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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Integration von Fachlichkeit

Zur Notwendigkeit eines beschäftigungsrelevanten Ansatzes in der gemeindenahen Rehabilitation von Frauen und Männern mit Behinderungen



Autor/in:

König, Andreas


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft Behinderung und Dritte Welt


Quelle:

Behinderung und Dritte Welt - Journal for Disability and International Development, 1999, 10. Jahrgang (Ausgabe 1), Seite 13-23, Essen: Eigenverlag, ISSN: 1430-5895


Jahr:

1999



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Abstract:


Um den sozio-ökonomischen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen und anderen benachteiligten Gruppen in armen Ländern gerecht zu werden, werden in dem Artikel 'integrierte Maßnahmen'vorgestellt, die die Bereiche Erziehung, berufliche Ausbildung und Förderung von Kleingewerbe umfassen. Ein in dieser Weise integrierter Ansatz, der auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe abgestimmt ist, wird als Chance gesehen, zum Überleben in einem stets rauher werdenden ökonomischen Umfeld beizutragen.

Das Problem
In den meisten Ländern Lateinamerikas wie auch Afrikas und Asiens lebt die Mehrzahl der Bevölkerung in Umfeldern, die in vielfacher Weise depriviert sind. Verarmung ist dabei nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein sozialer Faktor, gekennzeichnet durch einen begrenzten Zugang zu Ernährung, Gesundheitsdiensten, Bildung, Arbeit und Einkommen.

Der wirtschaftliche Überlebensraum ist geprägt von klein- und kleinstgewerblichen Unternehmungen. Die damit einhergehende 'Selbstständigkeit' ist keine freie Wahl, sondern für viele die einzige Hoffnung, zu einem Einkommen zu gelangen. Viele dieser selbstständigen Kleinstunternehmer setzen (unbezahlte) Familienmitglieder oder (bezahlte) angelernte Hilfskräfte sowie Anzulernende ein. Ihre Unternehmungen arbeiten mit sehr geringer Kapitalausstattung, mit rudimentärer Technologie und beschränkten Fertigkeiten und daher auf einem sehr niedrigen Produktionsniveau.

Sie sind staatlich nicht reguliert und werden daher oft als 'informell' bezeichnet.1) Das Einkommen ist in der Regel gering und instabil, die Situation der so ihr Einkommen verdienenden Männer, Frauen, Jugendlichen und häufig auch Kinder bedroht, nicht nur wirtschaftlich, sondern oft auch durch repressive Maßnahmen der Polizei. Diese mag sie, rechtlos und in der Regel unorganisiert wie sie sind, von ihrem mühsam eingerichteten Produktions- oder Verkaufsplatz vertreiben und diesen schlimmstenfalls zerstören. In diesem Umfeld müssen sich auch Menschen mit Behinderungen behaupten, die sich häufig zusätzlichen Barrieren gegenübersehen. An diesen komplexen Rahmenbedingungen, die das Handlungsfeld von arbeitslosen, unterbeschäftigten und verarmten Zielgruppen bestimmen, muss sich jedes Unterstützungsprogramm orientieren. Dies ist die Ausgangsbasis der Erkenntnis, dass für Männer und Frauen mit Behinderungen, genauso wie für andere Gruppen ohne ausreichendes Einkommen, eine integrierte Förderung in und für kleingewerbliche Tätigkeiten sinnvoll und notwendig ist, die beschäftigungsrelevant ist. Wenn wir hier von 'Kleingewerbe' sprechen, denken wir an 'kleinstgewerbliche' Tätigkeiten, in denen Produkte und Dienstleistungen hergestellt beziehungsweise angeboten und vertrieben werden.

Diese kleinstgewerblichen Tätigkeiten werden von 'selbstständigen' Männern und Frauen in Entwicklungsländern, in der Regel vorwiegend, aber nicht ausschließlich, im städtischen Umfeld betrieben. Ziel von integrierten Projekten zur Beschäftigungsförderung muss es sein, einen Beitrag zur Stärkung der in diesen Arbeitsformen Tätigen zu leisten beziehungsweise Jugendlichen, Männern und Frauen Zugang zu diesen Arbeitsformen und Einkommen durch diese zu verschaffen. Behinderte Jugendliche und Erwachsene finden sich in dieser heterogenen Gruppe zusammen mit Schulabbrechern, Langzeitarbeitslosen, durch strukturelle Anpassungsprogramme freigesetzte Angestellte des öffentlichen Dienstes und demobilisierten Soldaten. Diese Heterogenität der Zielgruppen, ihrer Vorerfahrungen, ihrer Lebens- und Handlungsfelder gilt es bei der Formulierung angemessener Unterstützungsprogramme zu berücksichtigen.

