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Bibliographische Angaben zur Publikation

Betrieblicher Qualifizierungs- und Ausbildungsverbund MOBILE: Ein Modellprojekt für betriebliche Ausbildung und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von jungen Menschen mit Lernschwierigkeiten

Abschlussbericht zur ersten Modellphase 2003-2004



Sammelwerk / Reihe:

MOBILE Abschlussbericht


Autor/in:

Radatz, Joachim; Ginnold, Antje; Herrmann, Franziska [u. a.]


Herausgeber/in:

Gesellschaft für Integration, Sozialforschung und Betriebspädagogik gGmbH (ISB)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2005, 48 Seiten


Jahr:

2005



Link(s):


Link zu dem MOBILE-Abschlussbericht (2003-2004) (PDF | 863 KB)


Abstract:


Erste Modellphase vom 01.06.2003 bis 31.12.2004

Das Projekt MOBILE wurde entwickelt, um die duale Berufsausbildung von Jugendlichen mit Lernbehinderung zu fördern und Strukturen der betriebsintegrierten beruflichen Bildung in Berlin zu erproben, die eine nachhaltige Absicherung betrieblicher Ausbildungsverhältnisse von Auszubildenden mit Lernbehinderung ermöglichen.

Es galt einen betrieblichen Qualifizierungs- und Ausbildungsverbund aufzubauen, der betriebliche Qualifizierungs- und Integrationspotenziale effizient nutzt und mit den Instrumenten der Arbeits- und Ausbildungsförderung so verbindet, dass ein tragfähiges und nachhaltiges Unterstützungssystem zur dualen Ausbildung von 20 jungen Menschen mit Lernbehinderung entsteht. Zehn neue Ausbildungsplätze sollten eingerichtet und zehn bereits erreichte Ausbildungsverhältnisse in den Verbund integriert und abgesichert werden.

Die Ziele wurden erreicht:
- Insgesamt wurden 14 neue Ausbildungsplätze geschaffen, die nach Erprobungspraktika von Schulabsolventinnen und -absolventen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen besetzt werden konnten.
- Zehn Auszubildende mit Lernbehinderung, die sich bereits im ersten oder zweiten Ausbildungsjahr befanden, wurden mit ihren Betrieben in das Projekt aufgenommen.
- Ein Auszubildender wechselte in eine anderes Ausbildungsprojekt, so dass 23 Ausbildungsverhältnisse (14 Frauen, 9 Männer) und 16 Betriebe dauerhaft durch MOBILE un-terstützt werden konnten.
- Elf Auszubildende absolvierten ihre Zwischenprüfung erfolgreich.
- Sechs Auszubildende schlossen ihre Ausbildung mit erfolgreicher Prüfung vor den Kammern ab.

Es konnte ein ambulantes Unterstützungssystem aufgebaut und koordiniert werden, das folgende Leistungen erbrachte:
- Alle Auszubildenden erhielten ausbildungsbegleitende Hilfen gemäß SGB III.
- In 18 von 23 Fällen erhielten die Kooperationsbetriebe Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung gemäß SGB III oder gemäß der Verwaltungsvorschriften über die Gewährung von Zuschüssen zur Förderung der Berufsausbildung im Land Berlin.
- Die Zusammenarbeit sowohl zwischen den Betrieben des Verbundes als auch die Lernortkooperation zwischen den abH-Trägern, den Berufsschulen und Betrieben wurde unter anderem durch Qualifizierungspraktika und überbetriebliche Seminarangebote gefördert.
- In 14 Fällen wurden besondere Prüfungsbedingungen in Anlehnung an § 48a des Berufsbildungsgesetzes1 oder § 42c der Handwerksordnung beantragt und bewilligt.
- Der betriebliche Qualifizierungsprozess wurde mittels gezielter Lernhilfen durch den Einsatz von Arbeitsassistenten zusätzlich gefördert.
- Die Auszubildenden wurden sozialpädagogisch begleitet und auch bei der Bewältigung von Alltagsproblemen unterstützt, die sich nicht unmittelbar aus dem Ausbildungszusammenhang ergaben.

Trotz dieser Leistungen mussten zwei Ausbildungsverhältnisse abgebrochen werden.

Die durch diese Abbrüche angeregte problemorientierte Analyse aller Fallverläufe führte zu dem Ergebnis, dass die Qualität des ambulanten Unterstützungssystems durch die Organi-sation von berufschulintegrierten Lernhilfen, die Förderung der Akzeptanz von Lernbehinderung und die Zertifizierung von Teilqualifikationen verbessert werden kann. Diese Verbesserungen werden neben der Ausweitung und dauerhaften Finanzierung des Verbundes in der zweiten Modellphase von MOBILE angestrebt. Der Antrag dazu wurde bei der Senatsverwal-tung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz eingereicht und bewilligt.

Die zweite Modellphase hat im Oktober 2004 begonnen.

Darüber hinaus wurden in Zusammenarbeit mit dem Projekt 'Wege zum Beruf' die in MOBILE gewonnenen Erfahrungen systematisiert und als konzeptionelle Hinweise für die Bildungsbegleitung von jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf im betrieblichen Ausbildungsverhältnis verallgemeinert (vgl. Kapitel 5).


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


BIS Netzwerk für betriebliche Integration und Sozialforschung e.V.
Homepage: https://bisev-berlin.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV5894x01


Informationsstand: 05.10.2012

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