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Bibliographische Angaben zur Publikation

Zur Langzeitprognose der Behinderung und Arbeitsfähigkeit nach transitorischer ischämischer Attacke


Autor/in:

Oder, Walter; Binder, Heinrich; Baumgartner, Christoph [u. a.]


Herausgeber/in:

Hanrath, P.; Köbberling J.; Rahn, K. H. [u. a.]


Quelle:

Medizinische Klinik, 1988, 83. Jahrgang (Heft 13/14), Seite 439-443, München: Urban & Vogel, ISSN: 0723-5003


Jahr:

1988



Abstract:


Ziel der Studie war es, prognostische Faktoren für die Beeinträchtigung der Lebensqualität unter Einfluss der Behinderung im täglichen Leben und der Arbeitsfähigkeit nach transitorischen ischämischen Attacken im Langzeitverlauf zu finden. 159 Patienten mit transitorischen ischämischen Attacken, die zwischen 1976 und 1985 an der Neurologischen Universitätsklinik Wien stationär aufgenommen waren, wurden mittels Fragebogen über ihren weiteren Krankheitsverlauf befragt.

Die Rücklaufquote der Fragebögen betrug 73 Prozent, elf Patienten waren zwischenzeitlich verstorben, so dass somit die Ergebnisse von 89 Überlebenden ausgewertet werden konnten. Der Beobachtungszeitraum umfasste durchschnittlich 71,3 (SD 32,1, Bereich 19 bis 135) Monate. Folgende Parameter wurden hinsichtlich ihrer prognostischen Wertigkeit untersucht: Geschlecht, Lebensalter, Art und Zahl der klinisch betroffenen Gefäßgebiete, Zahl der transitorischen ischämischen Attacken und Schweregrad der klinisch-neurologischen Symptomatik.

Keiner dieser Faktoren hatte einen statistisch signifikanten Einfluss auf die Behinderung in irgendeiner Aktivität des täglichen Lebens am Ende des Beobachtungszeitraums. Bezüglich der Fragestellung Arbeitsfähigkeit konnten die Ergebnisse von 55 Patienten herangezogen werden, die zum Zeitpunkt der transitorischen ischämischen Attacke noch voll im Berufsleben gestanden beziehungsweise den Haushalt vollständig versorgt hatten. Am Ende des Beobachtungszeitraums waren 72,7 Prozent weiterhin beruflich oder im Haushalt tätig.

27,3 Prozent gaben eine Arbeitsunfähigkeit an, wovon der ganz überwiegende Anteil eine Berufsunfähigkeitspension bezog. Das Ausmaß der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit stand in statistisch signifikantem Zusammenhang mit der Lokalisation der transitorischen ischämischen Attacke im linken Karotisstomgebiet und der Anzahl der klinisch betroffenen Gefäßgebiete.

Somit lässt sich den geprüften Kriterien und Symptomen des Subakutstadiums keine prognostische Wertigkeit für die weitere Behinderung in irgendeiner Aktivität des täglichen Lebens zuordnen. Auch die Arbeitsfähigkeit nach transitorischen ischämischen Attacken ist im Langzeitverlauf nur in bescheidenem Ausmaß von klinischen Parametern des Subakutstadiums abhängig.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Factors predicting disability in ADL-functions and occupational status after transient ischemic attack

A long-term follow-up study

Abstract:


The aim of the study was to determine prognostic factors concerning the long-term disability in activities of daily living (ADL) and long-term occupational status of patients with transient ischemic attacks. 159 patients were hospitalised for transient ischemic attacks within the years 1976 through 1985, using questionnaires asking about course and outcome.

The return rate of the questionnaires was 73 percent, eleven patients had died during the observation period of 71,3 months (SD 32,1, range 19 to 135). Consequently, the results of 89 patients formed the basis of the present study. Several variables were analysed with respect to their prognostic relevance for long-term occupational status: sex, age, vessel territory clinically involved, number of vessel territories involved, number of transient ischemic attacks, and severity of clinical symptoms in the subacute stage.

None of these factors did statistically influence the outcome in any single activity of daily living. Of the 55 survivors after transient eschemic attack working prior to the event, 72,7 percent reported full employment or housekeeping at the end of the observation period, leaving 27,3 percent premature retirement. Between transient ischemic attacks in the left carotid territories involved on the one hand and the occupational status on the other hand, a significant correlation was found.

However, sex, age, number of transient ischemic attacks, and the severity of clinical symptoms did not influence the occupational status at the end of the observation period. According to our results, clinical criteria and symptoms in the subacute stage are poor predictors for the long-term disability and the long-term occupational status after transient ischemic attacks.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin
Homepage: https://link.springer.com/journal/volumesAndIssues/63

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Referenznummer:

R/ZA0064


Informationsstand: 30.05.1990

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