Aus dieser Heterogenität, wie aus der Breite der Bedürfnisse dieser Zielgruppen, ergibt sich die Notwendigkeit eines integrierten Ansatzes zur Beschäftigungsförderung. 'Integriert' meint dabei nicht alleine das gemeinsame Lernen und Arbeiten von behinderten und nicht-behinderten Frauen und Männern, sondern bezieht sich hier auf die Verbindung solcher Angebote, wie sie ansatzweise auch im gemeinsamen Papier von ILO, UNESCO und WHO zur Community-Based-Rehabilitation (CBR) formuliert worden sind.2) Dieser Artikel basiert auf der These, dass CBR, wenn sie wirklich zur vollen Teilhabe von Menschen mit Behinderung beitragen will, dies nur erreicht, wenn sie beschäftigungsrelevant ist; eine Beschäftigungsrelevanz ist dann erreichbar, wenn verschiedene fachliche Beiträge integrativ zusammenwirken.

Was ist ein 'integriertes Programm'?
Eine wirksame Zusammenarbeit mit arbeitslosen, unterbeschäftigten und verarmten Zielgruppen umfasst Elemente der Grundbildung und funktionalen Alphabetisierung, der beruflichen Aus- und Fortbildung sowie der Wirtschaftsförderung, einschließlich Existenzgründungshilfe und Kreditvermittlung. Es geht dabei um die Qualifizierung von Frauen, Männern und Jugendlichen, behindert oder nicht behindert, zu einfachen, oft selbstständigen Unternehmungen in kleinstgewerblicher Arbeitsweise, die außerhalb formeller, ordnungsrechtlicher Bezüge, primär auf die allgemeine Bedarfsdeckung des Haushaltes des/der Kleinstunternehmers/-erin orientiert, durchgeführt werden.

Integrierte Maßnahmen zur Beschäftigungsförderung orientieren sich am Lebensumfeld einer konkreten Zielgruppe (dem sogenannten Handlungsfeld) und versuchen, Fertigkeiten zu vermitteln, die in diesem Handlungsfeld notwendig sind, um zu Beschäftigung und Einkommen zu gelangen. Der konkrete Mix aus Elementen der Grundbildung, der Vermittlung von beruflichen Fertigkeiten und von kleingewerblichen Kenntnissen 3) bestimmt sich aus der Situation und den Vorkenntnissen der Zielgruppe und der Struktur ihres jeweiligen Handlungsfeldes. Die Berücksichtigung dieser drei Hauptelemente bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung macht den integrativen Charakter aus.

Grundüberlegungen
Was gilt es bei der Planung, wie der Durchführung solcher integrativen Maßnahmen zu einer beschäftigungsrelevanten Förderung von arbeitslosen, unterbeschäftigten und verarmten Zielgruppen zu berücksichtigen? Wie können dabei die Belange von Frauen und Männern mit einer Behinderung berücksichtigt werden?

Die folgenden Prinzipien stellen einen Orientierungsrahmen dar, der eine Grundlage für die weitere Diskussion bietet. Unabhängig vom Ort des Geschehens wie von der genauen Zusammensetzung der Zielgruppe einer Maßnahme: Es gibt einige Prinzipien, die es durchgehend bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung von integrierten Programmen zur Beschäftigungsförderung zu berücksichtigen gilt. Sie wirken zusammen, beziehen sich aufeinander und ergänzen sich.

(a) Partizipatives Planen und Handeln
Integrierte Programme zur Beschäftigungsförderung können nur dann wirksam sein, wenn sie die Zielgruppe in allen Phasen aktiv am Geschehen beteiligen. Der Begriff 'Handlungsfeld-Relevanz' ist ein zentrales Kriterium in der Planung und Durchführung von beschäftigungsfördernden Programmen für verarmte Zielgruppen. Es wird zu Beginn, wie im Verlauf jeder Intervention zu fragen sein, inwieweit die Angebote der kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Realität der Männer und Frauen entsprechen, die als Zielgruppe einer Maßnahme identifiziert worden sind. Diese Fragen zur Handlungsfeld-Relevanz lassen sich nur von und mit der Zielgruppe selber beantworten. Menschen mit einer Behinderung müssen von Anfang an als selbstverständliche und gleichberechtigte TeilnehmerInnen in diesen Gesprächsprozess einbezogen werden, so dass alle zu planenden Maßnahmen ihre Möglichkeiten, Interessen und Bedürfnisse berücksichtigen.

(b) Prozesshaftes Denken
Der offene Charakter von beschäftigungsfördernden Programmen, die Heterogenität der Zielgruppen, die Unterschiedlichkeit in ihren Rahmenbedingungen und die Dynamik, der sowohl die Zielgruppen wie auch die Rahmenbedingungen unterliegen sowie ihre Handlungsfeldorientierung, bedingen, dass die Trennung 'Planung' und 'Durchführung' nicht haltbar ist. Durch die prozesshafte Entwicklung solcher Maßnahmen, die einer dauernden Neuanpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen bedürfen, wird (Weiter)-Planung ein selbstverständlicher Bestandteil der Vorhaben. 'Prozesshaft Denken' heißt, offen sein für Entwicklungen, bereit sein, sie anzunehmen und sich an sie anzupassen.

