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Bibliographische Angaben zur Publikation

Nachsorge in der psychosomatischen Rehabilitation: Einfluss von Nachsorgegesprächen auf die sozialmedizinische Entwicklung und den Verlauf gesundheitsökonomischer Merkmale

Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Humanbiologie der Medizinischen Fakultät Ulm



Autor/in:

Kubiak, Nina


Herausgeber/in:

Universität Ulm - Medizinische Fakultät


Quelle:

Ulm: Universitätsverlag Ulm, 2015, 179 Seiten: PDF


Jahr:

2015



Link(s):


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Abstract:


Die Arbeit ist zugleich eine Dissertation an der Universität Ulm, 2015.

Ziel dieser Studie war es, den Einfluss von Nachsorgegesprächen nach einer psychosomatischen Rehabilitationsmaßnahme auf die weitere berufliche Entwicklung und den Verlauf gesundheitsökonomischer Merkmale der Patienten zu untersuchen. Dabei wurden zwei Nachsorgeformen, in denen Patienten nach Abschluss einer Rehabilitationsmaßnahme entweder über Einzelgespräche in der Klinik ('Face-to-Face', n = 47) oder über Telefongespräche (n = 92) durch eine Diplom-Psychologin begleitet wurden, mit einer Kontrollgruppe ohne zusätzliche Nachsorgegespräche (n = 62) verglichen. Im Rahmen der Nachsorge wurden die Patienten innerhalb der ersten drei Monate nach Entlassung aus der stationären psychosomatischen Rehabilitation in 2-4 Kontakten individuell betreut; die Kontrollgruppe erhielt keine zusätzliche Nachsorgebehandlung. In einer prospektiven, kontrollierten und randomisierten Längsschnittstudie wurden die Daten in Form von schriftlichen und telefonischen Befragungen an vier Messzeitpunkten (Reha-Beginn, Reha-Ende, drei Monate nach Entlassung, neun Monate nach Entlassung) erhoben. Umgesetzt wurde die von der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg geförderte Studie in der psychosomatischen Abteilung der Schlossklinik Bad Buchau.

Der Einfluss der Nachsorge wurde durch eigens entwickelte Fragebögen zur Erfassung der sozialmedizinischen Entwicklung sowie zur Erhebung gesundheitsökonomischer Merkmale überprüft. Zusätzlich bewerteten die Patienten aus den Behandlungsgruppen das Nachsorgeprogramm im Rahmen einer Telefonbefragung. Die Teilnahmequote fiel mit 25 Prozent geringer als erwartet aus, der Großteil der Rehabilitanden zeigte keine Bereitschaft zur Teilnahme. Ein Vergleich zwischen Studienteilnehmern und Nicht-Teilnehmern zeigte, dass eine Nachsorgebehandlung offenbar eher von psychisch belasteten, therapiemotivierten Personen mit einem höheren Ausbildungsstatus in Anspruch genommen wird. Unter den Nachsorgeteilnehmern fand die Studie eine hohe Akzeptanz. Rehabilitanden mit einer individuellen Nachsorgebehandlung zeigten in der poststationären Phase einen signifikant größeren Prozentsatz an Berufstätigkeit als eine Kontrollgruppe. Insgesamt nahm der Anteil an Berufstätigkeit im Katamnesezeitraum zu, während der Anteil an Arbeitsunfähigkeit in beiden Gruppen sank.

In Bezug auf Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit ließen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Nachsorgegruppe und Kontrollgruppe finden. Im Hinblick auf gesundheitsökonomische Merkmale ergaben sich insgesamt wenige Hinweise für eine günstigere Entwicklung der Nachsorgegruppen. Ein Vergleich der einzelnen Nachsorgeformen mit einer Kontrollgruppe zeigte leichte Tendenzen zugunsten der Nachsorge via Face-to-Face auf. Ein Vergleich zwischen Nachsorge via Face-to-Face und einer webbasierten Nachsorge wäre daher in Zukunft interessant. Selektionseffekte durch die Teilnahmebereitschaft schränken die Generalisierbarkeit der Ergebnisse jedoch ein. Perspektivisch sollten individuelle Nachsorgekonzepte dennoch als eine sinnvolle Ergänzung zur poststationären Routineversorgung verstärkt in den Fokus gerückt werden, um den Erwerbsverlauf von Rehabilitanden nachhaltig zu fördern.

[Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Kommunikations- und Informationszentrum Ulm (kiz)
Homepage: https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/kiz/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV7720


Informationsstand: 09.11.2015

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