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Bibliographische Angaben zur Publikation

Zur Einschätzung von Vitalität, Leistungsfähigkeit und Arbeitsbewältigung älterer Arbeitnehmer


Sammelwerk / Reihe:

Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz, Band FB 876


Autor/in:

Freude, G.; Ullsperger, P.; Dehoff, W.


Herausgeber/in:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)


Quelle:

Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW, 2000, 72 Seiten: 21 Abb., 29 Tab., ISBN: 3-89701-492-0; 978-3-89701-492-3


Jahr:

2000



Abstract:


In der Pilotstudie wurden 28 Arbeitnehmer aus dem wissenschaftlichen und Verwaltungsbereich (14 weibliche und 14 männliche) hinsichtlich ihrer Arbeits- beziehungsweise Leistungsfähigkeit untersucht. Dabei kamen zwei unterschiedliche Methoden zur Anwendung, der Work ability index (WAI; Finnisches Institut für Arbeitsmedizin), der auf einer Selbstbeurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den Arbeitnehmer basiert und eine Testbatterie, die eine Vielzahl von Parametern umfasst, die physiologische, psychologische und soziale Funktionsbereiche abbilden.

Erwartungsgemäß ergeben sich sowohl beim Work ability index als auch bei den Parametern der Testbatterie erhebliche interindividuelle Unterschiede. Die Testbatterie erwies sich als geeignet, die psychophysische Leistungsfähigkeit des Menschen relativ umfassend und reproduzierbar abzubilden sowie alterstypische Funktionsveränderungen zu erfassen. Wie die Ergebnisse zeigen, konnten trotz des relativ geringen Stichprobenumfangs für eine Vielzahl der gemessenen Indikatoren signifikante Korrelationen zum kalendarischen Alter nachgewiesen werden, überwiegend im Sinne einer Funktionsverminderung mit zunehmendem Alter.

Wiederholungsuntersuchungen an 18 Personen nach einem Zeitraum von circa 3 Jahren ergaben stabile und reliable Messwerte.

Der Funktionsmessplatz führt zu Aussagen bezüglich der 'Vitalität' und psychophysischen Leistungsfähigkeit. Es ist jedoch zu betonen, dass die Untersuchung eine andere Zielstellung verfolgt als eine ärztliche Allgemeinuntersuchung. Die Untersuchung mit dem Funktionsmessplatz kann diese nicht ersetzen.

Die Testbatterie erlaubt, das individuell sehr unterschiedliche 'Vitalitätsmuster' des Probanden mit seinen alterstypischen Stärken und Schwächen in verschiedenen physischen und psychosozialen Funktionsbereichen quantitativ zu erfassen. Arbeitsmediziner erhalten somit Kriterien für eine differenzierte, ganzheitliche Beratung hinsichtlich der Gesundheitsförderung beziehungsweise Erhalt der Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter.

Der Work ability index basiert auf einer Befragung der Arbeitnehmer zu ihrer Arbeitsfähigkeit. Er soll die psychische und physische Verausgabung eines Arbeitnehmers bei der bisherigen Arbeit erfassen und eine Einschätzung der persönlichen Arbeitsfähigkeit erlauben. Eindeutige Beziehungen zwischen WAI und dem Alter und zwischen WAI und Parametern der Testbatterie waren für die untersuchte Population nicht nachweisbar.

Die vorgestellten Methoden bilden unterschiedliche Aspekte der Arbeits- beziehungsweise Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern ab. Hinsichtlich eines praktischen Einsatzes der Methoden wäre zum Beispiel denkbar, dem Beschäftigten nach einer WAI-Befragung gegebenenfalls eine weitere Diagnostik mit den in der Testbatterie enthaltenen Methoden anzubieten. Auf Basis dieser Ergebnisse können dann gezielte Maßnahmen zur Förderung der individuellen Arbeits- und Leistungsfähigkeit empfohlen werden.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Englisches Abstract

Psychophysical capacity and work ability of elderly employees


Abstract:


In the present pilot study, psychophysical capacity and work ability of 28 employees (14 male and 14 female) were investigated. Two different methods were applied: the Work ability index (WAI; Finnish Institute for Occupational Health), basing on selfestimation of work ability by the employees and a multi-parameter test battery. The test battery comprised indicators of physical, psychological and social resources.

Human psychophysical capacity and age-related functional changes can be estimated relatively comprehensive and reliable by means of the applied test battery. Despite of the relatively small sample of participants, results reveal significant correlations between the chronological age and many parameters of the test battery. Mostly, a reduced functional capacity was observed with increasing age. Replication studies on 18 participants, about 3 years apart, reveal a good stability and reliability of the data.

The test battery allows quantitative evaluation of the individual vitality with their age-related strength and weaknesses with respect to different physical and psychosocial functions. The test battery results provide the company doctor with criteria for a differentiated and comprehensive consultation aiming at improvement and maintenance of human capacities and work ability with increasing age. Taking together, the test battery allows conclusions about vitality and human psychophysical capacity, however, it does not aim at replacing medical examinations.

In contrast, the WAI does not show clear relations neither with chronological age nor with parameters of the test battery. Basically, the two methods reflect different aspects of work ability and human capacity of the employees. As to practical applications, the employees can be offered a more detailed diagnostic with the methods of the tests battery after a screening with the work ability index. Specific measures for health promotion aiming at improvement of the individual work ability and human capacity can be suggested on basis of the results.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Fachverlag NW im Carl Schünemann Verlag
Homepage: https://www.schuenemann-verlag.de/fachverlag-nw/verlag/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV7007


Informationsstand: 17.11.2003

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