(c) Partizipatives und prozesshaftes Ermitteln von Förderbedarfen
Welche konkrete und aktuelle Förderbedarfe hat die Zielgruppe, die Partner in der Implementierung des beschäftigungsfördernden Programmes ist? Zur Beantwortung dieser Frage ist es am besten an dem anzuschließen, was die Zielgruppe bereits tut. In welchem Bereich sind die Mitglieder tätig, was stellen sie her und verkaufen sie? Welche Kenntnisse haben sie? Wofür interessieren sie sich in Bezug auf Beschäftigung und Einkommensgewinn? Zunächst sollten die Wünsche und Vorstellungen in der Gruppe durch Einzelgespräche und Gruppendiskussionen in Erfahrung gebracht werden. Dabei muss die Kontinuität des Dialogs mit der Zielgruppe gesichert werden und dabei auch die Anfangskosten, Folgekosten und andere Anforderungen hinsichtlich der Vorstellungen thematisiert werden, die eine Gruppe und ihre Mitglieder äußern. Zu diesem andauernden Dialog, der die Prozesshaftigkeit der Beziehung zur Zielgruppe kennzeichnet, gehört es auch, alternative Vorstellungen zu vermitteln und diese zu diskutieren.

In der Regel bedarf die Zielgruppe der Unterstützung, die Marktrelevanz und die Realisierbarkeit hinsichtlich des Kosten-Nutzen Verhältnisses ihrer Vorstellungen zu überprüfen. Dies gilt selbstverständlich auch für die behinderten Mitglieder der jeweiligen Zielgruppe. Gibt es wirklich einen Bedarf für das Produkt, das hergestellt oder die Dienstleistung, die erbracht werden sollen? Wenn es einen Bedarf gibt, besteht auch die Kaufkraft, um das Produkt oder die Dienstleistung wirtschaftlich nutzbar auf den Markt zu bringen? Lassen die möglichen beziehungsweise notwendigen Transportwege eine wirtschaftliche Vermarktung zu? Ist die zur Verfügung stehende Technologie ausreichend, um den Vorstellungen der Gruppe beziehungsweise den qualitativen wie quantitativen Notwendigkeiten des Marktes gerecht zu werden? Nimmt der angedachte Produktions- oder Dienstleistungsprozess Bezug auf die Lebenswirklichkeit und das Handlungsfeld der Zielgruppe? So muss zum Beispiel für gehbehinderte Männer und Frauen darauf geachtet werden, dass die vorgesehenen Angebote in der Nähe ihres Wohnumfeldes gemacht werden, da Transport für sie häufig nicht zur Verfügung steht; auch in Bezug auf Frauen muss die Wohnortnähe berücksichtigt werden. Andernfalls sind sie aufgrund familiärer Verpflichtungen und/oder kultureller, nicht kurzfristig überwindbarer Grenzen selbst bei hoher Motivation nicht in der Lage, selbst ein ansonsten gut strukturiertes Förderprogramm wahrzunehmen. Lokale Fachkräfte oder auch vor Ort arbeitende Unterstützungsprogramme zur Kleingewerbeförderung sind die bevorzugten Partner bei der Ermittlung der Förderbedarfe. Sie kennen das Umfeld und haben einen direkten Zugang zur Zielgruppe.

(d) Bestehende Einrichtungen, Initiativen und Organisationen nutzen
Beschäftigungsfördernde Maßnahmen tun gut daran, von Beginn an Kontakte zu Initiativen und Institutionen zu suchen, die bereits Erfahrungen in der Arbeit mit der Zielgruppe haben und deren Vertrauen besitzen. Dies ermöglicht einen unmittelbaren Zugang zur Zielgruppe, baut Fehleinschätzungen vor, verhindert, dass das Rad von vorne erfunden wird, nutzt vorhandene Synergien und ist darüber hinaus auch kostengünstiger als der Aufbau neuer Strukturen. Hier ist es von Bedeutung, von Beginn an den Kontakt zu bestehenden Selbsthilfegruppen von Behinderten zu suchen.

(e) Flexibel agieren und reagieren
Aus der vielbeschworenen Prozesshaftigkeit integrierter Ansätze ergibt sich die Notwendigkeit, flexibel und unbürokratisch auf Entwicklungen der Zielgruppe und innerhalb ihres Umfeldes zu reagieren. Dies wird sich nicht selten mit den formellen Anforderungen stoßen, die durch ein Projektplanungsdokument und die zur Verfügung stehenden Finanzmittel gegeben sind. Dieses potenziell spannungsreiche Postulat der Flexibilität, welches nicht jeder Auftraggeber zu schätzen mag, der oft an einem 'reibungslosen Abfluss von Projektmitteln' interessiert ist, sollte durchgehend vertreten und in die Projektpraxis umgesetzt werden.

