeigt, wie es mit dem MSK-Assessment gelungen ist, den Reha-Bedarf in den drei Hauptdimensionen des bio-psycho-sozialen Modells der ICF - das heißt, hinsichtlich der somatischen, der psychischen und der sozialen Beeinträchtigung - sowie in sechs therapierelevanten Subdimensionen abzubilden.

Mittels latenter Klassenanalyse konnten beispielsweise für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen vier Bedarfsgruppen modelliert werden, die sich hinsichtlich des Behandlungsbedarfs signifikant unterscheiden.

Die Ergebnisse konnten für zwei zeitlich und inhaltlich unabhängige Stichproben reproduziert werden, was die empirische Belastbarkeit des methodischen Ansatzes und die Stabilität der identifizierten Bedarfsgruppen belegt. Für die Bedarfsgruppen wurden RMK-Therapie-Orientierungswerte definiert. Sie berücksichtigen sowohl die empirisch ermittelten Therapiezeiten pro ETM (= evidenzbasierte Therapiemodule der DRV-Prozessleitlinie 'Rücken'), hier für die Fälle mit homogenem Behandlungsbedarf (RMK-Standardgruppen), als auch evidenzbasierte Erkenntnisse sowie klinische Expertise.

Es steht ein software-gestütztes Verfahren (Grouper) zur Verfügung, das es gestattet, jeden Patienten auf Basis seiner individuellen RMK-Assessment-Messwerte einer Bedarfsgruppe zuzuordnen und für diese entsprechende Therapie-Orientierungswerte zu generieren. Die RMKs für die MSK-Rehabilitation werden zurzeit in acht orthopädischen Kliniken im Rahmen einer wissenschaftlich begleiteten Implementationsstudie praktisch eingesetzt.

Die RMKs, als primäre Gruppierung von Rehabilitanden nach dem Behandlungsbedarf und den Behandlungsprozeduren, können im nächsten Schritt auch finanziell bewertet werden. Grundlage sind die Kosten, die durch den bedarfsbezogen verursachten unterschiedlichen Leistungsaufwand entstehen.

Im Ergebnis erhält man mit den so genannten Rehabilitanden-Management-Pauschalen (RMPs) rehaspezifische Fallpauschalen. In dem Beitrag wird dargestellt, wie die RMKs durch eine kombinierte Anwendung von ökonometrischer Modellbildung und betriebswirtschaftlicher Kostenrechnung finanziell bewertet werden können. Von entsprechenden Vergütungssystemen ginge ein Anreiz zu mehr Leistungs- und Bedarfsgerechtigkeit in der Ressourcenallokation aus.

[Kurzfassung]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Praxis Klinische Verhaltensmedizin & Rehabilitation
Homepage: https://www.psychologie-aktuell.com/index.php?id=praxis

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA3466


Informationsstand: 02.09.2009

in Literatur blättern