(f) Die Nachhaltigkeit berücksichtigen
'Nachhaltigkeit' ist heute ein Anliegen jeder Entwicklungszusammenarbeit. Das gemeinsam Aufgebaute soll auch nach dem Ende eines Projektes von Bestand bleiben. In Bezug auf ein beschäftigungsförderndes Programm für verarmte und arbeitslose Zielgruppen muss dabei allerdings eine differenzierte Sichtweise von dem entwickelt werden, was Nachhaltigkeit auf den verschiedenen Ebenen eines solchen Programmes bedeutet. In Bezug auf wirtschaftliche Aktivitäten der geförderten Betriebe, also auf die Nachhaltigkeit auf Betriebsebene kann und muss darauf geachtet werden, dass diese auf eigenen Beinen stehen. Nicht realistisch erscheint es dagegen zu erwarten, dass Trägerorganisationen, mit denen eine Zusammenarbeit besteht, im umfassenden Sinne nachhaltig gemacht werden können. Dies gilt auch für die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen von Behinderten.

(g) Das Beitragsprinzip stärken
Idealiter sollte jegliche Leistungserbringung an die Zielgruppe von Anfang an gegen Entgelt erfolgen. Dies stellt sicher, dass die Zielgruppe ein höheres Interesse an den Angeboten hat und mit kritischem Auge deren Qualität verfolgen wird. Kostenlose Angebote verfallen schnell dem Urteil unverbindlich zu sein; und außerdem: 'Was nichts kostet, ist auch nichts!' Natürlich sind der Erhebung von Gebühren bei arbeitslosen, verarmten Zielgruppen wie bei Männern und Frauen mit Behinderung Grenzen gesetzt. Doch sollte auch hier von vorne herein, zumindest ein minimaler Kostenbeitrag verlangt werden. Dies bindet die Nutzer, erhöht ihre Motivation und stellt sicher, dass sie sich mit verantwortlich für das Angebot fühlen. Nicht zuletzt wird sie dies zu 'kritischen Konsumenten' machen, die aus Eigeninteresse heraus verfolgen werden, ob das Angebot ihren Interessen und Bedürfnissen entspricht.

(h) Die Möglichkeiten des Networking nutzen
Alleine geht's - gemeinsam geht's besser: Vielfältig sind die Möglichkeiten, mit anderen Projekten und mit anderen Gebern zusammenzuarbeiten, sei es in der Umsetzung einzelner Programmkomponenten, sei es bei der Finanzierung von einzelnen Unteraktivitäten durch Drittmittel. Eine solche Zusammenarbeit erhöht auch die Flexibilität eines Programmes und kann zu seiner Nachhaltigkeit beitragen.

(i) Die Aufnahmefähigkeit berücksichtigen
Angebote, die von Außen kommen, unterliegen leicht der Gefahr, die Zielgruppe wie die Trägerorganisation zu überfordern. Oft setzen Programme Maßstäbe des Geberlandes an und lassen die realen Möglichkeiten des Partnerlandes unberücksichtigt. Träger im Partnerland, egal ob es sich dabei um Regierungsstellen oder um Nicht-Regierungsorganisationen (NROs) handelt, unterliegen den Beschränkungen begrenzter Ressourcen in Bezug auf Personal und Sachmittel. Daher müssen sich beschäftigungsfördernde Programme in ihrer Angebotsdichte, bei der Sachausstattung und in der Zeitplanung an der tatsächlichen Aufnahmefähigkeit des Partners orientieren. Entsprechend sollen Partner nicht mit (finanziellen) Anreizen überfordert werden. Die oben unter (h) spezifizierte Zusammenarbeit kann in dieser Hinsicht richtungsweisend wirken. Sie erleichtert dem Träger im Partnerland die Arbeit, indem Geberinterventionen überschaubar gemacht werden.

(j) Subsidiarität walten lassen
Was soll ein integriertes Programm zur Beschäftigungsförderung verarmter und arbeitsloser Zielgruppen selber unternehmen, was sollte es lieber bleiben lassen? Aufgrund der Breite der fachlichen Bezüge öffnet sich eine weite Palette von möglichen Interventionen, aus der das Angemessene ausgewählt werden muss. Als Leitschnur: Subsidiarität ist praktisch ein Gebot. So wenig wie möglich sollte von einem Programm selber initiiert werden - so viel wie möglich sollte das genutzt werden, was andere bereits unternehmen, oder anders gesagt: Notwendig ist nur das, was andere nicht tun.

Der Beitrag verschiedener Arbeitsfelder zu einem integrierten Programm der Beschäftigungsförderung

Auf der Grundlage der genannten Prinzipien konstituieren sich die Hauptbeiträge der drei Arbeitsfelder 'Gundbildung', 'Berufliche Bildung' und 'Kleingewerbeförderung' in der Regel aus den folgenden Aktivitätenbündeln:

Potenzieller Beitrag GRUNDBILDUNG
Grundbildungskomponente handlungsfeldbezogenes Lesen, Schreiben und Rechnen: Angeboten werden hier Kenntnisse, die möglichst unmittelbar im Lebensumfeld der Zielgruppe umgesetzt werden und zur Beschäftigungsförderung und einem Einkommen beitragen können.

Vermittlung von (sozialen) Handlungsfeldkompetenzen: Dabei geht es um die Fähigkeit, sich dem jeweiligen Umfeld und seinen Normen entsprechend zu verhalten soweit dies notwendig ist, um im Handlungsfeld erfolgreich lernen und das Gelernte gewinnend einsetzen zu können.

Vermittlung von problemorientiertem Denken und Problemlösungsverhalten: Vermittelt wird hier die Fähigkeit, Probleme im Lebens- und Lernumfeld zu erkennen, sie zu analysieren und zu angemessenen Lösungsmöglichkeiten beitragen zu können.

Förderung und Stärkung von gemeinwesenorientierten Selbsthilfepotenzialen: Erkannt werden soll das Potenzial, das in der Nachbarschaft vorhanden ist, aber in der Regel brachliegt, und wie es zur Lösung anstehender Probleme genutzt werden kann.

Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Träger und Multiplikatoren: Es gilt durchgehend, Mittlerorganisationen, die nachhaltig die Förderung der verschiedenen Lernkomponenten tragen können, zu stärken und weiterzuqualifizieren. Zu diesen Mittlern gehören Schulen, Träger öffentlicher und privater Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Gewerkschaften, Selbsthilfegruppen u.ä. 4)

Potenzieller Beitrag BERUFLICHE BILDUNG
Grundausbildungskomponente handlungsfeldbezogene Fertigkeiten: In Kenntnis lokaler Marktstrukturen und der generellen Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen sollen solche Grundfertigkeiten vermittelt werden, die mittelfristig potenziell einkommensrelevant sind.

Vermittlung von (praktischen) Handlungsfeldkompetenzen zur marktrelevanten Produktion beziehungsweise Dienstleistung: In Kenntnis lokaler Marktstrukturen und der existierenden Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen sollen solche Fertigkeiten vermittelt oder gestärkt werden, die unmittelbar einkommensrelevant sind. Vermittlung von handlungs- und berufsfeldbezogenem Problemlösungsverhalten: In Bezug auf ein Produkt- oder Dienstleistungsfeld können hier beispielsweise Fragen zur Nutzung angemessener Technologien, zum Erwerb der notwendigen Rohstoffe, zur Verbesserung der Produktqualität diskutiert und Wege zur angemessenen Lösung der damit einhergehenden Probleme aufgezeigt werden.

Förderung und Stärkung von handlungs- und berufsfeldbezogenen Selbsthilfepotenzialen: Diese können bei der Lösung der gerade genannten Probleme eine zentrale Rolle spielen, so bei der Organisation des Nachschubs an Rohstoffen, der gemeinsamen Nutzung von Werkzeugen etc.

Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Träger und Multiplikatoren: Auch hier gilt es durchgehend, Mittlerorganisationen, die nachhaltig die Förderung der verschiedenen Komponenten der beruflichen Bildung tragen können, zu stärken und weiter zu qualifizieren. Mittler in diesem Bereich können sein staatliche und private Träger der beruflichen Bildung einschließlich solcher Berufsbildungszentren, die zu einer Öffnung für neue Zielgruppen bereit sind, Zusammenschlüsse von Kleingewerbetreibenden sowie Betriebe.

Zur eigentlichen Vermittlung von einkommensrelevanten Fertigkeiten stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. 5) Diese sollen in der Regel nicht dogmatisch eingesetzt, sondern selektiv genutzt werden; sie sind gemeinhin dem jeweiligen Handlungsfeld und der Zielgruppe anzupassen. Praxisbeispiele liegen mittlerweile zahlreich vor.6) Darüber hinaus gibt es inzwischen auch erste Ansätze zur Erstellung angemessener Curricula, die, an einem integrierten Ansatz orientiert, einkommensrelevante Fertigkeiten zu vermitteln suchen.7)

Potenzieller Beitrag KLEINGEWERBEFÖRDERUNG
Grundkenntnisse in marktgerechtem Verhalten einschließlich Preisgestaltung, Marketing, Buchführung etc. Diese Grundkenntnisse sollen in möglichst praxisrelevanten Kursen vermittelt werden.8) Vermittlung von handlungsfeldbezogenem, marktgerechtem Problemlösungsverhalten: In Kenntnis lokaler Marktstrukturen und der existierenden Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen sollen Kompetenzen in Preisgestaltung, Marketing, Buchführung etc. vermittelt und eingeübt werden, die unmittelbar marktrelevant sind.

Vermittlung von Zugang zu Krediten und Beratung in der Gewerbeführung: Es geht hierbei nicht darum, einen eigenen Kreditfonds aufzubauen, sondern die Nutzung existierender Kreditangebote zu vermitteln beziehungsweise Banken und Sparkassen dahinzubringen und dabei zu unterstützen, dass diese sich auch für Kleinstunternehmer öffnen. Banken und Sparkassen haben dabei häufig selber einen Fortbildungsbedarf insbesondere hinsichtlich ihrer Rolle in der kontinuierlichen Beratung von Kleingewerbe treibenden Kreditnehmern.

Förderung und Stärkung von Selbsthilfepotenzialen am Markt: Diese können entscheidend zur Bewältigung zum am Markt auftretenden Problemen beitragen; dies gilt zum Beispiel beim Einkauf von Rohstoffen, der gemeinsamen Nutzung von Werkstätten und Werkzeugen, bei der Vermarktung und der Kreditgewährung.

Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Träger und Multiplikatoren: Es gilt, kontinuierlich Mittlerorganisationen, die nachhaltig die Förderung der verschiedenen Komponenten innerhalb der Kleingewerbeförderung tragen können, zu stärken und weiterzuqualifizieren. Zu diesen Mittlern können Selbsthilfegruppen, Verbände, Sparvereinigungen, Banken und Sparkassen und öffentliche und private Bildungsträger mit einem Arbeitsmarktbezug gehören.9)

Die Gewichtung der verschiedenen Elemente, ihre genaue Ausstattung sowie die Möglichkeit beziehungsweise Notwendigkeit ihrer Ergänzung durch Zusammenarbeit, zum Beispiel mit den Bereichen 'Stadtentwicklung', und der 'Ländlichen Entwicklung', wird sich nach der Situation der jeweilige Zielgruppe richten. Dazu gehört langfristig auch die Einbeziehung der genannten Elemente in eine 'Wirtschafts- und Sozialpolitische Beratung' auf der Ebene von lokalen und nationalen Entscheidungsträger, um die angestoßenen Veränderungen möglichst nachhaltig zu machen.

Um die Aufgabe fachlich und politisch angemessen und zielgruppenrelevant zu lösen, bedarf es einer genauen Kenntnis der politischen, sozialen und kulturellen Zusammenhänge, in denen das Handlungsfeld der jeweiligen Zielgruppe eingebettet ist. Die vorgefundenen politischen und institutionellen Rahmenbedingungen bestimmen entscheidend den Bewegungsspielraum und damit den Ablauf und die Erfolgsaussichten eines partizipativ orientierten beschäftigungsfördernden Projektes. Die Bestandsaufnahme der relevanten Gesetzgebung, der real existierenden (Macht-) Verhältnisse, die u.U. ja gar nicht der relevanten Gesetzgebung entsprechen, potenzieller Widerstände und realer Spielräume sind von essenzieller Bedeutung für die Wirksamkeit eines integrierten Projektes zur Beschäftigungsförderung von verarmten Zielgruppen.

Zu den einflussnehmenden Größen, die es zu berücksichtigen gilt, gehören auch:
- Kulturelle Traditionen, die beispielsweise bestimmte berufliche Tätigkeiten oder Formen des Handels stigmatisieren;
- religiös bedingte Prägungen beziehungsweise Distanzierungen, die möglicherweise die Zusammenarbeit von potenziellen Mitgliedern innerhalb der Zielgruppe beeinflussen; diese können auch gegenüber Menschen mit Behinderungen von besonderer Bedeutung sein und müssen daher vor dem Beginn einer Zusammenarbeit aufgedeckt und reflektiert werden;
- geschlechterspezifische Rollenerwartungen, die es bei der Einbeziehung von Frauen zu berücksichtigen gilt, um möglichen Widerständen und Schwierigkeiten angemessen begegnen zu können;
- wirtschaftliche Interessen von einzelnen oder Interessensgruppen, die durch die Förderung des Kleinstgewerbes ihre Interessen bedroht sehen mögen;
- die Bedeutung wie die Rolle existierender Verbände im Privatsektor wie auf der Seite der Arbeitnehmer, die sowohl Alliierte auf dem Weg zur Erreichung des Projektziels sein als auch Hindernisse aufbauen können;
- Entwicklungen im Bereich des Kreditsektors wie der Stadtplanung, die beide einflussreiche Größen hinsichtlich eines stabilen Wachstums des Klein- und Kleinstgewerbes beziehungsweise dessen potenzielle Hemmschwellen sein können.

Allerdings sollte auch Realismus hinsichtlich der Grenzen der Einflussnahme und der Veränderungsmöglichkeiten herrschen. Gerade kulturell, religiös oder ethnisch geprägte Rahmenbedingungen werden sich jeder direkten Intervention entziehen.

Förderbedarfe verschiedener Zielgruppen

Zielgruppen können zum einen nach dem Stand ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit geordnet werden:

Männer und Frauen, die bereits kleingewerblich tätig sind
Diese haben ein nachgewiesenes einkommenschaffendes und unternehmerisches Potenzial. Hier geht es daher primär um den Ausbau und die Verbesserung bestehender Fertigkeiten. Die Kleingewerbetreibenden bedürfen häufig Unterstützung und Beratung bei
- der Verbesserung ihrer Produktionsweise
- einer Förderung von Qualitätsbewusstsein
- einer verbesserten Vermarktung ihres Produktes beziehungsweise ihrer Dienstleistung
- der Führung ihres Geschäftes
- dem Zugang zu Kleinkrediten
- der Organisation in Selbsthilfegruppen, Sparvereinen, Einkaufs- und Verkaufsgenossenschaften u.ä.

Männer und Frauen mit niedrigem Einkommen außerhalb des kleingewerblichen Sektors, die ein Zusatzeinkommen suchen
Hier geht es zunächst um die Findung einer einkommensrelevanten Tätigkeit, die das nicht ausreichende Haupteinkommen ergänzen soll. Grundsätzlich kann von einem unternehmerischen Potenzial aufgrund von beruflichen Grundfertigkeite n und Vorerfahrungen von der Möglichkeit zu zumindest minimalen Sparleistungen als Grundvoraussetzung zur Kreditgewährung ausgegangen werden.

Nach der Identifizierung einer einkommensrelevanten Nische auf dem lokalen Markt gilt es, den Förderbedarf individuell zu ermitteln durch eine Abgleichung des Profils der vorhandenen Fertigkeiten und Erfahrungen mit dem für die identifizierte Tätigkeit Notwendigem. Aus dem Ergebnis dieses Prozesses werden sich die konkreten Förderbedarfe ergeben. Bei der hier diskutierten, bereits mit Arbeitserfahrung ausgestatteten Gruppe kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass ein relativ hoher Förderbereich in der kleingewerblichen Komponente, ein Fortbildungs- oder 'Umschulungs'-bedarf in der Berufsbildungskomponente und ein relativ kleiner in der Grundbildungskomponente besteht.

Männer und Frauen ohne Einkommen
In der Regel sind bei diesen die Defizite in den Bereichen Grundbildung, berufliche Fertigkeiten und gewerbliche Fähigkeiten am größten. Menschen mit Behinderungen, denen häufig der Zugang zur Schule verwehrt geblieben ist, finden sich überproportional häufig in dieser Gruppe. Hier liegt aufgrund mangelnder Grundkenntnisse und einkommensrelevanter Fertigkeiten kurzfristig kein unternehmerisches Potenzial vor. Entsprechend hoch wird in dieser Gruppe der Förderbedarf in der Komponente Grundbildung (u.a. funktionales Lesen und Rechnen) sein. Je nach dem Ausmaß ihrer wirtschaftlichen und/oder sozialen Verarmung müssen u.U. spezielle Maßnahmen vorgeschaltet werden, um sie an eine beschäftigungsrelevante Tätigkeit heranführen zu können. Dies gilt beispielsweise für Langzeitarbeitslose und Schulabbrecher, die für mehrere Jahre ohne strukturierte Beschäftigung waren.

Weitere Programmaktivitäten, die über einzelne Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Berufsbildung, Produktion, Einkauf und Marketing hinausgehen und zielgruppenübergreifend sind, beziehen sich auf die Unterstützung beim Anschluss an bestehende Organisationsformen wie Selbsthilfegruppen, Verbände und Initiativen zur Gemeindeentwicklung. Es gilt, deren Erfahrung zu nutzen und sie den Mitgliedern der geförderten Zielgruppe als einzelne wie im Kollektiv zugute kommen zu lassen. Eine konkrete Hilfestellung ist beispielsweise die Unterstützung beim Zusammenschluss zu Sparvereinen sowie die Gewährung eines Garantiefonds, der bei lokalen Kreditinstituten als Sicherheit für vergebene Kleinstkredite dient. Beides sind Maßnahmen, die für die arbeitslosen, unterbeschäftigten verarmten und behinderten Männer und Frauen eine wesentliche Grundlage darstellen, um überhaupt mit einer erfolgversprechenden Perspektive kleinstgewerblich tätig werden zu können. 10)

Auch bei der Auswahl und der Umsetzung der Aktivitäten zur Förderung der wirtschaftlichen Betätigung der Zielgruppe gilt die Kontinuität des Dialogs. Die mit der Zielgruppe gemeinsam ausgewählten und durchgeführten Aktivitäten sind nicht nur im Prozess entwickelt, sondern werden in der Folge dieses Prozesses auch weiterhin kontinuierlich überprüft und wenn notwendig, mit der Zielgruppe entsprechend verändert und den aktualisierten Bedürfnissen angepasst.

Ein Schlusswort
Werden Menschen mit einer Behinderung und Millionen von anderen Frauen und Männern in Lateinamerika, in Afrika und Asien und zunehmend auch in Europa eine Chance erhalten, im Zeichen der zunehmenden Globalisierung und eines ausgrenzenden Wettbewerbes eine Nische zu finden, in der sie wirtschaftlich überleben können? Ein integrierter Förderansatz, der sich auf ihr Lebens- und Handlungsfeld einlässt und Hilfestellung zum (wirtschaftlichen) Überleben vermittelt, bietet vielleicht eine Antwort auf diese Frage. Noch gibt es nur wenige Erfahrungen mit Projekten, die sich explizit einer integrierten Beschäftigungsförderung verpflichtet fühlen. Die ersten Erfahrungen sind nicht nur ermutigend: Die Schwierigkeiten, verschiedene Fachlichkeiten und die damit einhergehenden Denk- und Arbeitskulturen zu koordinieren und 'unter einen Hut zu bekommen', können nicht unterschätzt werden. Dennoch: Es müssen Mittel und Wege gefunden werden, diese Schwierigkeiten zu überwinden, denn: Alleine geht's - gemeinsam geht's besser!

Anmerkungen:
1) Siehe dazu auch Ullrich Boehm: Kompetenzanforderungen und Kompetenzerwerb im informellen Sektor. Ein Überblick über empirische Forschungsergebnisse und Konsequenzen für die Berufsbildungshilfe. In: ders. (Hrsg.) : Kompetenz und berufliche Bildung im informellen Sektor. Baden-Baden (Nomos) 1997. Wolfgang Schneider-Barthold u.a.: Die Organisationsfähigkeit des Informellen Sektors. Der Beitrag des Kleingewerbes zur Reform des Wirtschafts- und Rechtssystems in Entwicklungsländern. Köln (Weltforum) 1995. Iris Allmendinger/Andreas König: Integrierte Beschäftigungsförderung im informellen Sektor - Ein Arbeitspapier aus der Sicht der beruflichen Bildung. Eschborn (GTZ) 1998.

2) ILO/UNESCO/WHO: Community-Based-Rehabilitation - Joint Position Paper. Geneva 1994.

3) Zu diesen drei primären Arbeitsfeldern können je nach Situation noch Elemente anderer Felder wie zum Beispiel landwirtschaftliche Entwicklung, Gesundheitserziehung, Organisationsentwicklung dazukommen.

4) Praxisbeispiele können gefunden werden H.H. Rudolph: Jetzt reden wir - Jugend, lebensweltbezogene Bildung und Gemeindeentwicklung in Lateinamerika. Frankfurt (IKV-Verlag), 1997.

5) Siehe zum Beispiel die beiden von der ILO entwickelten Methoden 'Modules of Employable Skills' (MES), das eine modulare Ausbildung für handwerkliche und industrielle Tätigkeiten anbietet (dazu: E. Chrosciel and W. Plumbridge: Handbook on Modules of Employable Skills Training, Geneva (ILO) 1992) und 'Training for Rural Gainful Activities' (TRUGA), die sich auf einkommensrelevante Fertigkeiten im ländlichen Raum konzentrieren (dazu: ILO/SIDA: User's Guide To TRUGA Manuals, Geneva/Stockholm (o.J) und H.C. Haan: Community-based training for employment and income generation. Geneva (ILO) 1994).

6) Siehe beispielsweise W. Karcher/B. Overwien/ J. Krause/M. Singh: Zwischen Ökonomie und sozialer Arbeit. Lernen im informellen Sektor in der 'Dritten Welt'. Frankfurt (Verlag für interkulturelle Kommunikation) 1993, sowie P. Breuer und K.H. Siekmann (Hg.): Werkstatt Zukunft - Handwerkliche Ausbildung und Gewerbeförderung in Entwicklungsländern. Berlin (Reimer) 1997.

7) Dazu S. Adam/ U. Boehm/ D. Gronwald/ E. Schade: Handbook for Curricular Work - Training for Industry and Craft Trades including the informal sector (Draft), 1996.

8) Das von der GTZ entwickelte CEFE (Competency-based Economies through Formation of Enterprises) ist ein umfassendes Ausbildungsinstrument, das positive Interventionen in der Entwicklung von kleinen und mittleren Unternehmen stimulieren soll. Es fördert unternehmerisches Denken im weiteren Sinne durch praxisrelevante Spiele und Übungen. CEFE zielt dabei nicht nur auf existierende Kleinunternehmen oder auf Unternehmensgründer sondern versucht verstärkt, sich Kindern, Jugendlichen und verarmten Zielgruppen zuzuwenden, die durch aktives, unternehmendes Denken und Handeln zu einer adäquaten Lösung der sie herausfordernden Probleme geführt werden sollen. Das von der ILO entwickelte 'Start Your Own Business' bietet einen ähnlichen Ansatz. 'How to start a small business: A manual for community workers assisting persons with disabilities' (1992) ist eine Anpassung dieses ILO-Ansatzes unter besonderer Berücksichtigung der Situation von Menschen mit Behinderungen.

9) Illustrationen eines relevanten Beitrages der Kleingewerbeförderung sind zum Beispiel zu finden bei Chr. Reichert/ N. Boschmann: Förderung von Kleingewerbe und Handwerk. Eschborn (GTZ), 1995, und, mit besonderem Bezug auf behinderte Frauen und Männer, bei M.Harper/W. Momm: Self-employment for disabled people - Experiences from Africa and Asia. Geneva (ILO) 1989 sowie bei A.König: Who needs support. EDPs - remember the future. In: Brainstorm 2 (1997). Eschborn (GTZ).

10) Siehe hierzu auch R.L.Metts: Assessment of a business skills training and loan scheme for disabled micro-entrepreneurs in Kenya. Geneva (ILO) 1993.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Integrated intervention measures which offer disabled people support and incentives


Abstract:


To meet the socio-economic needs of people with disabilities and other disadvantegd groups in poor economies, the article suggests 'integrated intervention measures' which offer support and incentives in the areas of education, vocational training and micro-enterprise promotion. Such an integrated approach, adjusted to the specific needs of each target group, is seen as a chance for contributing to social survival in an increasingly hostile economic environment.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Heute: Behinderung und internationale Entwicklung - Disability and International Development
Homepage: http://www.zbdw.de/

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Referenznummer:

R/ZA1102


Informationsstand: 15.10.2003

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